Hafenplan – S12/12 – Rudkøbing

Hafenübersicht

Kurzbeschreibung

Die einzige Stadt auf der Insel Langeland mit einem Handels-, Fischerei- und einem Yachthafen unmittelbar südlich der großen Verbindungsbrücke nach Tåsinge.

NV. Hafenlotse

Hafenplan

Liegeplätze

Gäste finden Liegeplätze im Yachthafen auf 2 - 2,5m Wassertiefe. Große Yachten liegen längseits an der nordwestlichen Mole oder im südlichen Becken des Handelshafens. Der Fischereihafen eignet sich nicht für Gastlieger und der Fährhafen ist für die Sportschifffahrt gesperrt.

Navigation

Die Ansteuerung ist Tag und Nacht möglich und erfolgt über das sehr gut betonnte und befeuerte "Rudkøbing Løb"-Fahrwasser. Beachten sollte man allerdings den Strom, der zeitweise sehr stark quer zur Einfahrt setzt (weitere Strominformationen: siehe NV. Sportschifffahrtskarte S 12B).

Versorgung

Die nette, alte Stadt bietet sehr gute Versorgungmöglichkeiten. Fähre nach Strynø.

Service

Toilette X
Dusche X
Wasser X
Müllannahme X
Elektroanschluss X
Brennstoff X
Lebensmittel X
Kran X
Werft X
Fäkalienentsorgung
Rampe / Slip X
Fähre / Bus / Bahn X
Fahrradverleih X
Internetzugang X

Kontakt

Telefon: +45 / 63 51 62 70

NV. Landgangslotse

Sehenswertes

Die Hauptstadt der Insel ist zugleich die einzige Stadt von Langeland. Rudkøbing feierte 1987 das 700jährige Jubiläum der Verleihung seiner Stadtrechte als Marktort. Die Stadt und die Marktrechte sind zwar älter als 700 Jahre, aber im Jahre 1287 wurden nachweisbar ihre Privilegien als Marktort bestätigt. Jedoch "schmeckte" das Handelsmonopol vor 700 Jahren vielen Bauern und Händlern der Insel überhaupt nicht, weil ihre Geschäfte auch ohne das privilegierte Rudkøbing liefen. Sie sahen es nicht ein, ihre Waren in Rudkøbing zu verkaufen und verschiffen zu müssen. Warum sich den Gefahren der mittelalterlichen Stadt ‑ teures Leben, Pest, Cholera, Hungersnöte, Feuersbrünste ‑ aussetzen, wenn es keinen handfesten Grund dafür gab? Es waren ja genügend andere Häfen vorhanden, über die man seine Waren exportieren konnte: zum Beispiel Bagenkop und Lohals. Dass es bei Strafe verboten wurde, die Geschäfte an Rudkøbing vorbeilaufen zu lassen, störte die Landbevölkerung wenig, zumal das Verschiffen im Monopolhafen teurer war als in den Piratenhäfen.

Das von oben verordnete Monopol hat im 13. Jahrhundert wahrscheinlich bei den Streitigkeiten zwischen den Anhängern des Königshauses und dem nordschleswigschen Herzogsgeschlecht auch eine maßgebende Rolle gespielt. 1280 kam es zum offenen Krieg zwischen König Erik Klipping und seinem Halbvetter, Herzog Valdemar IV. von Nordschleswig. Der Herzog wurde schließlich auf Schloss Søborg eingekerkert und erst wieder freigelassen, nachdem er Lehnstreue geschworen hatte. Allzu ernst hat er es mit dem Schwur wohl nicht gemeint, denn am 22. November 1286 wurde der König von maskierten Männern in der Dorfscheuer von Finderup ermordet. Zwar wurden Reichsmarschall Stig und eine Reihe weiterer hochstehender Adliger des Mordes schuldig gesprochen und geächtet, aber der Hauptverdächtige Waldemar saß unter den Richtern. Von der Königswitwe war ihm nämlich das Amt des Reichsverwesers angeboten worden. Als solcher war es natürlich seine "vornehmste"" Aufgabe, die Mörder aufzuspüren. Als Folge des adeligen Kuhhandels, der offenbar hinter den Kulissen ablief, gelang es der Witwe, den minderjährigen Sohn Erik zum König ausrufen zu lassen, und dem Reichsverweser Waldemar, die Privilegien Rudkøbings zu untermauern. Am 29. September 1287 wurden im Rittersaal auf Schloss Tranekær die Stadtrechte Rudkøbings bestätigt.

Geschlossenheit bewiesen die Langeländer gegen die Schweden, die im Krieg 1658/59 dreimal vergeblich versuchten, die Insel einzunehmen. Allerdings bekamen die Inselbewohner die ganze Wut der Angreifer zu spüren, nachdem der vierte Versuch geglückt war. Halb Rudkøkbing wurde dabei zerstört. Der Stadt hatte bereits 40 Jahre zuvor ein Feuer so stark zugesetzt, dass sie durch die neuerlichen Zerstörungen nachhaltig verarmte. So kann sie auch heute nicht mit Schlössern oder anderen prunkvollen Bauwerken aufwarten. Erst mit dem Bau des Hafens im 19. Jahrhundert ging es wieder aufwärts.

Auch wenn es an Pracht und Prunk fehlt, so verfügt Rudkøbing doch über einen sehenswerten Stadtkern mit alten Fachwerk‑ und Kaufmannshäusern. Zu der verträumten Altstadt zählt die alte Apotheke in der Bogade 15 zwischen dem Markt und dem Hafen. Hier findet man Apothekerinventar aus drei Jahrhunderten, das samt und sonders an Ort und Stelle benutzt worden ist. Der Inhalt, der sich früher in den Schubladen befand, ist heute freilich weniger gefragt: Drachenblut, Krebsaugen, gestoßene Mumie oder lebende Blutegel. In dem unter Denkmalschutz stehenden Garten bei der Apotheke wurden jahrhundertelang Heilkräuter gezogen.

Das kulturhistorische Langeland-Museum im Jens Wintersvej 12 widmet sich der Geschichte der Inseln Langeland und Strynø. Die Ausstellung umfasst eine umfangreiche vorgeschichtliche Sammlung, die auch das Ergebnis von Ausgrabungen auf Langeland ist. Was Altertumsfunde betrifft, gilt die­ses Museum als eines der besten in Dänemark. Aus der Zeit nach 1600 sind geschmackvolle Möbelstücke von zahlreichen Herrenhöfen der In­sel zu besichtigen. Aus Wikingergrä­bern stammen prächtige, mit Silber besetzte Waffen und Reitausrüstun­gen.

Für die Sportschiffer ist natürlich das einladende Gebäude in der Østergade 25 von besonderem Interesse, denn hier befindet sich eine kleine Fischerei‑ und Seefahrtsausstellung. Neben alten Fanggeräten und Jollen der Fischer verdient das Bildmaterial besondere Aufmerksamkeit. Es umfaßt eine große Anzahl alter Schiffsfotografien und dokumentiert so die frühen Arbeitsbedingungen. In ausführlichen Berichten werden der Alltag der Seeleute, ihre Freizeitbeschäftigungen und ihre Kost beschrieben. Ebenfalls in der Østergade 25 zeigt eine Ausstellung des Langeland‑Museums, wie die Menschen früher wohnten. Beispielsweise ist ein Wohnzimmer im Stil des 17.Jahrhunderts zu sehen.

Mitten im Ort zwischen der Smedegade im Norden und der Brogade im Süden liegt die Kirche von Rudkøbing, die aus einem spätromanischen Langhaus mit gotischer Sakristei und spätgotischem Kreuzarm besteht. Reste einer Mauer aus unbehauenen Findlingen kann man im westlichen Teil des Landhauses sehen, wahrscheinlich die Überreste der ersten Kirche, die vermutlich um 1100 erbaut wurde.

Der Bau der katholischen Kirche, 1925 in einem umgebauten Bürgerhaus eingerichtet, ist auf polnische Fremdarbeiter zurückzuführen, die Anfang des Jahrhunderts nach Langeland kamen, um im Rübenanbau zu arbeiten. Die sehenswerten Fenster der Kapelle sind als Glasmosaik mit Motiven aus der Geschichte Christi gestaltet.

Die große Stadtmühle von Rudkøbing, 1820 gebaut, gehört einer Stiftung, die zu ihrer Erhaltung ins Leben gerufen wurde. Vom Mühlenhügel aus lässt sich die umliegende Landschaft überblicken.

Tullebølle liegt zwischen Rudkøbing und Tranekær und ist das einzige dänische Dorf mit zwei gut erhaltenen alten Windmühlen ‑ die Mühle von Bjerreby und die Bagenbjerg Mühle, die noch bis 1981 in Betrieb war. Mit elf erhaltenen Mühlen ist Langeland auch heute noch ein kleines Mühlenparadies. Wer mehr über die Mühlengeschichte wissen möchte, besichtigt am besten das Mühlenmuseum in der Schloßmühle von Tranekær (siehe Dageløkke). Der Ort Tullebølle hat eine sehenswerte Kirche und den Tullebölle Kro, einen alten Postkutschenkrug, aufzuweisen.

Naturfreunden ist die Wanderung oder Fahrt zum Lindelse Nor südlich von Rudkøbing zu empfehlen. Ein Wanderweg führt von Lindelse aus über Bodden, Bogøvej, Langøvej und Kædabyvej.

Von Rudkøbing aus fährt eine Fähre nach Strynø.

Sehenswerte Bilder

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