Hafenplan – S31/4 – Sæby

Hafenübersicht

Kurzbeschreibung

Fischerei- und Yachthafen an der Ostküste Jütlands, ca. 6 sm südlich von Frederikshavn.

NV. Hafenlotse

Hafenplan

Liegeplätze

Gäste finden sehr gute Liegemöglichkeiten in den Boxen an den Brücken des Yachthafens auf Wassertiefen von 2 - 3 m. Große Yachten liegen einlaufend an Steuerbordseite auch sehr gut. Auch die Kaianlagen können genutzt werden.

Navigation

Die Ansteuerung des befeuerten Hafens ist Tag und Nacht möglich. Eine markante Landmarke ist der weiße Kirchturm in ca. 274° wenn man die Mitte der Hafeneinfahrt anpeilt. Die Zufahrt zum Hafen neigt zur Versandung, Wassertiefen unter 3 m sind aber sehr selten. Bei Süd setzendem Strom muß in der Einfahrt gut vorgehalten werden, da der Strom hier unter Land recht hart quer laufen kann.

Versorgung

Am Hafen befinden sich außer sehr guten Sanitäranlagen auch ein Fischgeschäft, ein Kiosk und ein Kaufmann mit Brötchenservice. Weitere Einkaufsmöglichkeiten gibt es im 1 km entfernten Zentrum von Saeby und beim nahegelegenen Schiffshandel.

Service

Toilette X
Dusche X
Wasser X
Müllannahme X
Elektroanschluss X
Brennstoff X
Lebensmittel X
Kran X
Werft
Fäkalienentsorgung
Rampe / Slip X
Fähre / Bus / Bahn X
Fahrradverleih X
Internetzugang X

Kontakt

Telefon: +45 / 98 46 10 59

NV. Landgangslotse

Sehenswertes

Die Mündung der Sæby Au ins Kattegat hat die Lage und Entwicklung der idyllischen Kleinstadt Sæby entscheidend bestimmt. Hier standen schon zur Wikingerzeit die ersten Lehmhäuser und hier entstand ein schmaler Hafen, der den Handel über See ermöglichte. Der Straßenverlauf des mittelalterlichen Städtchens passte sich den Buchten der Au an und ist bis heute im wesentlichen so geblieben. Glücklicherweise führten die Verkehrsplaner die Hauptstrecke von Ålborg nach Frederikshavn um den alten Ortskern herum und schufen damit die Voraussetzungen für die Erhaltung des alten Milieus von Sæby, das als eines der gemütlichsten Städtchen Jütlands gilt.

Wir empfehlen einen Rundgang durch die schöne Altstadt entgegen dem Uhrzeigersinn. Ausgangspunkt ist die alte, 1906 angelegte, Rettungsstation am Nordwestende des Hafenbeckens. Der Weg führt in nordwestlicher Richtung über den "Fiskerstien" (Fischerpfad), einen früheren Pfad entlang der Sæby Au, den einst die Fischer benutzten. Gedenksteine für die bekannten Persönlichkeiten der Stadt wurden entlang der Spazierstrecke aufgestellt. Man überquert die Søndergade, hält sich rechts und geht nach wenigen Schritten nach links in den Gartnerstien. Dort stößt man auf das Wassermühlen‑Haus aus der Zeit um 1810, das noch bis in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts als Kornmühle genutzt wurde. Ursprünglich hat hier eine weitaus ältere Wassermühle gestanden. Richtung Westen geht es auf dem Gartnerstien weiter durch das älteste Villenviertel in Sæby aus der Zeit um 1900. Am Ende des Weges biegt man links in die Skovallee, gleich wiederum links in den Christian Rhuss Vej und anschließend nach rechts in den Jacob Severins Vej ein, der einen zum Hans Abels Vej führt. Auf dieser Straße kommt man (links) zur Sæby‑Au-Brücke, auf der das kleine Flüsschen überquert wird. Auf dem anderen Ufer, befindet sich linker Hand die sehenswerte Pindborggade, die wieder ihr altes Straßenpflaster erhalten hat. Ein kurzer Abstecher in die parallel verlaufende Vestergade führt zum Hotel "Harmonien", in dem der Schriftsteller Henrik lbsen im Sommer 1887 " Die Frau am Meer“ schrieb.

Bei der Ecke Pindborggade/Søndergade, am ehemaligen Marktplatz, stehen noch die Stallgebäude, in denen die Landbewohner ihre Zug- oder Reitpferde unterstellten, bevor sie ihre Einkäufe in der Stadt erledigten. Rund um den alten Marktplatz, wo früher an den Buden der Fischer und der Schlachter ein buntes Treiben herrschte, stehen noch ein paar alte Handelshäuser, die heute Geschäfte und ein Geldinstitut beherbergen. Wer mehr darüber wissen möchte, muss nur die Straße überqueren und sich in das Museum von Sæby, an der Ecke Algade-Søndergade, begeben. Das aus dem 18. Jahrhundert stammende Haus gehörte einst dem Konsul Ørum und ist nach ihm benannt. Die Ausstellungen widmen sich besonders der sehr interessanten Heimatgeschichte der vergangenen Jahrhunderte.

Hier erfährt der Besucher, daß 1460 an der Mündung der Sæby Au ein Karmeliterkloster gegründet wurde und Sæby in besonderem Maß die Gunst der Bischöfe genoss, die den Ort für einige Jahrzehnte in Mariested umbenannten. 1524 verlieh die Krone dem Ort Stadtprivilegien und 1536 machte die Reformation der Herrschaft der Bischöfe und der ersten Blütezeit des Ortes ein Ende. Die Marienkirche blieb von Plünderungen verschont, während die übrigen Klosteranlagen verfielen. Die Steine wurden später zu Reparaturarbeiten am Hafen benutzt.

Die Ausstellungsstücke des Museums weisen auf den bescheidenen Wohlstand der Stadt bis zu den Schwedenkriegen (1657‑1660) hin, an dem zahlreiche Silberschmiede partizipierten. Die Bürger konnten sich auch soziale Errungenschaften wie ein Hospiz leisten. Die jedoch immer häufigeren Versandungen des Hafens leiteten eine wirtschaftliche Talfahrt ein, von der sich der Ort bis in das 19. Jahrhundert hinein nicht erholte.

Die älteste Abbildung der Stadt ist in den Museumsräumen zu sehen. Der Kupferstich stammt aus dem Jahr 1670 und gibt das Stadtbild in groben Zügen wieder. Was die Enge der Bebauung betrifft, ging mit dem Bearbeiter die Phantasie durch. In den Räumen des früheren Wirtshauses "Unter den Linden" ist ein Klassenzimmer aus dem Jahr 1890 eingerichtet worden. Außerdem präsentiert das Museum die Werkzeuge der Handwerksberufe, die im 19. Jahrhundert Stütze der Sæbyer Wirtschaft waren: So gab es unter anderem eine Eisengießerei, eine Wassermühle, eine Gerberei und eine Färberei. Im Giebelzimmer ist ein Gemischtwarengeschäft aus der Zeit um 1925 zu sehen. Noch ein paar Jahre älter ist die damals typische „gute Stube" im Hinterhaus des Museums. Das bürgerliche Vorzeige-Wohnzimmer wurde meistens nur zu festlichen Anlässen benutzt. Besondere Beachtung verdient auch die reichhaltige Sammlung alter Aufnahmen von Sæby aus den Kindertagen der Fotografie.

Auf dem weiteren Rundgang durch die Stadt entlang der Algade Richtung Südosten kommt man an zahlreichen gut erhaltenen Gebäuden vorbei. So entspricht das Aussehen des Altersheimes in der Nachbarschaft des Museums noch dem Erscheinungsbild von 1834. Linker Hand folgt der "Dommergården" (Wohnhaus des Richters), 1840 für den Amtsvorsteher erbaut. Eine Gedenktafel erinnert an Adda Ravnkilde, eine der ersten Schriftstellerinnen der Frauenbewegung, die sich mit 21 Jahren unglücklich verliebt das Leben nahm. Ihr tragisches Schicksal inspirierte Henrik lbsen zu seinem Schauspiel‑Stück "Die Frau am Meer".

Die Entdeckung einer eisenhaltigen Heilquelle Ende des vorigen Jahrhunderts im Wald von Sæbygård bescherte der kleinen Stadt die ersten Sommergäste. Die Stadtväter träumten sogar davon, aus der Stadt eine Kurstadt, ja sogar ein zweites Wiesbaden zu machen. Das Vorhaben scheiterte. Dafür ist der Ort bei Touristen heute zu Recht beliebt. Zu dieser Beliebtheit trägt sicherlich auch der schöne, weiße Strand und die einen Kilometer lange Strandpromenade bei. Musik und Tänze stehen jedes Jahr Anfang Juli im Mittelpunkt der Freilichtspiele im Sæbygård‑Wald.

in den Sommermonaten gibt es vielerorts in der Stadt, u.a. am Markt Livemusik, mit Jazz und anderer gute Musik zu hören. Sæby Miniby heißt ein Projekt, das im Maßsstab 1:10 den Nachbau des Ortskerns von Sæby um 1900 zum Ziel hat und kontinuierlich wächst.

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