Hafenplan – S26/8 – Helsingør

Hafenübersicht

Kurzbeschreibung

Große, moderne Yachthafenanlage unmittelbar nördlich des Zentrums der traditionsreichen Stadt Helsingør.

NV. Hafenlotse

Hafenplan

Liegeplätze

Wenn nicht gerade die Mammutregatta "Rund Seeland" (mit oft über 1.000 Schiffen) stattfindet, gibt es hier auf jeden Fall genügend Gastplätze. Man legt das Schiff in eine freie Box (Breite häufig nur 2,5m), muß sich allerdings beim Hafenmeister melden. Die Wassertiefe beträgt 2 – 3 m. An der Ausrüstungspier (Kran, Bunkerstelle) darf nur kurzzeitig angelegt werden.

Navigation

Die Ansteuerung des befeuerten Hafens (Fl.R und Fl.G) ist Tag und Nacht unproblematisch. Von Norden kommend hält man sich in dem nördlichen, grünen Sektor des Kronborg-Feuers (Oc(2)WRG.6s) bis man mit westlichem Kurs in den Hafen einlaufen kann. Das Verkehrstrennungsgebiet im nördlichen Teil des Sunds, das sehr intensiv von der Großschifffahrt genutzt wird, sollte von Sportbooten unbedingt gemieden werden. Unter Land kann zeitweise ein recht kräftiger Strom (bis zu 3 sm/h) laufen.

Achtung: Die zwischen Helsingør und Helsingborg verkehrenden Fähren nehmen keinerlei Rücksicht auf die Sportschifffahrt. In der Hafeneinfahrt haben einlaufende Schiffe Wegerecht vor den auslaufenden. Die maximal erlaubte Geschwindigkeit beträgt 2 kn.

Der Handels- und Fährhafen von Helsingör ist für die Sportschifffahrt grundsätzlich gesperrt. Große Yachten (über 10m Länge) finden im modernisierten und neu gestalteten Kulturhafen im Norden des Hafenbeckens Liegemöglichkeiten. Über UKW Kanal 16 oder Telefon (45) 2531 1080 muss mit dem Hafenamt Verbindung aufgenommen werden. Das Einlaufen ist nur mit Genehmigung des Hafenamtes und dann innerhalb des Zeitraumes Viertel vor bis Viertel nach zu jeder vollen Stunde erlaubt.

Versorgung

Dieser moderne Yachthafen, der zu den größten Dänemarks zählt, bietet allen erdenklichen Service (incl. Zollstelle, Brennstoff, Werftservice und Segelmacherei). Versorgungsmöglichkeiten findet man direkt am Yachthafen oder im nahegelegenen Zentrum von Helsingør.

 ÅLSGÅRDE: Der Jollen- und Kleinbootanleger ca. 3 sm nordwestlich von Helsingør ist für Yachten zum Anlegen nicht geeignet.

Service

Toilette X
Dusche X
Wasser X
Müllannahme X
Elektroanschluss X
Brennstoff X
Lebensmittel X
Kran X
Werft X
Fäkalienentsorgung X
Rampe / Slip X
Fähre / Bus / Bahn X
Fahrradverleih
Internetzugang X

Kontakt

Telefon: +45 / 49 28 10 80

NV. Landgangslotse

Sehenswertes

Als Startpunkt der weltgrößten Regatta, ist Helsingør vor allem den Seglern bekannt. Auf bis zu 2.000 Booten kämpfen 10.000 Segler während der etwa dreitägigen "Seeland-Rund-Wettfahrt“ darum, als erste wieder in Helsingør einzutreffen. Einen Tag vor Regattastart Mitte Juni herrscht absoluter Platzmangel im 900 Liegeplätze umfassenden Nordhafen, obwohl dieser zu den größten des Landes zählt. Daher sollte Helsingör während der Mammutregatta gemieden werden. Der Hafen ist jedoch wegen einer Reihe von Sehenswürdigkeiten auf jeden Fall eine Reise wert – allen voran das wohl schönste Renaissanceschloss des Nordens, die unübersehbare Kronsburg unmittelbar südlich des Yachthafens.

Vorläufer des mächtigen Bauwerks am Øresund war eine von Erich von Pommern um 1420 erbaute Burg, die infolge der schnellen Entwicklung der Feuerwaffen bald veraltete. Dem sächsischen Baumeister Hans von Dieskau wurde 1558 die Aufgabe übertragen, Bastionen um die Burg herum anzulegen. Und König Friedrich II. beauftragte 1574 Hans van Paeschen und 1578 Antonius van Opbergen, die Anlage in niederländischem Renaissancestil umzubauen. Nur für wenige Jahre war das Schloss eines der vorzüglichsten Bauwerke des 16. Jahrhunderts, bevor 1629 ein gewaltiges Feuer die Kronsburg weitgehend zerstörte. Zwar ließ Christian IV. das Schloss unverzüglich wieder aufbauen, aber es diente lange Jahre als Kaserne und war daher schon bald wieder überholungsbedürftig. 1924 wurde es grundlegend renoviert.

Direkt neben dem Schloss ist das neue, überaus beeindruckende dänische Seefahrtmuseum untergebracht. Es dokumentiert die Geschichte des Schiffbaus und des Seehandels. Außerdem wird erklärt, woher Friedrich II. die immensen Mittel nahm, um das Bauwerk zu finanzieren: vom Sundzoll. Jedes Schiff, das den Sund passierte, musste die Flagge streichen und in Helsingør einklarieren. Schon Erich von Pommern hatte diese Abgaben eingeführt, die über 400 Jahre lang ein Ärgernis bei den Reedern und Kapitänen anderer seefahrender Nationen blieben. Kanonen auf beiden Seiten des Sunds ließen den Seeleuten jedoch keine andere Wahl, als zu bezahlen.

Politischer Druck der europäischen Staaten erzwang 1857 die Aufgabe des Sundzolls. Mit militärischem Druck hatten sich die Schweden schon 1658 der Zollabgaben entledigt. Im Frieden von Roskilde fiel die dänische Provinz Schonen an die Schweden, wodurch Helsingør mit einem Mal zur Grenzstadt wurde. Schweden war jetzt selbst Sundanlieger.

Zu den beeindruckendsten Räumen des Schlosses zählt der 63 Meter lange Rittersaal. Unter den Wällen in den Kasematten wartet der Wikingerhäuptling Holger Danske, eine Statue von mächtiger, dunkler Gestalt darauf, die Dänen zu retten. Er wird jedoch der Sage nach erst bei allergrößter Gefahr für das Land aufwachen. Auf den begehbaren Bastionen vor dem Schloss lässt Shakespeare in seinem Drama "Hamlet" den Geist des Dänenkönigs an den Wachen vorbeischreiten.

Sehenswert ist unter anderem die Einrichtung in der Königskammer und das Renaissanceinventar in der Schlosskirche. Unter den inneren Wällen befinden sich noch die ursprünglichen Mannschaftskasematten. Ein Spaziergang auf und unter den Bastionen ist besonders in der Abendsonne zu empfehlen, wenn vereinzelte Sonnenstrahlen die Gänge unter den Anlagen an einigen Stellen in gelbes Licht tauchen.

Helsingør hat weit mehr zu bieten als das Schloss. So sollte man nicht wieder auslaufen, ohne am Axeltorv gewesen zu sein (ein Kilometer südwestlich des Nordhafens). Der große Marktplatz erfüllt tatsächlich noch die althergebrachte Funktion eines Treffpunktes von jung und alt.

Südländisches Flaire kommt auf, wenn an schönen Sommertagen mitten in der 45.000 Einwohner zählenden Stadt die Menschen den Platz geniesen. Mittwochs und sonnabends wird außerdem Markt gehalten und freitags in den Sommermonaten ein großer Flohmarkt veranstaltet.

Der gut erhaltene mittelalterliche Stadtkern von Helsingør, das Stadtmuseum im Karmeliterhaus, das Rathaus sowie die St. Olai- und die Marienkirche zählen zu den Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Marktplatzes. Glasmosaiken im Saal des Rathauses zeigen Motive aus der Stadtgeschichte, an der Königin Margarethe I. einen entscheidenden Anteil hatte, indem sie die drei nordischen Reiche in der Kalmar-Union vereinigte. Der Stadt kam die zentrale Lage in diesem Verbund zugute. Außerdem holte die Königin als Thronfolger ihren Großneffen Erich von Pommern (1412-1439) ins Land, dessen Zoll-Politik der Stadt eine gewaltige wirtschaftliche Entwicklung brachte.

Das täglich geöffnete Stadtmuseum in den alten Klostergebäuden (600 Meter südlich des Nordhafens) wartet mit einer umfangreichen Sammlung historischer Handwerksgeräte auf, und die St. Marienkirche besticht durch ihre üppige Einrichtung mit einer prachtvollen Orgel, auf welcher der weltberühmte Barockkomponist Dietrich Buxtehude in der Zeit von 1660 bis 1668 gespielt hat. Das Haus des Musikers ist in der St. Annagade 6 zu besichtigen. Ebenfalls in der Annagade (21) befindet sich ein sehenswertes Clublokal mit schönem Hofinterieur für wandernde Handwerksgesellen.

Vor allem in der Strand- und Stengade (Fußgängerzone östlich des Marktes) ist eine Reihe schöner, alter Häuser zu sehen. Die Apotheke in der Strandgade 77 stammt aus dem Jahr 1577, der Richterhof in der Strandgade 74 aus der Zeit um 1530.

Als Museum ist das 700 Meter westlich des Nordhafens stehende Schloß Marienlyst eingerichtet. Es wurde ursprünglich als königliches Gartenhaus im Jahr 1587 erbaut. Zu den Ausstellungsthemen zählt der Sundzoll. Außerdem dienen die Räume des Schlosses wechselnden Kunstausstellungen. Im Park von Marienlyst ist das "Hamlet Gedächtnisgrab" zu sehen, ein von Bildhauer Utzon Frank 1926 geschaffener Granitsarkophag. Ein Muss ist das seit 2013 eröffnete Seefahrtsmuseum im Ny Kronborgvej 1 unmittelbar neben der Kulturværftet. Eingerichtet in einem alten Trockendock, führt eine Rampe zu den unterirdischen Museumsräumen, wo dänische Seefahrtgeschichte erlebt werden kann.

Einen Kilometer südwestlich von Schloß Marienlyst sind im Technischen Museum Verkehrsmittel vergangener Tage ausgestellt, darunter Ellehammers Flugzeug aus dem Jahr 1906 und das dänische Auto "Hammelvognen" von 1886. Alte Eisenbahnen, Straßenbahnen und Busse sind neben allerlei technischem Gerät aus den Kindertagen von Naturwissenschaft und Industrie zu besichtigen.

Rege Betriebsamkeit herrscht im Fähr- und Handelshafen. Auf dem Kronborgvej südlich des Schlosses und auf dem Færgevej stauen sich in der Hochsaison die Autos der Passagiere, die zur schwedischen Seite des Øresunds übersetzen wollen (25 Minuten Fahrzeit). Am Nordhafen merkt man von alledem nicht viel, obwohl es die Größe des Hafens mit sich bringt, dass von einem ruhigen Yachthafen nicht gesprochen werden kann.

Der Jollen- und Kleinbootanleger Åalsgårde, drei Seemeilen nordwestlich von Helsingør ist für Kielyachten nicht geeignet. Herausragende Sehenswürdigkeit ist hier die Hammermølle, eine alte Wassermühle zwei Kilometer südwestlich des Anlegers.

Sehenswerte Bilder

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Ergänzung / Berichtigung

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