Hafenplan – S10/6 – Korsør

Kurzbeschreibung

Ehemals der größte Fährort Dänemarks, mit einem Handels- und Militärhafen sowie einem Yachthafen.

NV. Hafenlotse

Hafenplan

Liegeplätze

Gastlieger finden auf 2 - 2,4m Wassertiefe Plätze im Yachthafen. Größere Yachten liegen stadtnah, aber ungemütlich am Kai des Handelshafens auf 7m Wassertiefe. Der Marine- und der Fischereihafen sind für die Sportschifffahrt gesperrt.

Navigation

Bei der Ansteuerung hält man gut frei von der Untiefe "Blinde Badstue" südlich der Hafeneinfahrt. Nachts gibt es nur die Schwierigkeit, das Molenfeuer des Yachthafens im Lichtermeer von Korsør herauszufinden. Ist der weiße Sektor des Feuers erst einmal ausgemacht, bildet die Untiefe "Blinde Badstue" keine Gefahr mehr.

Versorgung

Alle Versorgungsmöglichkeiten sind vorhanden (u.a. Diesel und Segelmacherei).

Service

Toilette X
Dusche X
Wasser X
Müllannahme X
Elektroanschluss X
Brennstoff
Lebensmittel
Kran X
Werft
Fäkalienentsorgung
Rampe / Slip
Fähre / Bus / Bahn
Fahrradverleih
Internetzugang

Kontakt

Telefon: +45 / 88 51 96 66

NV. Landgangslotse

Sehenswertes

Besonders einladend sieht die bekannte Fährstadt von der Seeseite nicht aus. Doch die Skyline der Industriestadt vermittelt einen Eindruck, der bei näherer Betrachtung nicht stimmt. Zwar ist Korsør unbestreitbar ein lebhafter, geschäftiger Ort mit den häßlichen Merkmalen der Industrie, aber hinter der Fassade verbirgt sich auch das ganz andere, malerische Korsør mit lauschigen Plätzen in der alten Stadt, wo der bauwütige "Fortschritt"" noch nicht zugeschlagen hat.

Um 1200 entstand der Ort, der aufgrund seiner günstigen Lage so schnell wuchs, daß er 1425 vom dänischen König Erik von Pommern das Stadtrecht erhielt. Dies gab wiederum den Anstoß für den Fährverkehr, der schnell zu einem maßgebenden Wirtschaftsfaktor heran wuchs.

1856 brachte die Eisenbahn der 21000 Einwohner zählenden Stadt einen weiteren wirtschaftlichen Schub.

Schon in alten Urkunden wird der 1761 erbaute Kongegården (Königshof) in der Algade 25 erwähnt Hier weilten die Könige, wenn sie auf gutes Wetter für die Überfahrt über den Belt warten mußten Die Sandsteinfiguren an der Fassade des sehenswerten Gebäudes stellen die vier Jahreszeiten (Frühlingshoffen, Sommerglück, Herbstwehmut und Wintertrotz) und gleichzeitig die Lebensabschnitte Kindheit, Jugend, Reife und Alter dar. In der Algade stehen außerdem mehrere alte Kauf­mannshöfe, so zum Beispiel der Ny­lands Gård (Nr. 14), wo während der großen Choleraepidemie Familien und Waisen untergebracht waren, die Hilfe brauchten. Korsør zählte zu den am härtesten von der Cholera betroffenen Städten in Europa. 13 Prozent der Bevölkerung wurden von der Seuche dahingerafft.

Die Algade war die Straße der feinen Leute, die parallel verlaufende Baggade die Straße des niederen Volkes, wo auch das Vieh durchgetrieben und der Dünger transportiert wurde. Diese Straßenaufteilung nach Ansehen und Geldbeutel ist heute noch in vielen Städten zu erkennen.

Stabelsgård in der Adelsgade 31 ist der älteste Hof der Stadt und das Überbleibsel einer der ehemaligen großen Fachwerkbauernhöfe. Das kleine gemütliche Haus in der Baggade 5 lohnt einen Abstecher in die "Straße des niederen Volkes".

Die Slottengade führte seinerzeit zu dem inzwischen abgerissenen Schloß von Korsør innerhalb der Festung. Drei Jahrhunderte lang erfolgte die Überfahrt nach Fyn von diesem südlichen Stadtteil aus. Daher wohnten hier die Schiffer, Matrosen, Zoll‑ und Postbeamten. Einige der Häuser stammen aus der Zeit um 1700, sie wurden nach Feuersbrünsten immer wieder hergerichtet.

Die Rosengasse war die Straße des Lasters. Deswegen verläuft auch der Rinnstein in der Straßenmitte. Wer nämlich eines der vielen Wirtshäuser so betrunken verließ, daß er sich an den Hauswänden abstützen mußte, war dadurch nicht gezwungen, in der oft vollen Abwasserrinne entlangzutorkeln.

Ein sehenswertes Gebäude ist der al­te Posthof in der Slottengade 1. Seine Fassaden sind seit dem 17. Jahrhundert im großen und ganzen unverändert geblieben. Am Havnepladsen steht die Statue des berühmten Sohnes der Stadt: Jens Baggesen. Der 1764 in Korsør geborene und 1826 gestorbene Dichter hält – als Symbol für seine stiefmütterliche Behandlung in Dänemark – ein Stiefmütterchen in der Hand.

Eine der besonderen Sehenswürdigkeiten der Stadt ist die Festung (Korsør Seebatterie). Ihre Reste stammen aus der Zeit von Waldemar Atterdag, wurden also Ende des 13. Jahrhunderts und Anfang des 14. Jahrhunderts erbaut. Der Turm ist einer von nur zwei erhaltenen Festungstürmen des Schlosses aus dem Mittelalter in Dänemark. Der Keller und das erste Stockwerk des 23 Meter hohen, mit Schießscharten versehenen Burgturmes dienten als Verließ. Von der Festung existieren heute außerdem noch ein großes Magazingebäude sowie die Bastionen und Gräben (1658‑1660). Das neu eröffnete Museum auf der Festung zeigt unter anderem eine große Modellsammlung von Schiffen und Fähren, die in den letzten 175 Jahren auf dem Großen Belt verkehrten. Der komplette Speisesalon eines alten Raddampfers ist außerdem zu besichtigen.

Die St. Povls Kirche am Kirke‑Pladsen wurde 1869 im neuromanischen Stil erbaut. Sehr viel älter ist das Inventar der Kirche. So stammt das gotländische Taufbecken aus dem 13. Jahrhundert. Ein Gemälde des berühmten Renaissancemalers Giovanni Ballisti Moroni (1520‑1578), das den Heiligen Jeronimus in der Wüste darstellt, schmückt das Innere der Kirche.

Beliebt ist der Markt im Zentrum von Korsør. Jeden Sonnabendvormittag bieten die Geschäftsleute ihre Waren auf der Straße feil.

Die Spuren einer kleinen vergessenen Stadt wurden vor wenigen Jahren fünf Kilometer nordöstlich des Ortes, am Korsør Nor, entdeckt: die mittelalterliche Siedlung Tårnborg. Archäologische Ausgrabungen förderten Fachwerkhäuser, gepflasterte Fußwege und Hofplätze mit Brunnen zutage. Inzwischen steht fest, daß die wiedergefundene Siedlung im 13. Jahrhundert zwar noch norwegische Plünderungsversuche überlebte, aber mit dem Aufblühen der neuen Stadt Korsør zunehmend an Attraktivität verlor und die Bewohner abwanderten. Eine große Anzahl gefundener Gegenstände geben Aufschluß über das Leben vor 700 Jahren. Wer die Ausgrabungen montags oder donnerstags besichtigen will, wendet sich am besten an das Touristenbüro in der Nygade 7. Zu der Siedlung Tårnborg zählt die immer noch erhaltene Tårnborg Kirke, die eine der größten romanischen Dorfkirchen in Westseeland ist.

Einen Ausflug lohnt der 130 Hektar große Wald von Korsør, wo mehrere Hünengräber davon zeugen, daß er schon sehr früh besiedelt war.

Besonders ist der Spaziergang zu einem rund vier Kilometer von Korsør mitten im Wald liegenden Hünengrab zu empfehlen (siehe Plan).

Fahrradfahrern sei der Besuch des rund 20 Kilometer entfernten Trelleborg bei Slagelse empfohlen, einer Wikingerburg aus dem 10. Jahrhundert, die bis zu 1000 Krieger fassen konnte. Das für die Wikinger eigentümliche an der kreisrunden, geviertelten Anlage ist ihre Regelmäßigkeit und beinahe mathematische Präzision. Bis zu der Entdeckung von Trelleborg wurde den Wikingern ein eher bescheidenes organisatorisches Talent und technisches Können zugesprochen. Die Genauigkeit der Bauausführung warf ein völlig neues Licht auf die bis dahin als plündernden Seeräuber geltenden Wikinger.

Die Hauptburg ist von einem kreisrunden, etwa 17 Meter dicken und sechs Meter hohen Wall umgeben. Die Gebäude in den Karrees der Hauptburg sind in Größe, Konstruk­tion und Einrichtung völlig gleich und weisen eine eigenartige elliptische Form auf. Die innere Länge der Bauten beträgt genau 29,5 Meter – ein Maß, das 100 römischen Fuß entspricht. Jedes Haus faßte die Besatzung eines Wikingerschiffes.

Die Zahl der Bäume, die für den Bau der Anlage fallen mußten, schätzt man auf 8000!

Sprogø: Die eigentümliche Insel Sprogø auf halber Strecke zwischen Nyborg und Korsør ist das Ziel von Ausflugsfahrten des Verkehrsvereins von Korsør. Ohne eine Sondergenehmigung ist der Landgang auf dem Naturreservat Sprogø verboten. In der besonders abwechslungsreichen Geschichte der Insel ging es nicht immer so beschaulich zu wie heute. Adam von Bremen sagte im Jahr 1070 über das Eiland: "Zwischen Seeland und Fyn liegt eine winzige Insel. Diese heißt Sprogø und ist zum Entsetzen aller Vorbeifahrenden eine Räuberhöhle". Zurückzuführen ist das Zitat auf die seeräuberischen Wenden, die Sprogø bis zum Anfang des 12. Jahrhunderts als Stützpunkt für ihre Beutezüge benutzten.

Waldemar der Große ließ 1157 eine Burg auf der Insel erbauen, deren Ruinen heute noch zu sehen sind. Um diese Zeit hauste der verfehmte Königsmörder Marsk Stig auf der Insel, der von hier aus Korsør brandschatzte. Friedlichere Zeiten bescherten die Holländer dem Eiland. Sprogø wurde Synonym für guten Käse und hervorragende Butter. Über 175 Jahre lang lebten die Holländer bis 1691 auf der 1700 Meter langen und 400 Meter breiten Insel. Ein königlich privilegierter Krug wurde 1571 für gestrandete Gäste auf Sprogø eingerichtet wohl auch deswegen, weil einige der dänischen Könige infolge schlechten Wetters hier einen Zwangsaufenthalt einlegen mußten. Dreimal plünderten die Schweden die Insel, die während der Pest um 1710 als Quarantänestation diente. Aufgrund ihrer strategischen Bedeutung war die Insel immer wieder umkämpft. So brannten die Engländer das Eiland während der Napoleon‑Kriege total nieder. Im Zweiten Weltkrieg stand hier eine deutsche Geschützbatterie. Von 1922 bis 1961 war auf Sprogø ein Frauengefängnis untergebracht. Die Räume des Gefängnisses dienten noch bis 1976 einem Landschulheim.

Die einst idyllische Insel wird heute dominiert von der Querung des Großen Belts. Straße und Eisenbahn, die auf der Insel vom Tunnel auf die Brücke wechselt, laufen über Sprogø. Die vormals einzigartige Flora und Fauna, die geprägt wurde von den im Vergleich zum Festland geringen Niederschlägen, wird hierdurch stark beeinträchtigt.

Sehenswerte Bilder

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