Hafenplan – S42/8 – Krummin

Hafenübersicht

Kurzbeschreibung

Sehr schön gelegener Naturhafen mit Steganlage im nördlichen Teil der Krumminer Wiek.

NV. Hafenlotse

Hafenplan

Liegeplätze

Gäste finden ausreichend Liegeplätze in freien Boxen auf 1,5 - 2,5m Wassertiefe.

Navigation

Eine gute Landmarke ist der Kirchturm von Krummin, der mit seiner Spitze über eine Baumgruppe hinweg ragt. Von der Leuchttonne 72 (Fl.R.4s) des Hauptfahrwassers steuert man bei Wassertiefen von 2,5m mit 15° auf eine gut sichtbare Waldschneise zu. Ca. 80m östlich der Schilfnase beginnt die Zufahrt, eine mit roten und grünen Bojen bezeichnete Baggerrinne (Solltiefe 2,5m).

Versorgung

Exzellente Sanitäranlagen. Das kleine Dorf ist für seine Kulturveranstaltungen in der Kirche an den Sommerwochenenden bekannt. Die idyllische Marina bietet alle Serviceeinrichtungen wie Wasser, Strom, Kran und Reparaturmöglichkeiten.

Service

Toilette X
Dusche X
Wasser X
Müllannahme X
Elektroanschluss X
Brennstoff
Lebensmittel X
Kran
Werft X
Fäkalienentsorgung
Rampe / Slip
Fähre / Bus / Bahn X
Fahrradverleih X
Internetzugang X

Kontakt

Telefon: +49(0)3836 / 20 16 60
+49(0)151 / 22 59 72 96

NV. Landgangslotse

Sehenswertes

Das vom Tourismus links liegengelassene Krummin ist eines der sympathischsten Dörfer auf Usedom. Der rund 200 Einwohner zählende Ort besticht vor allem durch seine beschauliche und abgeschiedene Lage. Schützende Schilfgürtel umgeben die Liegeplätze in der nordwestlichen Bucht der Krumminer Wieck und machen sie so zu einem Naturhafen, der zu den beliebtesten bei den Sportschiffern zählt.

Die etwa 30 Häuser säumen in lockerer Anordnung die Dorfstraße und ihre Seitenwege. Mittelpunkt ist die schon einlaufend gut zu sehende Michaeliskirche, die im Jahr 1278 samt des Ortes von Bokow auf dem Gazberg an die Krumminer Wieck verlegt wurde. Daneben gibt es ein Restaurant und zwei Cafés im Dorf.

Warum der 1230 erstmals urkundlich erwähnte Ort umgesiedelt wurde, ist unbekannt. Dagegen ist überliefert, dass Krummin von 1303 bis 1536 Sitz eines Zisterzienser-Nonnenklosters war, wo der pommersche Adel seine unverheirateten Töchter unterbrachte. Die Ernährer der Nonnen waren die Bauern der Umgebung, die Abgaben an das Kloster leisten mussten, bis im 30jährigen Krieg die Kroaten kamen. Sie plünderten und zerstörten das Kloster, von dem lediglich die ehemalige  Lage bekannt ist. Auch die Kirche wurde im 30jährigen Krieg geschliffen, aber in der nachfolgenden schwedischen Zeit als Pastoratskirche wieder aufgebaut.

Um 1790 wurde Krummin preußisch, die Familie von Corswant übernahm den Besitz und ließ ein Rittergut anlegen. Die Nachfahren der von Corswants spendierten der Kirche 1857 einen Turm und ein Seitenschiff. In dieser Form ist die Kirche, die Reste eines alten Marienaltars und Grabplatten aus dem 18. Jahrhundert birgt, heute noch erhalten.

Im alten Pfarrhaus schrieb der Pastor Meinhold (1827-1874) an seiner "Bernsteinhexe" (siehe Zinnowitz und Neppermin), einem als Tatsachenbericht ausgegebenen Roman um eine Hexenverfolgung, der viel Wirbel auslöste und den Pastor am Ende sein Kirchenamt kostete. Die Kirchenglocke trägt noch eine Inschrift von ihm.

Krummin war weit bedeutender als heute, ja sogar mit Gut, Schule, Pfarrsitz, Standesamt und Kirche das kulturelle Zentrum im nordwestlichen Teil der Insel Usedom. Heute steht nur noch die Kirche, wo im Sommer Konzerte und Vorträge stattfinden.

Das Gutshaus im westlichen Dorfteil ist eine Ruine und diente als Hühnerstall. Es fiel 1949 der Spitzhacke zum Opfer, weil die Steine zum Bau anderer Häuser benötigt wurden. Heute ist aus Teilen der Ruine ein Wohnhaus entstanden.

Von den Anlegern bietet sich ein hervorragender Blick auf die südöstlich gelegene Steilküste des Gnitzes, die im abendlichen Sonnenlicht weiß aufleuchtet und daher weißer Berg genannt wird. Das Naturschutzgebiet des Gnitzes umfasst altes Schwemmland mit Teilen einer Salzwiesenlandschaft, Sumpfgebiete und Trockenrasenflächen sowie einen Wacholder- Kiefernwald. Vom Steilufer bietet sich ein schöner Blick auf den Krumminer Naturhafen und über das Achterwasser.

Wolgast ist weit genug entfernt (5km), um von Verkehr und Lärm verschont zu bleiben, aber nah genug für einen Ausflug (über Neeberg) dorthin. Auf diesem Weg kommt man jedoch nicht durch die einzigartige Lindenallee, die sich von der Hauptverkehrsstraße direkt nach Krummin erstreckt und als eine der längsten zusammenhängenden Lindenalleen Europas gilt. 298 hundertjährige Winterlinden sorgen für ein einzigartiges Erscheinungsbild.

Interessante Links

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Ergänzung / Berichtigung

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