Hafenplan – Schlei/15 – Schleswiger Yachthafen

Hafenübersicht

Kurzbeschreibung

Vereinseigene Yachthäfen der Schleswiger Segelclubs SSC und SC Ahoi.

NV. Hafenlotse

Hafenplan

Liegeplätze

Die Segelclubs stellen freie Liegeplätze zur Verfügung (Wassertiefe ca. 1,8 - 2,5m).

Navigation

Das Nebenfahrwasser zweigt von der Tonne (ca. 325°) H 7 /Luisenbad 1 ab. Von den Tonnen L 2 und L 3 läuft man auf den Kopf des zweiten Steges zugelaufen. Tiefgehende Yachten sollten das Echolot benutzen, oder besser in den Stadthafen einlaufen.

Versorgung

Es gibt in der ca. 400m entfernten Innenstadt alle Versorgungsmöglichkeiten.

Service

Toilette X
Dusche X
Wasser X
Müllannahme X
Elektroanschluss X
Brennstoff
Lebensmittel X
Kran X
Werft
Fäkalienentsorgung X
Rampe / Slip X
Fähre / Bus / Bahn X
Fahrradverleih X
Internetzugang X

Kontakt

Telefon: +49(0)4621 / 2 35 10

NV. Landgangslotse

Sehenswertes

Die Entstehung der Stadt Schleswig ist eng mit dem Niedergang Haithabus verknüpft (siehe auch Haddeby), denn nach der Zerstörung des wikingischen Handelszentrums erfolgte im 11. Jahrhundert die Übersiedlung auf das nördliche Schleiufer. Weniger nüchtern soll die Stadtgründung nach der Sage vor sich gegangen sein. Danach wurde ein mit Reichtümern gefülltes Holzboot an den Strand von Schleswig getrieben. Zwischen dem Gold, dem Silber, den Juwelen und den Waffen lag ein Säugling. Die Bewohner des Nordufers sahen das "Strandgut“ als Zeichen der Götter an und machten den kleinen Schreihals zu ihrem König.

In der neuen Siedlung wurde die Händlertradition der alten Siedlung am Haddebyer Noor zunächst erfolgreich fortgesetzt, aber immer mehr lief Lübeck der Handelsstadt den Rang als wichtigster Umschlagplatz an der Ostsee ab. Zu der ersten Blüte des Ortes leistete der Klerus mit dem Bau des Domes einen entscheidenden Beitrag. Schleswig wurde nicht nur Herzogs‑, sondern auch Bischofssitz. Die ältesten schriftlichen Überlieferungen erwähnen den Dom schon 1134. Aber der schwindenden Bedeutung als Handelsstadt folgte der Niedergang als Bischofs‑ und Herzogensitz. Der Wiederaufschwung kam um 1550 mit den Gottorfer Herzögen und dem Bau des prächtigen Gottorfer Schlosses. Den Herzögen folgten wiederum andere Adelige, die sich nicht weniger prachtvolle Stadtpalais errichteten.

Erst 1711 wurden die Schloß‑ und Stadtsiedlungen zur Stadt Schleswig zusammengeschlossen, die im 19. Jahrhundert Ausgangspunkt der nationalen Entwicklung wurde. Hier entstanden das Schleswig‑Holstein-Lied und die blau‑weiß‑rote Fahne. Der Zusammenschluß mit Holstein machte die Stadt 1870 zur Hauptstadt über ein vereintes Schleswig-Holstein. Heute ist die Stadt mit den obersten Landesgerichten, dem Landesmuseum, dem Landesarchiv und der Kreisverwaltung zwar noch ein bedeutendes Behördenzentrum, aber die Regierungsgeschäfte wurden nach Kiel verlagert.

Zu den herausragenden Ausstellungsstücken im Schloß Gottorf zählt das wohl älteste erhaltene seegehende Großschiff Nordeuropas, das Nydamschiff aus dem vierten Jahrhundert. Ausgegraben wurde das Wikingerschiff von rund 23 Metern Länge in der Nähe von Egernsund (siehe auch Egernsund). Obwohl es immerhin für 45 Mann Besatzung aus Eichenplanken gebaut worden war, wiegt das Ruderschiff nur etwa drei Tonnen. Bronzezeitlicher Schmuck, steinzeitliche Keramik, Moorleichen aus der Zeit um Christi Geburt und vieles mehr sind im Vor- und Frühgeschichtlichen Museum von Schloß Gottorf außerdem zu besichtigen.

Auch das Landesmuseum im Schloß ist weit über die Grenzen von Schleswig‑Holstein hinaus bekannt. Es bietet dem Besucher eine umfassende Sammlung der Kunst‑ und Kulturgeschichte des nördlichsten Bundeslandes vom 12. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Waffen, Haushaltsgeräte, Möbel und Kunstwerke aus den vergangenen Jahrhunderten zählen zu den zahlreichen Ausstellungsstücken. Das Schloß selbst war schon zu Zeiten der Renaissance und des Barock ein Fürstensitz, der als politisches, geistiges und kulturelles Zentrum galt. Von einem bis heute erhaltenen Burgsee umgeben, diente es zunächst als Festung.

Wer Näheres über die regionale Geschichte wissen möchte, dem ist der Besuch des Städtischen Museums im von Günderoth’schen Hof zu empfehlen, den Herzog Friedrich 111. um 1634 als Gästehaus für eine Gesandtschaft des Schahs von Persien bauen ließ. Unter anderem sind in der Friedrichstraße 7‑11 frühmittelalterliche Funde ausgestellt. Sehenswert sind außerdem die Dokumentation der Fischersiedlung auf dem Holm und die Rekonstruktion der Wohnverhältnisse einer bürgerlichen Schleswiger Familie aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Schauspielaufführungen, Sinfoniekonzerte, Operetten und Opern werden von September bis Mai regelmäßig im Landestheater geboten. Zu den kulturellen Attraktionen im Juli und August zählen die Freilichtaufführungen im Hof des Schlosses. Kammermusikalische Höhepunkte sind die Schloßkonzerte im Juni und September in der Königshalle des Schlosses.

Der alles überragende Dom ist vor allem für seinen Brüggemann‑Altar bekannt. Er besteht aus rund 400 Figuren, die Bildhauer Hans Brüggemann in der Zeit von 1514 bis 1521aus Eichenholz schnitzte und in Öl tränkte. Seine Absicht soll es gewesen sein, den Analphabeten das Leben Jesu sichtbar zu machen. Die Kostbarkeiten des Domes entstammen zumeist der Blütezeit der "Gottorfer Dynastie", also dem 16. und 17. Jahrhundert. Grabdenkmäler und Gruftportale erinnern daran, daß der Dom Grabkirche der Herzöge war. Der wahrscheinlich einzige noch erhaltene mittelalterliche Dreikönigsaltar im Südchor ist ein weiteres Schmuckstück des Domes, in dem außerdem das sehenswerte Grabmal König Friedrich 1. von Dänemark zu besichtigen ist.

Auf keinen Fall sollte man versäumen, sich die im 18. und 19. Jahrhundert entstandene Fischersiedlung auf dem Holm anzusehen. Rund um den Friedhof errichteten die Fischer ihre kleinen gemütlichen Häuser. Vor dieser historischen Kulisse ist es leicht, sich das Leben und Treiben in der Altstadt vor 200 Jahren vorzustellen. Ein ehemals adeliges Johanniskloster liegt bei der Fischersiedlung.

Südlich von Schleswig befindet sich das Danewerk, ein verzweigtes System von Wällen, das die Aufgabe hatte, die Schleswiger Landenge gegen Süden zu sperren. Die Verteidigungswälle wurden von 808 bis 1182 n. Chr. gebaut und sind bei Klein-Dannewerk, Kurburg und Rotenkrug noch gut erhalten. Es galt, den teil weise ebenfalls gut erhaltenen Heerweg gegen feindliche Eindringlinge zu sichern. Der Weg verläuft von Nordjütland durch den Schleswiger Tieflandpaß nach Süden. Wie sein Name schon sagt, zogen die dänischen Heere auf ihm in die Schlacht oder die Kriegsgegner benutzten ihn in umgekehrter Richtung. Außerdem wurden die großen Ochsenherden auf ihm zum Verkauf nach Süden getrieben – bis nach Wedel in Holstein, wo der Weg endet. Daher wird er auch oft Ochsenweg genannt. Das Danewerk zwischen Treene und Schlei sollte diesen Weg jedenfalls sichern, was nicht immer gelang. So spielten die Wälle als Hauptbefestigungslinie der Dänen beim preußisch‑dänischen Krieg von 1864 eine besondere Rolle. Bei Preußen und Dänen galt die Befestigungsanlage als uneinnehmbar, was die Preußen nicht daran hinderte, dennoch einige Versuche zu wagen. Bei dem zu der Befestigungslinie zählenden Missunde versuchten sie ebenfalls, über die Schlei zu setzen, mußten aber aufgeben und überquerten die Schlei schließlich in Arnis.

Nicht zuletzt lohnt sich der Ausflug in die einst wichtigste wikingerzeitliche Handwerks‑ und Handelsmetropole Haithabu (siehe Haddeby). Vom Stadthafen aus kann man mit dem Ausflugsschiff nach Haddeby fahren.

König Abels Brudermord

Auf der vor Schleswig liegenden Möweninsel nahm seinen Anfang, was als "König Abels Brudermord"' in die Geschichte einging und im Heimatbuch des Kreises Eckernförde (1928, 2.Auflage) nachzulesen ist: "Als Erich Plogpenning König in Dänemark war, herrschte in Schleswig dessen Bruder, der Herzog Abel, der auf der Möweninsel in der Jürgensburg einen festen Wohnsitz hatte. Die beiden Brüder lebten nicht im besten Einvernehmen; in blutiger Fehde bekämpften sie sich gegenseitig, bis nach Abels Niederlage eine Aussöhnung zustande kam. Abel konnte die Schmach der Niederlage nicht vergessen und zwei seiner Ritter, grimme Feinde des Königs Erich, bestärkten den Herzog in seinem Groll gegen den Bruder. Doch hatten sich die Brüder gegenseitig eine feste Freundschaft versprochen.

Als nun im Jahre 1250 die Grafen von Holstein die Stadt Rendsburg angriffen, eilte König Erich der Stadt zu Hilfe. Bei der Gelegenheit besuchte er mit wenigen Begleitern seinen Bruder auf der Jürgensburg. Den Sommerabend verbrachte man in einem Hause am Wasser und vertrieb sich die Zeit bis spät in die Nacht beim Würfel‑ und Brettspiel. Eben waren Erich und der Ritter Hermann Kerkweder mit dem Brettspiel beschäftigt, als Abel plötzlich herantrat und den alten Zwist wieder wachrief: Gedenkst Du noch der Zeit, rief er, wo Du in Schleswig plündertest und meine Tochter bloßen Fußes vor Dir aus der Stadt fliehen mußte? Sei getrost, entgegnete der König, ich habe noch so viel, daß ich Deiner Tochter zu neuen Schuhen verhelfen kann. Durch den Spott des Bruders noch mehr gereizt, schrie Abel: Das wirst Du nimmermehr tun! – und erklärte den König für gefangen. Er übergab den Gefangenen an Tyge Post mit der Weisung, er könne ihn hinführen, wohin er wolle. Man setzte Erich in ein Boot und segelte die Schlei hinab gen Missunde. Als König Erich im nachfolgenden Boot seinen Feind Lauge Gudmundsen erkannte, wußte er, was ihm bevorstand. Er begehrte zu beichten, man holte einen Priester. Der Sage nach lag damals am Eingang des Ornumer Noors eine Kapelle zum finstern Stern. Nach der Beichte erschlug Gudmundsen den König; mit Ketten beschwerte man den Leichnam und versenkte ihn in die Schlei. In Schleswig erzählte man von einem Unglücksfall, bei dem der König Erich ertrunken sei.

Herzog Abel schwor mit 24 Rittern, daß er unschuldig an dem Tode seines Bruders sei, so konnte er König in Dänemark werden. Im Kampf gegen die Friesen ereilte ihn 1252 die verdiente Strafe. Ein Friese, der Rademacher Wessel Hummer aus Pellworm, erschlug den König am Milderdamm südlich von Husum.

Die Leiche soll nach Schleswig gebracht worden sein, aber der Geist des Mörders konnte keine Ruhe finden. Endlich begrub man den Leichnam im Pöhler Gehege in einem Sumpf und schlug einen Pfahl durch den Körper. In Sturmnächten zieht aber noch heute König Abels wilde Jagd durch die Lüfte mit Peitschengeknall und Hundegekläff".

Es wird erzählt, daß der heimtückisch ermordete König noch im Tod dafür gesorgt hat, daß seinen streitsüchtigen Bruder ein ähnliches Schicksal ereilt, indem er Abel mit einem Fluch belegte. Außerdem trieb der Leichnam, obwohl er mit Eisenketten beschwert war, ans Schleiufer, wo ihn Mönche fanden und begruben. Die Hand des Toten, so wird erzählt, sei zum Racheschwur ausgestreckt gewesen.

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