Hafenplan – S40/10 – Greifswald Wieck

Hafenübersicht

Kurzbeschreibung

Kanalartiger Hafen für Fischereifahrzeuge und Sportboote im Südwesten des Greifswalder Boddens gelegen.

NV. Hafenlotse

Hafenplan

Liegeplätze

Das gesamte Nordwestufer kann mit Ausnahme des Kais vor dem Hafenamt von Sportschiffen genutzt werden, Wassertiefe 2,7 - 4m. Es ist zu beachten, dass vor dem Sperrwerk gelegentlich Fahrgast- und Binnenschiffe festmachen. Für alle Liegeplätze der nördlichen Uferseite ist der Hafenmeister zuständig. Am Südufer ist die Zahl der Gastplätze begrenzt, Wassertiefen in den Boxen 1,7 - 2,8m. Der Südkai vor der Brücke ist Fischereifahrzeugen vorbehalten. Hinter der Brücke kann man am Südufer liegen.

Navigation

Die Ansteuerung von Greifswald-Wieck ist Tag und Nacht möglich. Das Fahrwasser ist gut betonnt und befeuert. Ab Tonne G4/L2 steuert man mit 183° im weißen Sektor bis direkt vor die Nordmole und dann in den Hafen hinein. Die Durchfahrtsbreite beim Sperrwerk beträgt 21m, der maximal mögliche Tiefgang 3,4m.

Hinweis: Höchstgeschwindigkeit 4 kn von der Steinbecker Brücke (Innenstadt) bis zu den Molenköpfen (Wieck).

Versorgung

Restaurants und Sanitäranlagen gibt es an beiden Ufern bei den Yachtliegeplätzen. Versorgungsmöglichkeiten sind in Wieck (Nordufer) vorhanden. Ein Besuch der Klosterruine Eldena und der 4,5km westl. gelegenen restaurierten Stadt Greifswald ist zu empfehlen.

Service

Toilette X
Dusche X
Wasser X
Müllannahme X
Elektroanschluss X
Brennstoff
Lebensmittel X
Kran X
Werft
Fäkalienentsorgung X
Rampe / Slip
Fähre / Bus / Bahn X
Fahrradverleih
Internetzugang

Kontakt

Telefon: +49(0)3834 / 84 35 11

NV. Landgangslotse

Sehenswertes

Die nach holländischem Muster gebaute Zugbrücke über das Flüsschen Ryck ist die eine, historische Attraktion des Greifswalder Stadtteils Wieck. Von See kommend kurz davor liegt mit dem Strumflutsperrwerk eine weitere. Das 2016 in Betrieb genommene und etwas futuristisch anmutende Bauwerk dient in Verbindung mit dem Deichausbau dem Küstenschutz.

Die Brücke hingegen verbindet Wieck mit Eldena und steht wie übrigens das gesamte Fischerdorf unter Denkmalschutz. 1887 wurden die Ufer mit der aus dicken Bohlen bestehenden Holzkonstruktion verbunden. Und weil fortan die Fährgebühren gespart wurden und die Baukosten für die Brücke aufgebracht werden mussten, schuf die Gemeinde eine Gebührenordnung für die Benutzung der Brücke und stellte zwei Brückenwärter ein, die bei den Durchreisenden abkassierten.

Das Passieren der Brücke mit einem Fuhrwerk und mehreren Fahrgästen war kein billiges Vergnügen, mussten doch pro Pferd 15 Pfennige berappt werden und für jeden Fahrgast 5 Pfennige. Laut Tarifordnung des Jahres 1939 zahlten Reiter 20 und Fußgänger 5 Pfennige. Mit 25 Pfennigen wurden die Autofahrer zur Kasse gebeten, das heißt, wenn ihr Vehikel nicht mehr als 2,5 Tonnen wog. In dem Fall musste nämlich der Umweg zur nächsten Brücke gewählt werden.

Die Brücke ist 55,10 m lang, ihre Höhe über MW beträgt ungeöffnet 2,50 m und geöffnet 13,30 m. Die Breite ist 7,5 m, die Durchfahrtsbreite 10,70 m.

Autos benötigen eine Sondergenehmigung zur Brückennutzung, das hat den Vorteil, dass kein Durchgangsverkehr durch Wieck rollt. Es ist relativ ruhig im Fischerdorf, das als eines der ältesten zwischen Elbe und Oder gilt. Urkundlich wird es erstmals bereits 1284 erwähnt und weist auch heute noch den Baubestand des 17.,18. und 19. Jahrhunderts auf. Zu den ältesten Haustypen zählt das aus dem niederländischen Raum stammende Längshaus. Erst später kamen die Fischerkaten und Anfang 1800 das massive Kapitänshaus auf. Heute prägen hauptsächlich die so genannten Tweepott-Häuser das Dorfbild, wobei in der Rosenstraße 16 das vermutlich älteste der Wiecker Häuser (17. Jahrhundert) steht. Das Pfarrhaus in der Kirchstraße 29 repräsentiert ein klassisches Bürgerhaus.

Im Hafenamt an der Pier weisen Schiffsbilder auf die maritime Tradition des Fischerdorfes mit seinen schilfrohrgedeckten Häusern hin. Ein paar Sammlerstücke, die von den Greifswalder Seeleuten aus aller Herren Länder mitgebracht wurden, darunter auch Muscheln und Seesterne, geben die einstige Bedeutung des Greifswalder Seehandels nur bescheiden wieder. Die Flutmarke am Kapitänshaus erinnert an die schlimme Sturmflut des Jahres 1872, die auch in Wieck Menschenleben kostete.

Der Hafen war vor allem zur Zeit der hansischen Großkaufleute in Greifswald die Lebensader der Stadt und der Grundstein für die Entstehung einer reichen Kaufmannsschicht. Später war der Fischfang bedeutendste Einnahmequelle, die noch heute eine Rolle spielt. Die Fanggebiete erstrecken sich bis zur Insel Bornholm. Neben Hering, Hecht und Scholle werden Flunder, Zander und Aal gefangen.

Einen Kilometer südöstlich des alten Fischerdorfes lohnt noch eine weitaus ältere Sehenswürdigkeit den Besuch, die Klosterruine Eldena. Von hier ging im 13. Jahrhundert die Entwicklung der Stadt Greifswald aus, nachdem das Kloster (zunächst unter dem Namen Hilda) bereits 1199 gegründet worden war. Ursprünglich in Esrom auf der Insel Seeland beheimatet, hatten die Mönche des Zisterzienserordens zunächst versucht, auf Rügen Fuß zu fassen. Das schlug jedoch aufgrund der anhaltenden Machtkämpfe auf der Insel fehl. Die Mündung des Ryck wurde zum neuen Standort gewählt, wo dem Kloster bereits die nahen Salzquellen gehörten. Überlieferungen belegen, dass jeder Schritt der Kolonisation des Landes bis ins Detail geplant war, vom Bau des Klosters bis hin zur Schaffung des Marktortes. 1204 wurde die Neugründung des Klosters bestätigt und 1207 versah Inselfürst Jaromar I. die Mönche mit Land und Steuerrechten. Deren Verdienst war es nicht nur, dass sie die Ziegelbauweise einführten und ein Wegenetz anlegten, sondern außerdem eine Agrarkultur schufen. Anhand von Mustergütern und -gärten gaben sie landwirtschaftliche Kenntnisse weiter. Das geschah jedoch keineswegs uneigennützig, wie die Bauern bei der Erhebung der kirchlichen Steuern noch erfahren sollten. Die Bedeutung des Klosters lässt sich außerdem an der Architektur der Anlage ablesen, in der sich Herzöge von Pommern bestatten ließen.

Der Grundbesitz des Ordens wuchs hauptsächlich durch Stiftungen und Schenkungen des auf sein Seelenheil bedachten Adels auf 15.000 Hektar an. Mit steigendem Reichtum konnten es sich die Mönche nicht nur leisten "Mönchgut" auf Rügen zu kaufen, sondern auch (nachdem sie 1421 das Marktrecht erworben hatten) "ihre" Stadt Greifswald ins Leben rufen. Es entwickelte sich schnell ein vom Kloster beherrschter Handelsort, der Stralsund und Stettin kaum nachstand.

Nach der Reformation wurde das Kloster aufgelöst und schließlich (1634) der Greifswalder Universität geschenkt. Es verfiel nach der Plünderung durch schwedische Truppen und wurde schließlich von den Schweden zum Steinbruch erklärt.

Von der einst gewaltigen Kirche des Klosters sind Teile des Chores und Querhauses erhalten. Vom Mittelschiff des Langhauses und der Westwand sind ebenfalls Gebäudereste geblieben, teilweise noch mit den hohen Spitzbogenfenstern und den Eingangstoren. Der südöstliche Teil der Anlage ist hervorragender Schauplatz nächtlicher Musikveranstaltungen, vor allem klassischer und jazziger bei Fackelschein gespielter Stücke.

Schon den berühmtesten Sohn der Stadt, den Maler Caspar David Friedrich (siehe Sassnitz), hatte die von einem Park umgebene Ruine in ihren Bann gezogen. Er malte sie gleich mehrfach und machte dadurch wieder auf sie aufmerksam. Die romantische Kunstanschauung zur Zeit Caspar David Friedrichs bewahrte die Ruine vor weiterer Zerstörung. Sie wurde im Jahr 1828 als eines der ersten Gebäude in Deutschland unter Denkmalschutz gestellt. Von Wieck/Eldena führt ein schmaler Weg zur Klosterruine.

Sehenswerte Bilder

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Ergänzung / Berichtigung

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