Hafenplan – S43/4 – Kamminke

Hafenübersicht

Kurzbeschreibung

Ehemaliger Fischereihafen im nordöstlichen Teil des Kleinen Haffs, direkt an der polnischen Grenze gelegen.

NV. Hafenlotse

Hafenplan

Liegeplätze

Der Hafen bietet für die Sportschifffahrt nur wenig Platz. An der Nordpier befindet sich eine Anlegestelle für die Fahrgastschiffe. Sportboote liegen am östlichen Teil der Nordpier. Bei östlichen Winden steht Schwell im Hafen.

Navigation

Wegen zahlreicher Stellnetze ist die Ansteuerung von Kamminke nur tagsüber zu empfehlen. Unmittelbar hinter der Verlängerung der Kaianlage läuft man nach Backbord in den Hafen ein. Die Fahrrinne vor dem Molenkopf (bei der Tonne KA4) neigt zur Versandung.

Versorgung

Auf der Mole gibt es einen Imbiss, ansonsten keine Einkaufsmöglichkeit. Einfache Sanitäranlagen (keine Dusche) und Trinkwasser sind vorhanden.

Service

Toilette X
Dusche
Wasser X
Müllannahme
Elektroanschluss
Brennstoff
Lebensmittel X
Kran
Werft
Fäkalienentsorgung
Rampe / Slip
Fähre / Bus / Bahn
Fahrradverleih
Internetzugang

Kontakt

Telefon: +49(0)38376 / 2 01 69

NV. Landgangslotse

Sehenswertes

Die "modernen Errungenschaften des Sozialismus" drangen nur spärlich bis zu dem sich malerisch an einen steilen Hang schmiegenden Fischerdorf vor. So blieb fast alles wie es war, die teilweise reetgedeckten Fischerhäuser, die gewundene, mit Kopfsteinen gepflasterte Dorfstraße und der Netzplatz am Hafen. Obwohl die gepflegten Häuser hier und da einen kleinen Anbau erhielten, ist kaum etwas vorhanden, was dem ursprünglichen Charakter des Fischerdorfes etwas anhaben kann.

Ein Grund für den Dornröschenschlaf des Dorfes am Stettiner Haff wird wohl die Nähe zur polnischen Grenze sein, die unmittelbar östlich des Ortes verläuft. Besondere wirtschaftliche Impulse waren von Kamminke daher nicht zu erwarten. Einige wenige Fischerboote sind von der ehemaligen Haupteinnahmequelle noch übrig geblieben.  Geändert haben sich auch die politischen Umstände, wurde der Wandel von den Pachtzahlungen an den Adel zur Genossenschaft vollzogen. Die einzigen "kulturellen Zentren" des Ortes sind die Bushaltestelle für die Jugendlichen und der gegenüberliegende Reusenschuppen für die ältere Generation.

Während der Ferienzeit kommt mehr Leben in den Ort. Dann bummeln Sommergäste durch die wenigen Gassen  oder schauen sich im Hafen um. Biegt man vom dort kommend auf der Dorfstraße nach links ab, gelangt man zum Campingplatz und zu einer Reihe von Ferienhäusern sowie dem Friedhof auf der Anhöhe. Der kurze Fußweg an dem vom Kiefern bewachsenen Steilhang ist vor allem wegen der Aussicht auf das Haff zu empfehlen. Bis nach Ueckermünde, auf die andere Seite des Stettiner Haffs, kann man hinüberschauen.

Weiter in westlicher Richtung führt ein Stieg quer durch Wiesen und Felder bis zur kleinen Ortschaft Garz (4 km). Der Ortsname bedeutete im slawischen einst "kleine Festung". Von einer Festung oder Burg ist jedoch nichts mehr zu sehen. Die Kirche ist das einzige historische Gebäude und fällt vor allem dadurch auf, dass die Kirchenglocke direkt über dem Boden an einer kräftigen Holzkonstruktion im Freien angebracht ist.

Es besteht auch die Möglichkeit, mit dem Bus nach Garz und noch weiter bis in die knapp 15 km entfernten Seebäder an der Ostseeküste zu fahren - Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin. Stagnieß und Kamminke sind die idealen Standorte, um Ausflüge in die bekannten Seebäder zu machen.

Golm heißt der 59 m hohe Berg, der 3 km nördlich des Hafens zu finden ist. Der Name ist ebenfalls slawischen Ursprungs und soll "Hügel" bedeuten. Dass dieser Platz schon vor über tausend Jahren als Wohnstätte diente, belegen gefundene Steinwerkzeuge und Bronzegeräte. Heute ist der Wald rund um den Burgwall Naturschutzgebiet.

Die Sage erzählt, dass hier vor langer Zeit ein Fürst lebte, der zwar viele Schätze besaß, aber zu geizig war, seine Tochter zu verheiraten. Als er endlich starb, war die ohnehin hässliche Tochter nicht mehr die jüngste und kein Freier ließ sich blicken - bis eines Tages ein Zauberer kam, der sie heiraten wollte. Weil er aber noch weit hässlicher war als sie, gab sie ihm einen Korb, worauf sich der Zauberer so erzürnte, dass er ihr Schloss in einen Berg verwandelte und sie dazu verdammte, auf ewige Zeiten bei ihren Schätzen zu wachen. Nur ein Sonntagskind, das um sie wirbt, kann sie am Johannistag erlösen. Bislang soll die Prinzessin vergeblich aus ihren Schatzkammern herausgekommen sein und auf jemanden gewartet haben, der eine gute Partie machen will.

An ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte und den Tod vieler Soldaten erinnert eine Gedenkstätte auf dem Golm. Über 20.000 Opfer der Kämpfe um Swinemünde in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges sind in einem Massengrab nahe des Burgwalles begraben. "Dass nie eine Mutter mehr ihren Sohn beweint", steht auf dem Mahnmal.

Nördlich von Golm liegt der fast völlig verlandete Zerninsee, heute eine sumpfige und moorige Gegend, die von Wanderwegen umgeben ist. Die zugewachsene, ehemalige Bahnstrecke Usedom - Swinemünde führt ein Stück an der Landstraße südlich vom Zerninsee entlang.

Sehenswerte Bilder

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Ergänzung / Berichtigung

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