Hafenplan – S12/4 – Svendborg

Kurzbeschreibung

Handelsstadt am Svendborg Sund mit traditionsreichen Werften und mehreren Liegemöglichkeiten für Yachten.

NV. Hafenlotse

Hafenplan

Liegeplätze

  1. Gäste finden im Handelshafen sehr stadtnahe Plätze an der westlichen und nördlichen Kaianlage gegenüber der weltbekannten Holzschiffswerft "Ring Andersen".  Im Sommer werden hier Schwimmstege ausgebracht (4- 5m). Der Fährhafen südlich des Handelshafens ist für Sportboote gesperrt.
  2. Der südlich des Stadtzentrums gelegene kreisrunde Yachthafen ist hauptsächlich mit einheimischen Yachten belegt und bietet daher kaum noch Platz (Wassertiefe: ca. 2,5m).
  3. Vindeby, am Südufer des Sundes, ist ebenfalls meist belegt und hat höchstens am Brückenkopf noch einige Plätze auf 2 - 2,5m Wassertiefe. Achtung: Zeitweise unangenehmer Schwell durch vorbeifahrende Schiffe!
  4. Die Svendborg Sund Marina, 1sm östl. des Handelshafens, eignet sich kaum für Gastlieger, verfügt aber über Bootsservice (1,5 - 3m Tiefe).

Navigation

Die Ansteuerung des Handelshafens ist Tag und Nacht möglich. Sie erfolgt über den gut betonnten Svendborg Sund. Nachts erfordert die komplizierte Befeuerung aber einiges an Erfahrung.

Strom: Die Strömung im Sund ist unregelmäßig und sehr windabhängig. Bei ruhigem Wetter kentert der Strom jedoch tidenabhängig alle 6 Stunden. Der Unterschied zwischen mittlerem Hoch- und Niedrigwasser beträgt 0,3 - 0,6m. Hierbei treten Strömungen von etwa 2kn auf, die aber bei starken Stürmen auch 4 - 5kn betragen können. (siehe „Oberflächenströmung Kleiner/Großer Belt")

Versorgung

Alle Versorgungsmöglichkeiten, Yachtzubehör, Segelmacherei und Zollstelle. Brennstoff kann man im Yachthafen und Handelshafen sehr bequem bunkern.

Service

Toilette X
Dusche X
Wasser X
Müllannahme X
Elektroanschluss X
Brennstoff X
Lebensmittel X
Kran X
Werft X
Fäkalienentsorgung X
Rampe / Slip X
Fähre / Bus / Bahn X
Fahrradverleih X
Internetzugang X

Kontakt

Telefon: +45 / 62 23 30 80

NV. Landgangslotse

Sehenswertes

Die geschützte Lage im Svendborg Sund förderte die Entwicklung der Stadt. Zahlreiche Handelsschiffe waren hier schon im frühen Mittelalter beheimatet. Für den Aufschwung Svendborgs, das um 1250 Stadtrechte erhielt, sorgte auch der Klerus. Der Bau von Kirchen zog Handwerker und Architekten in die Stadt, deren Entwicklung durch Kriege und Plünderungen immer wieder gebremst wurde. Die Schweden raubten Svendborg mit der Erstürmung im Jahr 1659 für lange Zeit die Lebenskraft und ein Großfeuer nahm den Svendborgern im 18. Jahrhundert wiederum den Wind aus den Segeln.

Erst mit dem Bau des Hafens Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Voraussetzung geschaffen, um an vergangene Tage anzuknüpfen. Aber erneut verhinderte der verlustreiche Krieg gegen England bessere Zeiten. Darauf folgte der dänische Staatsbankrott 1813. Als Folge des Verlustes von Norwegen waren Agrarprodukte schwer abzusetzen. Handel und Seefahrt gelangten auf einen Tiefpunkt. 1818 waren nur noch 39 Handelsschiffe in der Seefahrtsstadt beheimatet, nachdem es 1807 bereits einmal 77 Schiffe gewesen waren. Nur die Werften profitierten von den Kriegsverlusten. Kanonenboote, Kaperschaluppen und Kanonenjollen wurden in Svendborg unter anderem gebaut. Der Krieg gegen England hinterließ auch auf andere Weise seine Spuren in Svendborg: Seeräuberei wurde 1807 legalisiert, sofern es Schiffe des Feindes waren, die gekapert wurden. Die Prisen (gekaperte Schiffe) waren es denn auch, die in Svendborg nach Kriegsende die Konjunktur mitbelebten. Außerdem liefen immer mehr große Segler in Svendborg vom Stapel. 121 Schiffe waren 1834 bei der Zollstelle Svendborg beheimatet. Svendborg war nach Kopenhagen die zweitgrößte Seefahrtsstadt Dänemarks geworden. Immer neue Holzschiffswerften wurden gegründet. Darunter auch die weltbekannte, heute noch existierende Ring‑Andersen‑Werft auf der Frederiksinsel in Svendborg, die mitten im Industriehafen liegt und durch eine Brücke mit dem Festland verbunden ist. Bis zu seinem Tod 1901 baute der Schiffsbaumeister Jörgen Ring Andersen nicht weniger als 84 Schiffe.

Erst um 1840 wurden Segler nach Rißzeichnungen gebaut. Bis dahin war, so unglaublich das klingt, das Augenmaß hauptsächliches Hilfsmittel. Die langen Bordplanken wurden mit Äxten behauen und die Spanten mit großen Beidhandsägen zugeschnitten.

Das Seemannsleben war eine Plackerei und außerdem gefährlich, denn von 1850 bis 1920 verschwanden von 134 Schiffen nicht weniger als 31 spurlos(!) mit Mann und Maus. Für die Familien der Seeleute war der Tod des Versorgers oft eine Katastrophe, die im Armenhaus endete. Erst mit der Zeit wurden Seemannsvereine zugunsten der Hinterbliebenen gegründet. Die Arbeit in Werften war nicht weniger beschwerlich und wurde obendrein noch schlechter bezahlt als die Arbeit auf See. Das führte dazu, daß sich die Schiffszimmerleute von Svendborg bereits 1889 in einer Gewerkschaft organisierten.

Wer mehr über Svendborgs Vergangenheit als Seefahrtsstadt wissen will, macht am besten einen Ausflug zum Schiffahrtsmuseum nach Troense auf Tåsinge (siehe Troense). Der Weg dorthin führt über die 1966 eingeweihte Svendborg-Sundbrücke, die erste Pfeilerbrücke Dänemarks.

Aber auch Svendborg selbst hat genug Sehenswürdigkeiten zu bieten. So befindet sich auf der Insel Frederiksø in der alten Werftschmiede seit 2016  "Danmarks Museum for Lystsejlads", ein Yachtsport-Museum mit mehr als 40 Fahrzeugen im Original. Zum Teil interaktiv, wird in den großzügigen Hallen mehr als 150 Jahre dänische Wassersportgeschichte auf Plakaten und Bildschirmen  gezeigt. Auch gibt es beispielsweise das Zoologische Museum in der Dronningemæn 30. Zu den Besonderheiten zählt hier der "Ausflug in die Eiszeit'. Der Besucher kann leibhaftig wirkenden Moschusochsen, wie sie vor 12 000 Jahren in Dänemark gelebt haben, Aug' in Aug' gegenüberstehen. Plastisch werden auch die gewaltigen Veränderungen, denen die Landschaft bis heute unterworfen war, dargestellt. Zu ausgestopften Tieren werden Tierlaute auf Tonband abgespielt. Das hier ausgestellte Skelett des 1955 auf Tåsinge gestrandeten Bartenwals ist 17 Meter lang.

Viebæltegård im Grubbemøllevej 13 ist ehemaliges Armenhaus und Arbeitsanstalt von Svendborg. Einige Räume wurden unverändert mitsamt der Originaleinrichtung zur Erinnerung an das Armenhaus erhalten. Außerdem ist Viebæltegård vorgeschichtliches Museum mit Funden aus der Bronzezeit. Ein großer Silberschatz, der 1853 auf Iholm gefunden wurde, ist hier deponiert. Alte Handwerkstechniken werden dem Besucher in einer Goldschmiedewerkstatt, einer Druckerei, einer Drechslerei und einer Töpferei gezeigt.

Anne Hvides Gård ist das älteste Gebäude Svendborgs. Im Fachwerkbau in der Truestræde 3 sind Bilder und Gemälde des 18. und 19. Jahrhunderts sowie Einrichtungsgegenstände zu sehen. Außerdem sind hier Fayancen zu sehen.

Das Ofenmuseum in der Vestergade 45 zeigt die Geschichte der Gießerei auf und präsentiert eine große Sammlung von Öfen aus den Jahren1850 bis heute.

Die älteste Kirche Svendborgs ist die um 1200 erbaute St. Nicolai Kirche in der Gerritsgade. Sie liegt in einem schönen Stadtviertel mit alten Häusern in der Kyseborgstræde.

Svendborgs Wahrzeichen, die Christiansmühle, ist abends beleuchtet.

Empfehlenswert ist ein Spaziergang am Sund entlang nach Christians­minde. Der Handelshafen ist geeigneter Ausgangspunkt für diese kleine Wanderung, bei der man am Zollkutter "Viking" vorbeikommt. Die 1897 gebaute, am Uferweg vertäute Yacht gehört dem Museum von Svenborg. Es lohnt sich, in Svendborg von den Ausflugsfahrten Gebrauch zu machen. Die Sundfahrt mit dem Museumsschiff "MS Helge" führt nach Vindebyøre, Christiansminde, Troense, Gråsten und Waldemars Schloß. Ein Besuch des Schlosses lohnt sich (siehe auch Troense). Die Sundfahrt kann unterbrochen werden und mit dem nächsten Schiff fortgesetzt werden. Die Fähren legen in ‑ Drejø, Hjartø, Skarø und Ærø an.

Wer das eindrucksvolle Schloß Egeskov besucht, schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe, denn auch das dortige Oldtimer‑Museum ist sehenswert. Allerdings beträgt die Entfernung, der A9 folgend, rund 20 Kilometer.

Vindeby:

Wo heute der Hafen von Vindeby liegt, befand sich bis zum Bau der Svendborg Sundbrücke der Anleger für die Fährschiffe, die zwischen Svendborg und der Insel Tåsinge verkehrten (Sehenswürdigkeiten: siehe Svendborg und Troense).

Sehenswerte Bilder

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