Hafenplan – S37/1 – Neuendorf (Hiddensee)

Hafenübersicht

Kurzbeschreibung

Kleiner, gut ausgebauter Fischerei-, Versorgungs- und Sportboothafen auf Hiddensee.

NV. Hafenlotse

Hafenplan

Liegeplätze

Der Nordteil des Hafenbeckens ist einheimischen Fischerbooten und Yachten vorbehalten. Die nach Osten in den Hafen ragende Pier ist für Fahrgastschiffe und Inselversorger reserviert. Sportschiffe liegen im Süd- und Südwestteil an Heckpfählen auf 1,5m Tiefe. Der Hafen ist in den Sommermonaten häufig überfüllt. Durch den ständigen Fähr- und Ausflugsschiffverkehr herrscht im Hafen viel Schwell und Unruhe.

Navigation

Die Ansteuerung sollte durch Ortsunkundige nur bei Tag erfolgen. Vom Hiddensee-Fahrwasser steuert man ab Tonne 27/N2 mit 286,6° durch das betonnte und befeuerte Fahrwasser direkt in den Hafen hinein. Achtung bei entgegenkommenden oder überholenden Fähren und Ausflugsschiffen, das Fahrwasser ist an den Rändern sehr flach.

Versorgung

Ein Waschraum mit Toilette ist vorhanden, die allerdings auch von zahlreichen Inseltouristen mitbenutzt wird. Trinkwasser gibt es ausschließlich im Sanitärbereich, und an den Liegeplätzen stehen nur wenige Steckdosen zur Verfügung. Im Ort gibt es bescheidene Versorgungsmöglichkeiten, einen Fahrradverleih sowie mehrere Gaststätten. Die Fährverbindung führt von hier nach Stralsund und Schaprode. Ein ausgedehnter Ausflug über die schöne Insel entschädigt für den wenig einladenden Hafen.

Service

Toilette X
Dusche X
Wasser X
Müllannahme X
Elektroanschluss X
Brennstoff
Lebensmittel
Kran
Werft
Fäkalienentsorgung
Rampe / Slip X
Fähre / Bus / Bahn
Fahrradverleih X
Internetzugang

Kontakt

Telefon: +49(0)38300 / 64 20 bzw. 0160 380 4938

NV. Landgangslotse

Sehenswertes

Ohne das Dornbusch-Hochland gäbe es den Gellen, gäbe es Neuendorf-Plogshagen nicht. Die Ostsee "schleppte" von den abgestürzten Hängen des Dornbuschs den Sand, den Ton und den Mergel heran und bildete so vor 2000 bis 4000 Jahren das Land südlich der Anhöhen. Daher wurden nur auf dem Hochland Funde aus vorchristlicher Zeit gemacht. Auf dem ständig von Überschwemmungen bedrohten flachen Land entwickelten sich erst später (um 1550) erste Siedlungsformen. Heute zählt Neuendorf zusammen mit Plogshagen rund 350 Einwohner.

Die freistehenden Häuser von Neuendorf stehen als Ensemble unter Denkmalschutz. Die Wohnräume der Häuser sind zur Sonne hin ausgerichtet. Das Besondere ist, dass hier zwischen den schilfgedeckten Häusern keine Zäune gezogen sind. Anstatt Grenzen zu ziehen, markierte man wie in Vitte sein Eigentum mit den Hausmarken, den runenähnlichen Familienzeichen. Haus, Hof, Vieh, Aalharken und allerlei Gerät bis hin zum Kamm trugen das Familienkürzel, das dem Nachbarn signalisierte: Dieser Gegenstand gehört mir, Finger weg!

"De Süder" werden die Einwohner von Neuendorf-Plogshagen heute noch von den Einheimischen genannt, eine Bezeichnung, die noch aus der Zeit stammt, als die Süderdörfer intensiveren Kontakt zu den Bewohnern auf Rügen als zu ihren Nachbardörfern hatten. Mit dem Segelboot war Schaprode schnell erreicht. Auch waren die Neuendorfer lange Zeit stolz, nicht Untertan wie "De Nurder" oder gar ein Leibeigener gewesen zu sein.

Trotz des ausgeprägten Selbstbewusstseins war man nicht glücklich darüber, als der Gellen während eines heftigen Nordweststurmes am 24. August 1864 zur Insel wurde. Die Flut riss Hiddensee an der schmalsten Stelle auseinander und der anfangs noch 20 Meter breite Durchbruch wuchs bald auf 60 Meter Breite an. Ein daraufhin errichteter Damm wurde noch während des Baus von einem Weststurm zerstört. Und auch zwei neu erbaute Dämme boten keinen ausreichenden Schutz. Erst 1878 brachte ein mit Granitstein befestigter Deich wieder Sicherheit. 300.00 m³ Erde und fast 6000 m³ Feuersteinschotter waren dafür herbeigeschleppt worden.

Ausnahmsweise bewirkte ein Sturmhochwasser um 1870 auch einmal etwas Positives. Der später als "Goldschatz von Hiddensee" in die Geschichte der Insel eingehende Fund eines über 1000 Jahre alten Wikingerschmucks wurde freigespült und von Neuendorfern gefunden. Der im Kulturhistorischen Museum Stralsunds ausgestellte Schmuck (es handelt sich um eine Nachbildung) gilt bis heute als eines der wertvollsten Beispiele wikingischer Goldschmiedekunst. Eine Nachbildung wird auch im Museum von Kloster gezeigt.

Kein Deich und kein Wall konnten der schweren Sturmflut des Jahres 1872 standhalten. Die gesamte Südinsel wurde überschwemmt. Bis an die Dächer reichte das Wasser, und die Bewohner mussten mit Booten von ihren Hausböden gerettet werden. Das Vieh ertrank, die Häuser sackten in sich zusammen, die Nahrungsmittel waren verdorben, die Brunnen mit Seewasser voll gelaufen, die Fischerboote verschwunden, das Fanggerät zerstört und viele Bäume entwurzelt. Trotzdem blieben die Neuendorfer, bauten  alles wieder auf und pflegten weiterhin ihre Bräuche, zu denen auch das Tragen einer Tracht gehörte, die der Mönchsguter ähnlich war (siehe Gager). Bei den Frauen war ein großer bebänderter Hut Bestandteil der Tracht und bei den Männern eine weiße Leinenhose. Während der Feldarbeit trugen die Frauen sogenannte Helgoländer Hüte.

Das auch als "Süderleuchtturm" bezeichnete Quermarkenfeuer auf dem Gellen befindet sich 25 Gehminuten südlich des Ortes, direkt am Wanderweg. Während der Wanderung zum Leuchtturm kann es durchaus passieren, dass eines der zahlreichen Wildkaninchen den Weg kreuzt. Bis zu 5000 davon werden jährlich auf Hiddensee erlegt. Auch Kreuzottern und Ringelnattern fühlen sich in den Naturschutzgebieten Gellen und Gänsewerder wohl. Zu den zahlreichen Pflanzen zählen neben der Stranddistel auch der Meerkohl und die fleischfarbene Kuckucksblume. Fuhrwerke sind neben den Fahrrädern die Hauptverkehrsmittel. Letztere gibt es fast überall auf der Insel zu mieten.

Sehenswerte Bilder

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Ergänzung / Berichtigung

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