Hafenplan – S6/13 – Aabenraa

Kurzbeschreibung

Großer Handels-, Industrie- und Yachthafen am westlichen Ende des Åbenraa Fjords.

NV. Hafenlotse

Hafenplan

Liegeplätze

Gäste liegen am besten in den Yachthäfen (ABC und ASC) südlich des Handelshafens (2,5 - 3,5m). Der Nyhavn soll von der Sportschifffahrt nicht genutzt werden. 1sm südlich von Åbenraa liegt der Industriehafen des großen Kraftwerkes.

Navigation

Die Ansteuerung des befeuerten Fahrwassers ist Tag und Nacht unproblematisch. Von der Südkardinaltonne aus steuert man 320° (nachts: Richtfeuer 2 Iso.G), bis vom Fahrwasser aus der Molenkopf des Yachthafens (Fl.R.3s / Fl.G.3s) angesteuert werden kann.

Versorgung

Åbenraa bietet alle Versorgungsmöglichkeiten eines größeren Handelshafens. Der Lärm der nahen Uferstraße ist besonders zu den Hauptverkehrszeiten störend.

Service

Toilette X
Dusche X
Wasser X
Müllannahme X
Elektroanschluss X
Brennstoff X
Lebensmittel X
Kran X
Werft X
Fäkalienentsorgung X
Rampe / Slip X
Fähre / Bus / Bahn X
Fahrradverleih X
Internetzugang X

Kontakt

Telefon: +45 / 74 62 66 84
+45 / 74 62 89 85 (Segelclub)
+45 / 74 62 66 82 (Bootsclub)

NV. Landgangslotse

Sehenswertes

Der erste dänische Umsegler von Kap Hoorn soll in der alten Handelsstadt auf Kiel gelegt worden sein. Schiffbau und Schifffahrt waren über viele Jahrhunderte Motor der Wirtschaft in der früheren Stadt der Fahrensleute. Es wird erzählt, dass die Schiffe der Seefahrerstadt die ersten waren, die den Dannebrog im Osten zeigten. China ist besonders häufig das Ziel der Aabenraader Seeleute gewesen. Der Stadtteil, wo sich früher die Kapitäne niederließen, wird im Volksmund heute noch "Chinaviertel"' genannt. Aus der Zeit des 18. Jahrhunderts, als die Schiffe in den Fernen Osten und nach Südamerika fuhren, stammen auch die schönen Bürgerhäuser der Stadt sowie die großen Kapitänshöfe auf der Halbinsel Løjtland. Leider fehlt es an einem geschlossenen spätmittelalterlichen Stadtbild, weil mehrere große Brände die Stadt am Aabenraa‑Fjord nahezu völlig zerstörten.

In den überlieferten Erzählungen über Aabenraa wird herausgestrichen, dass die Aabenraader auf ihre dänische Nationalität besonders stolz waren, daher die preußische Besetzung 1864 keineswegs widerstandslos hinnahmen. So sollen die Matrosen der Schiffe, die sich in den chinesischen Häfen aufhielten, unter Protest die Segler verlassen haben, als sie den Befehl bekamen, die deutsche Flagge zu hissen und den Dannebrog unter Deck verschwinden zu lassen.

Ihre Art von Widerstand übten die Dänen in Aabenraa durch das Volkslied. Der Gesang und die Gebräuche vereinigten sie gegen die Preußen und deren Verwaltung. Die ungebetenen "Gäste"' freilich sahen die Entwicklung des Liedgutes äußerst ungern und verboten per Verordnung das Singen dänischer Volkslieder allerdings erfolglos. Auch gerichtlich verhängte Geldstrafen halfen da nicht viel.

H. P. Hanssen war einer der bekannten Kämpfer für die dänische Gesinnung, als die Stadt nach dem Frieden von 1864 preußisch geworden war. Er vereinigte die dänische Bewegung und spornte dazu an, weiterhin die dänische Kultur und Volksgut zu pflegen. Treffpunkt war damals und ist auch heute noch das Folkehjem, ein für dänische Maßstäbe ungewöhnlicher Bau mit geschwungenem Holzgiebel über einem wuchtigen Eingangsportal.

Nach dem Frieden hatten die Dänen aus wirtschaftlicher Sicht schwere Jahre durchzustehen, da jetzt die Werften und Reedereien in Hamburg und Flensburg die Aufträge erhielten. Statt ostasiatischer Gewürze und Stoffe transportierte die Schifffahrt jetzt jütländisches Vieh.

Heute ist Aabenraa Mittelpunkt für die deutsche Minderheit in Nordschleswig. Es erscheint sogar eine Zeitung in deutscher Sprache für diese Bevölkerungsgruppe.

Noch immer haben Schifffahrt und Fischerei für die Industriestadt mit dem größten Hafen Südjütlands eine besondere Bedeutung. Gehandelt wird heutzutage allerdings nicht mehr mit chinesischer Seide, sondern mit Getreide, Holz und Vieh. Zahlreiche Reedereien haben ihren Sitz im 20 000 Einwohner zählenden Aabenraa. Von waldreichen Hügeln umgeben bietet der Ort von See her ein schönes Bild. Trotz vieler Industriebetriebe ist Aabenraa für den Besucher nicht ohne Reiz. Eine der schönsten Straßen bildet die von vielen Giebelhäusern gesäumte Slotsgade mit ihrem gewundenen Verlauf. Auch der Vægterplads mit der Nachtwächterstatue ist Blickfang im Stadtbild. Besondere Augenweide unter den Fachwerkgebäuden ist das Haus Nybro 14.

Sportschiffer dürften sich für die Schifffahrtsabteilung des Museums von Aabenraa interessieren. Im Mittelpunkt stehen Aabenraas Überseefahrer, Schiffbauerwerkzeug und die Souvenirs der Seefahrer aus China, Japan, Afrika und den Südseeinseln.

Auch die kunstgeschichtliche Sammlung, die plastische Veranschaulichung bäuerlicher Lebensbedingungen sowie Bronzezeitliches machen den Besuch lohnend. Die besondere Verbindung der Stadt zum Meer wird durch eine der umfangreichsten Buddelschiffsammlungen Dänemarks deutlich. Schiffsmodelle vervollständigen die kulturgeschichtliche und volkskundliche Seefahrtsammlung in der Hanssensgade 33 b.

Ein Besuch im Heimatmuseum (Toften 27) rundet den Eindruck über die Lebensgewohnheiten der Bauern während früherer Jahrhunderte ab. Ihre Arbeitsgeräte und ihre Möbel sind im Egensmuseet, Lilie Kolstrupgård, ausgestellt.

Wer sich die Nikolai‑Kirche in Aabenraa anschaut, dem wird der eindrucksvolle Barockaltar auffallen. Neben dieser Schnitzarbeit beherbergt die Kirche am Kirkepladsen zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie geschnitzte Reliefs und Gemälde aus dem 17. Jahrhundert.

Eine halbe Stunde Fußweg von der Altstadt entfernt liegt südlich von Aabenraa das Schloss Brundlund, 1411 unter der Königin Margarete I. ausgebaut und im 19. Jahrhundert restauriert. Beachtenswert ist die Schloßmühle, die ursprünglich Brückenturm des von einem Wassergraben umgebenen Schlosses war.

Als Ziel eines Landausfluges bietet sich die Damgård Mølle an. Sie ist eine intakte Buchweizenmühle aus dem Jahr 1867 und liegt zehn Kilometer von Aabenraa entfernt in Hovslund bei Rødekro.

Bei schönem Wetter lohnt sich der Ausflug zum Aussichtspunkt des fast 100 Meter hohen Knivsberges, wo sich die Versammlungsstätte der deutschen Minderheit in Nordschleswig befindet. Von dem für jütländische Verhältnisse sehr hohen Berg östlich der Europastraße drei überblickt man den Genner‑Fjord. Einer der schönsten Strände der Förde von Aabenraa liegt im Süden des Yachthafens.

Sehenswerte Bilder

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Ergänzung / Berichtigung

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