Hafenplan – S28/1 – Odden Havn

Hafenübersicht

Kurzbeschreibung

Zeitweise recht lebhafter Fischerhafen mit guten Liegemöglichkeiten für Sportboote am Nordufer der Halbinsel Sjællands-Odde.

NV. Hafenlotse

Hafenplan

Liegeplätze

Gäste finden ausreichende Liegemöglichkeiten an den Stegen im Vorhafen oder an der Innenseite der Außenmole bei 2-3,5 m Wassertiefe. Bei auflandigem Sturm liegt man allerdings im Vorhafen sehr unruhig. Der westliche Teil des Innenhafens ist den Fischern vorbehalten. Hier dürfen Yachten nur zum Bunkern von Brennstoff liegen.

Navigation

Die Ansteuerung des Hafens ist Tag und Nacht unproblematisch. Sie erfolgt im weißen Sektor des Molenfeuers (Oc.WRG.5s).

Versorgung

In Hafennähe findet man gute Versorgungsmöglichkeiten, darunter Fischgeschäfte sowie eine Räucherei auf der Steilküste. Der Hafen bietet außerdem Brennstoffversorgung und Werftservice. Sjællands Rev: Dieses für die Sportschifffahrt sehr gefährliche Riff erstreckt sich von der Halbinsel Sjællands-Odde ca. 5 sm ins Kattegat. Geteilt wird das Riff durch eine mit Leuchttonnen bezeichnete Passage, das Snekkeløb. Die Durchfahrt sollten Ortsunkundige nur mit Vorsicht und bei ruhigem Wetter befahren.

Service

Toilette X
Dusche X
Wasser X
Müllannahme X
Elektroanschluss X
Brennstoff X
Lebensmittel X
Kran
Werft X
Fäkalienentsorgung
Rampe / Slip X
Fähre / Bus / Bahn X
Fahrradverleih X
Internetzugang X

Kontakt

Telefon: +45 / 59 32 63 23

NV. Landgangslotse

Sehenswertes

Dieser Hafen gehört auf der Rund-Seeland‑Tour zum Pflichtprogramm, weil er einerseits einzige Station zwischen dem Isefjord, Sejerø und der Ebeltoft‑Bucht und anderseits ein sehr zu empfehlendes Reiseziel ist. Gute Noten verdient er nicht nur wegen des reizvollen Nebeneinanders von Fischern und Sportschiffern, sondern auch wegen seiner schönen Lage zu Füßen eines steilen, baumbestandenen Hanges und seinen guten Einrichtungen. Hinzu kommt die ansprechende Landschaft der nur knapp zwei Kilometer breiten aber 15 Kilometer langen Halbinsel.

Aber zunächst zum Hafen, dessen Innenbecken die Fischer gegen die Sportschiffer eisern als ihr Revier verteidigen. Allenfalls an der Westseite der Innenmole werden die "Eindringlinge" geduldet, wenn der Hafen voll ist – was öfter vorkommt. Daß die Fischer auf ihr Heimrecht pochen kommt den Seglern doppelt zugute: erstens in Form der urigen Atmosphäre einer noch halbwegs intakten "Fischer-Welt" und zweitens auf dem eigenen Speiseplan, der sich durch Meeresleckereien bereichern läßt. Das Hafenmilieu gewinnt durch die Fischauktionen, die kleine Werft und die Fischgeschäfte mit einem besonders reichhaltigen Angebot. Auch einen kleinen Kaufmannsladen gibt es ein paar Meter weiter.

Das Hafengeschehen ist zwar lebhaft, aber Hektik ist nicht zu spüren. Während die Fischer ihre Netze reparieren, die Fische säubern oder ihre Boote pflegen, schauen ein paar Touristen auf der Terrasse der Pølser‑Bude dem Hafentreiben zu. Gegen Abend geht es dann typisch dänisch zu, wenn sich die Einheimischen zum Klönschnak in der "Bodega" und dem "Cafe Tunen" treffen.

Daß die Sportschiffer inzwischen kein Fremdkörper mehr im einstigen Fischerei‑ und Handelshafen sind, belegt das Sortiment des Schiffsausrüsters, das sich an den Tourenseglern orientiert. Unter denen hat sich herumgesprochen, daß "Den Gyldne Hane" (Der Goldene Hahn) eine kulinarische Adresse erster Güte ist. Kein Wunder, denn was den frischen Fisch betrifft, so muß der Koch nur vor die Tür treten, um auf der anderen Seite der Straße Nachschub zu ordern. Aber an der Frische allein kann's nicht liegen, daß die Gourmets kommen. Der Küchenchef hat auch bei den Zutaten eine glückliche Hand, beispielsweise bei den vorzüglichen Soßen.

Das Brötchenholen verlangt etwas mehr Bewegung ab als der Besuch der nahen Hafenlokale. Die Bäckerei befindet sich am östlichen Dorfende, rund einen Kilometer von den Liegeplätzen entfernt. Und weil's den unausgelasteten Seglerbeinen gut tut, sollte man bei drei Sehenswürdigkeiten vorbeischauen, der Windmühle bei Yderby (drei Kilometer nordwestlich), der Kirche von Odden und der Gedenksäule für die Helden aus der Seeschlacht bei Odden (drei Kilometer südöstlich).

"Sjællands Odde" ist wegen des Seegefechts jedem Schulkind auf Seeland bekannt, weil schon seit ein paar Lehrergenerationen im Geschichtsunterricht die Frage gestellt wird: Welcher berühmte dänische Seeheld starb in der Seeschlacht am 22. März 1808? Peter Willemoes war's, der sich schon im jugendlichen Alter von 17 Jahren 1801 in der Seeschlacht gegen Nelson auf der Reede vor Kopenhagen auszeichnete.

Sieben Jahre nach dieser Schlacht traf während des dänisch‑englischen Krieges das letzte der dänisch-norwegischen Flotte noch verbliebene Linienschiff "Prins Christian Frederik" bei Odden auf eine englische Flottenstreitmacht von zwei Linienschiffen und drei Fregatten. Nach drei Stunden ungleichen Kampfes, mußte der dänische Kapitän Jessen sein zerschossenes Schiff auf Grund setzen und die Flagge streichen. Unter den Gefallenen war der in Assens geborene Peter Willemoes, der sich in seiner letzten Schlacht wiederum durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet hatte und dafür in den dänischen Geschichtsbüchern Unsterblichkeit erlangte.

Zur Erinnerung an die Toten dieses Seegefechts ließ Kapitän L. Fribert zu Anneberggaard kurz nach der Schlacht auf dem Friedhof von Overby ein Denkmal errichten, ein von einer Sandsteinsäule getragener Marmorhelm. Ein patriotisches Gedicht von Grundtvig (siehe auch Lohals, Band 1) wurde in den Sockel gehauen. Übrigens erinnert am Hafen eine Tafel und der Anker des dänischen Linienschiffes an dessen Untergang. Wer für die Grabstätten toter Seehelden nicht viel übrig hat, dem ist die Besichtigung der nahen Kirche zu empfehlen, die im 14. Jahrhundert errichtet und rund 100 Jahre später umgebaut wurde. Schmuckstücke im Innern sind die Altartafel aus der Zeit um 1580 und ein frühgotisches Kruzifix aus dem Jahr 1350 im Turmraum. Das in der Kirche zu sehende Votivschiff ist natürlich die "Prins Christian". Das Rettungsboot des Modells ist angeblich aus Wrackteilen des Originals gefertigt. Auf der Strecke von Overby nach Yderby empfehlen wir, die verkehrsärmere Nebenstraße zu benutzen, die südlich parallel zur Hauptstraße verläuft. Auf dem Rückweg zum Hafen bietet sich die Gelegenheit, an der großen weißen Räucherei vorbeizuschauen, die man schon einlaufend an Steuerbord als gute Landmarke ausgemacht hat. Sie wurde vom namhaften dänischen Architekten Arne Jacobsen gezeichnet.

Bis Mitte der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts war die schmale Halbinsel Sjællands Odde ein abgeschiedenes Stück Land, das nur durch die Kattegatschwimmerinnen der 30er Jahre einmal ins Rampenlicht der Öffentlichkeit gerückt war. Die berühmteste dieser Schwimmerinnen, die das Kattegat von Sjællands Odde nach Djursland durchschwammen, war Jenny Kammergaarde. Zur Erinnerung an die Leistungen dieser Sportlerinnen stehen an der äußersten Westspitze der Halbinsel drei große Steine. Erst mit der Eröffnung der Mols‑Linie in den 60ern kamen die Touristen. Heute fahren täglich Tausende von Reisenden zur Fährstation an der Südwestküste des Landstreifens. Odden Havn lassen sie dabei – Gott sei dank – rechts liegen.

Sehenswerte Bilder

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Ergänzung / Berichtigung

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