Hafenplan – S11/10 – Nakskov

Kurzbeschreibung

Handelshafen am östlichen Ende des Nakskov Fjords.

NV. Hafenlotse

Hafenplan

Liegeplätze

Gäste finden zentrale Liegeplätze im Handelshafen, südöstlich des Hafenamtes auf 4,5m, der von der Berufsschifffahrt kaum benutzt wird. Die priv. Stege im Vorhafen sind mit einheimischen Booten belegt.

Navigation

Die Ansteuerung erfolgt über das sehr enge, betonnte und befeuerte Fahrwasser des Nakskov Fjords. Nachts benötigt man aufgrund der vielen unbefeuerten Tonnen einen Suchscheinwerfer.

Versorgung

Im Ort am Hafen sind gute Versorgungsmöglichkeiten, auch eine kleine Bootswerft und Brennstoff. Moderne Sanitäranlagen.

Service

Toilette X
Dusche X
Wasser X
Müllannahme X
Elektroanschluss X
Brennstoff X
Lebensmittel X
Kran X
Werft X
Fäkalienentsorgung
Rampe / Slip X
Fähre / Bus / Bahn X
Fahrradverleih X
Internetzugang X

Kontakt

Telefon: +45 / 54 97 03 32

NV. Landgangslotse

Sehenswertes

Es gibt nur wenige dänische Städte, die im Laufe der Jahrhunderte so schwer von Feuersbrünsten und Kriegen in Mitleidenschaft gezogen wurden wie Nakskov. Nahezu die ganze Stadt wurde im Jahr 1420 ein Raub der Flammen. Nur 90 Jahre später, die Stadt hatte sich gerade erst von dieser Katastrophe erholt, steckten die Lübecker den Hafenort in Brand. Dabei glaubten die Bürger vor den Übergriffen der Hanse sicher zu sein, weil König Hans auf der vorgelagerten Insel Slotø die Engelsburg sowie eine befestigte Werft für Kriegsschiffe zum Schutz der Stadt erbauen ließ. Doch nach der Erzählung geschah etwas, womit niemand gerechnet hatte: Die Flotte der Hanse näherte sich der Festung in einer bis dahin unbekannten Fahrrinne von Süden her. Die schweren Kanonen der Engelsburg aber zeigten nach Norden, dorthin, wo der Feind eigentlich erwartet wurde. In aller Ruhe nahm die Flotte erst einmal die Burg unter Beschuss (die Ruine der Engelsburg ist heute noch zu sehen) und fuhr sodann unbehelligt zum Plündern nach Nakskov. Paradoxerweise war es aber gerade auch die seeräuberische Hanse, die der Stadt zuvor ihren Wohlstand beschert hatte. Die Norddeutschen versorgten sich hier günstig mit Landwirtschaftsprodukten und kauften die Heringsfänge auf (siehe auch Albuen). Mit Argwohn betrachtete die Hanse Versuche dänischer Schiffsleute, auf eigene Faust ihre Waren auf den deutschen Märkten abzusetzen. Sie sahen ihre Machtposition gefährdet: Seeräuberei und Brandschatzungen der Lübecker waren die Folge. Von diesen Überfällen erholte sich Nakskov nur langsam, zumal ein erneuter Brand der Stadt im Jahre 1528 schweren Schaden zufügte.

Obwohl der beliebte Handelsort nach den Überfällen der Hanse zu einer der stärksten Festungen Dänemarks ausgebaut wurde, ergab man sich 1658 den über das Eis gekommenen Schweden kampflos. Als die Schweden im Jahr darauf wiederkamen, glaubte man sich besser gewappnet und riskierte den Kampf. Die siegreichen Schweden plünderten die Stadt nach mehrmonatiger Belagerung völlig aus und zerstörten sie teilweise.

Mit 17.000 Einwohnern ist Nakskov heute die größte Stadt auf Lolland. Bedenkt man, dass sie mehrmals dem Erdboden gleichgemacht wurde, hat ihr alter Kern noch erstaunlich viel Atmosphäre zu bieten. Allerdings gilt das wirklich nur für die Altstadt und ihre Randbezirke, denn im übrigen prägt Industrie das Bild. Eine der größten Zuckerfabriken Nordeuropas ist an den riesigen weißen Silos im Osten der Stadt zu erkennen. Das Gebiet um den Hafen wird zum großen Teil von Werften, Verladekränen, Fabrikhallen und Trockendockanlagen bestimmt. Dennoch liegt man mittendrin, am langen nördlichen Kai wegen der unmittelbaren Nähe zur Innenstadt nicht schlecht.

Der fast halbkreisförmige Verlauf der Straßen des Zentrums verrät die Lage des schon längst verschwundenen Wallsystems. Auf seinem Rundgang durch die Stadt sollte man den Marktplatz (Axeltorv) aufsuchen. Vom Hafen aus kommt man durch die Farveren Stræde oder die Badstuenstræde dorthin. Wegweiser ist die alles überragende Kirche, die auch auf dem Weg durch die engen Gassen und hübschen Hinterhof Passagen als Orientierungspunkt dient.

Der Markt wird von Gebäuden gesäumt, von denen jedes älter als 100 Jahre ist. Dazu zählt auch das 1875 zuletzt umgebaute Rathaus, ein Blickfang am Axeltorv. Mitten auf dem Marktplatz steht die Reiterstatue von König Christian X. Gemütliche Kneipenatmosphäre kann man im Vinkælderen am Markt, einem seit 100 Jahren existierenden Wirtshaus, erleben. Bei Sonnenschein ist der Garten des Restaurants im Innenhof ein besonders schnuckeliges Plätzchen.

Die den Heiligen der Seefahrer geweihte St. Nicolaikirche stammt aus dem 13. Jahrhundert, wurde aber 1653 zuletzt umgebaut. Sehenswert sind in ihrem Inneren die 1656 von Anders Mortensen hergestellte Altartafel, die 1630 von Jörgen Ringius gefertigte Kanzel und das von Lorentz Frölich 1857 gezeichnete Taufbecken. Lorentz Frölich bebilderte übrigens mehrere von Hans Christian Andersens Abenteuern. Wer für die außergewöhnliche Geldkiste des Gotteshauses verantwortlich war, durfte den Schlüsselbund nicht verlieren, denn dann waren gleich fünf Schlösser der 1573 gefertigten Kiste zu überwinden. Die im Chorgewölbe zu sehende Kanonenkugel, schlug im Jahr 1659 während eines Gottesdienstes in das Gewölbe ein. Das Geschoss hatten die schwedischen Belagerer abgefeuert. Dass dabei niemand zu Schaden kam, wurde als ein Zeichen höheren Ortes gewertet.

Ihre barocke Fassade erhielt die Löwenapotheke am Axeltorv im Jahr 1777. Sie ist das älteste Geschäft der Stadt. 1645 wurden hier schon Blutegel und Heilkräuter verkauft.

Vom Markt bis fast zum Hafen ersteckt sich Theisens Gård, das Packhaus eines der ältesten Kaufmannshöfe Nakskovs. Überhaupt sind die alten Lagerhäuser die eigentlichen Schmuckstücke der Stadt. Vielfach wurden die lang gestreckten Fachwerkgebäude zu Wohnzwecken umgebaut oder gemütliche Kneipen darin eingerichtet.

Zu den bekannten Speichern zählt das sorgfältig restaurierte Dronningens pakhus aus dem Jahr 1589. Der Fachwerkbau in der Dronningenstræde hat der Witwenkönigin Sophie zur Verschiffung von Getreide gedient. Sie hatte als Witwe Frederik II. die königlichen Besitzungen auf Lolland und Falster erhalten, damit ihre Rente gesichert war. Der königliche Speicher ist zugleich Nakskovs ältestes weltliches Gebäude. Es erinnnert an eine Zeit als Nakskov zu den bedeutendsten Städten im Königreich heranwuchs. An der Einwohnerzahl gemessen war sie die siebtgrößte Stadt in Dänemark, bis die Schweden die Blütezeit beendeten. Der Handel lebte erst nach 1667 nochmal auf, nachdem Nakskov zum Stapelort für ganz Lolland erklärt worden war. Aber diese Stellung konnte die Inselmetropole nicht lange halten, weil die Bauern und so mancher Adlige lieber über die billigen "Piratenhäfen" exportierten. Schon 1682 wurde Nakskov der Titel des Monopolhafens wieder aberkannt.

Mit rund 1800 Beschäftigten sind heute die Schiffswerften Nakskovs bedeutendste Arbeitgeber, hohe Arbeitslosenzahlen bei Werftkrisen daher die Folge.

Wer sich den jüdischen Friedhof anschauen möchte, erhält den Schlüssel dafür im Touristenbüro. Er stammt aus der Zeit um 1700, als sich die Juden in Dänemark niederlassen durften. Der Friedhof wird nicht mehr benutzt.

Die Innenförde wird als Staatsschutzgebiet gepriesen. Von Beobachtungsständen am Rande der Spazierwege kann das artenreiche Vogelleben betrachtet werden. "Svingelen" heißt das parkähnliche Waldgebiet der Stadt.

Die alte Schmiede in der Tilegade 21 ist als arbeitendes Museum eingerichtet. Pensionierte Schmiede führen hier vor, welche Arbeiten mit ihrem Handwerksberuf früher verbunden waren, wie beispielsweise Werkzeug hergestellt und verwendet wurde.

Nakskovs Geschichte der Gegenwart lautet das Thema wechselnder Ausstellungen in der Jernbanegade 8. In Bildern und Texten wird das Leben der Fördestadt in der Zeit von 1900 bis 1949 geschildert.

Bis zum Jahre 2011 konnte hier das 76m lange russische U-Boot U359 aus dem Jahre 1953 besichtigt werden. Leider musste es 2011 verschrottet werden. Ein solches Boot der Klasse 'Whiskey-V' war es auch, das 1981 in schwedischen Gewässern auf Grund lief.

Sportschiffer, die für einen Tag die Beine hochlegen und trotzdem mehr über die Förde von Nakskov erfahren wollen, sollten sich an einem Werktag um 9.15 Uhr zum Anleger des Postbootes in der Hafenstraße begeben. Das Boot macht in der Regel auf Slotø, Vejlø, Enehøje und Albuen Station. Statt mit dem Postboot zurückzukehren, kann man auch auf der Landzunge Albuen landeinwärts wandern und anschließend mit dem Bus nach Nakskov zurückfahren. Dieser Ausflug ist besonders denjenigen zu empfehlen, deren Yacht zuviel Tiefgang hat, um Albuen anzusteuern. Bei der Planung des Ausfluges ist mit einzubeziehen, dass die Postboote sonntags nicht fahren.

Wer von Nakskov aus die Inseln des Smålandsfahrwassers aufsuchen will, hat in der Kleinstadt noch einmal Gelegenheit, sich mit Proviant zu versorgen. In der Fußgängerzone finden sich genügend Einkaufsmöglichkeiten.

Als Ausflugsziel in der Umgebung bietet sich das fünf Kilometer östlich gelegene Halstedt-Kloster an. Der alte Klostergarten ist der Öffentlichkeit zugänglich. Der Sølvbjerghøj, rund sieben Kilometer südlich von Nakskov in Munkeby zu finden, war 1882 Schauplatz der letzten öffentlichen Hinrichtung in Dänemark. Anders Sjællænder wurde hier für den Mord an dem Eierhändler Svenkeren mit der Axt hingerichtet.

Sehenswerte Bilder

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Ergänzung / Berichtigung

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Diskussion zu S11/10 - Nakskov