Hafenplan – Schlei/2 – Maasholm

Hafenübersicht

Kurzbeschreibung

Kleiner Fischereihafen und eine moderne große Marina nahe Schleimünde.

NV. Hafenlotse

Hafenplan

Liegeplätze

Gastplätze im Yachthafen mit über 400 Liegeplätzen oder im Fischereihafen an den beiden Sportbootbrücken im südöstlichen Teil. Hier bringen Fahrgastschiffe und Angelkutter sowie der starke Fischereibetrieb in der Saison zeitweise etwas Unruhe. Große Yachten können an den Außenmolen festmachen, allerdings sind diese Liegeplätze mitunter durch Schwell sehr unruhig.

Navigation

Das Einlaufen ist Tag und Nacht möglich. Von der Ansteuerungstonne 15/Maasholm2 muss nordwärts auf die Einfahrt des Yacht- bzw. Fischereihafens zugehalten werden. Die Einfahrten sind nachts beleuchtet und die Ansteuerungstonne hebt sich bei Dunkelheit meist gut von der Beleuchtung des Hafens ab.

Versorgung

Der beliebte Ausflugsort Maasholm bietet dem Sportschiffer alle Möglichkeiten der Versorgung. Außerdem ist Maasholm Heimathafen für einen Rettungskreuzer. Der Ort ist ein sehenswertes kleines Fischerdorf, in dem der Fischfang auch heute noch eine Rolle spielt. EC-Zahlung ist nicht in allen Geschäften/ Lokalen möglich.

Service

Toilette X
Dusche X
Wasser X
Müllannahme X
Elektroanschluss X
Brennstoff X
Lebensmittel X
Kran X
Werft X
Fäkalienentsorgung X
Rampe / Slip X
Fähre / Bus / Bahn X
Fahrradverleih X
Internetzugang X

Kontakt

Telefon: +49(0)4642 / 65 71 bzw. 64 51

NV. Landgangslotse

Sehenswertes

Die Halbinsel Oehe, auf der Maasholm liegt, war ursprünglich eine Insel zwischen zwei Schleiverbindungen zur Ostsee. Um 1770 wurde im Norden beim Gut Oehe ein Deich geschaffen, anschließend ein Damm gebaut und somit 100 Hektar fruchtbares Land gewonnen. Jedoch ging das Land bei einer Sturmflut wieder verloren. Erst Anfang dieses Jahrhunderts waren die Trockenlegungsversuche erfolgreich, und die Insel Oehe wurde endgültig zur Halbinsel. Der unmittelbare Vorgänger Maasholms, das kleine Maas oder Maes nordöstlich vom heutigen Dorf, hat nach den Worten von Gemeindechronist Horst Franzen nur wenige Jahrzehnte existiert. Er schreibt in seiner Chronik über Oehe‑Maasholm, dass das Adelshaus Gottorf "den auf den Maas wohnende" 1663 verbietet, den Fischfang im Schleimündungsgebiet zu behindern.

Vom Nordostwind verursachte Fluten setzten der Fischersiedlung alten Überlieferungen zufolge so zu, dass die Bewohner schon 20 Jahre nach der Dorfgründung aufgaben und um 1700 das neue Dorf Maasholm auf der westlichen Höhe anlegten. Den Gutsuntertanen der neuen Siedlung wurde durch königliche Verfügung das Recht auf Fischfang im Olpenitzer Noor und der Schlei zuerkannt.

Das Meer bestimmt als einzige Exi­stenzgrundlage in den folgenden 100 Jahren die Geschichte Maasholms. Immer mehr verlegen sich die Bürger auf den Handel und die Frachtensegelei. 1835 zählt das Dorf bereits eine Flotte von 29 Schiffen. Aber der Aufschwung kam erst durch den Bau der künstlichen Schleimündung durch den Olpenitzer Landarm zustande. Die Versandung der alten Schleimündung hatte den Seefahrern immer mehr zu schaffen gemacht (siehe auch Schleimünde). Der Gemeindechronist schreibt, dass der große Schiffsverkehr sogar einen königlichen Zollkontrolleur in Maasholm erforderte.

Besonders wichtig war für die Maasholmer der Handel mit Kopenhagen. Als dort Brücken gebaut wurden, ließen sie ihre Masten daher in Klappmasten umwandeln, denn die Waren wurden dort nicht am Kai entladen, sondern meist in den Stadtkanälen direkt vom Schiff verkauft ‑ eine Prozedur, die Wochen dauern konnte. Wegen der engen Handelsverbindungen zu Kopenhagen bedeutete der deutsch‑dänische Krieg von 1864 (das Herzogtum Schleswig wurde preußisch) den Niedergang der Maasholmer Frachtensegelei.

Die neue Erwerbsquelle lag auf der Hand oder schwamm besser gesagt vor der Haustür. Die seemännische Erfahrung der Bewohner machte Maasholm schnell zu einem der bedeutendsten Fischerorte an der Ostseeküste. Brasse, Plötze, Zander, Hecht, Hering, Aal, Barsch, Lachs und Schleie wurden und werden zum Teil noch allein aus der Schlei gefischt.

Nur der Dorsch ist nicht mehr bereit, einen Ausflug in die Schlei zu machen, weil er nach der Sage hier schlechte Erfahrungen gemacht hat. Dabei soll er sich in der Schlei so wohl gefühlt haben, dass die Fischer Mühe hatten, einmal etwas anderes zu fangen als Dorsch, was natürlich zu gähnender Langeweile an den Esstischen der Schleihaushalte führte. Ein bitterböses Mädchen, das besonders oft Dorsch essen musste und wohl den Spruch leid hatte "es wird gegessen, was auf den Tisch kommt", stach einem lebenden Dorsch die Augen aus und schrie: "Hinfort mit Dir, Du ekelhaftes Schuppentier,". Die grausame Behandlung sprach sich schnell unter den Dorschen herum, und innerhalb kürzester Zeit ward kein Dorsch mehr in der Schlei gesehen. Seit dieser Zeit essen die Menschen an der Schlei hauptsächlich Hering, behaupten böse Zungen wahrscheinlich so lange, bis eines Tages ein herzloses Mädchen .....

Noch immer gibt es in Maasholm vorzüglichen Fisch zu kaufen, und in den Restaurants stehen Fischspezialitäten auf der Speisekarte. Dennoch ist die Bedeutung des Fischfangs – gemessen an vergangenen Tagen – deutlich zurückgegangen, und der Tourismus tritt als Einnahmequelle mehr und mehr an seine Stelle. Verwunderlich ist die touristische Anziehungskraft nicht, denn das malerische kleine Fischerdorf, das von Land nur über eine Dammstraße zu erreichen ist, hat viel von seinem ursprünglichen Charakter bewahren können. Vor allem ist die Westerstraße mit dem typischen Kopfsteinpflaster sowie alten Fachwerk‑ und Reetdachhäusern ein Aushängeschild des Ortes. Sie verläuft fast genau in Nord-Süd-Richtung. Je weiter man im Dorf nach Osten kommt, desto mehr Neubauten trifft man an, die sich nicht in das ansonsten homogene Bild fügen. Dagegen passt die 1952 errichtete St.-Petri‑Kapelle am Ende der Westerstraße hervorragend in das Ortsbild.

Der empfehlenswerte Rundgang um Maasholm führt an der Kirche vorbei und am Ufer des Wormshöfter Noores entlang, wo sich unterhalb des Fußweges die alten Kahnstellen der Fischer aneinanderreihen. Das Wormshöfter Noor war einmal die nördliche Schleiverbindung zur Ostsee. Naturfreunde können zu Fuß zum Naturerlebniszentrum (NEZ) oder ins Vogelschutzgebiet Oehe-Schleimünde wandern, welches allerdings nur im Rahmen der Führungen betreten werden darf. Zu diesen lädt der Vogelwart des Vereins "Jordsand" in der Saison täglich um 10 und 15 Uhr (außer montags) und von Schleimünde aus, abhängig von der Ankunftzeit der Fähre, ein. Im NEZ finden regelmäßig Veranstaltungen der Reihe "Maasholmer naturwissenschaftliche Vorträge" statt.

Maasholm Bad, rund zwei Kilometer nördlich von Maasholm gelegen, ist eine reine Ferienhaussiedlung modernen Zuschnitts, die man nicht unbedingt gesehen haben muss. Das nördlich davon gelegene Gut Oehe ist jedoch einen Spaziergang wert. Auch wenn das Gutsgelände selbst nicht betreten werden darf, kann man von einem Wanderweg aus, der an der Ostsee entlang führt, einen Blick dorthin werfen, wo einmal laut Gemeindechronik eine Prinzessin aus Tahiti Gutsherrin war. Auf ihre Thronrechte (auf Tahiti gilt die weibliche Erbfolge) hatte Margret Terii nui (große Fürstin) tahurai Marama tepau Brander verzichtet, um den reichen Großkaufmann Schlubach zu heiraten. Der war als mittelloser Seemann auf ähnliche Weise zu Geld und Ruhm gekommen wie der Geltinger Baron Sönke Ingwersen (siehe Gelting). Im Alter von 20 Jahren, so schreibt Gemeindechronist Horst Franzen, segelte Schlubach 1856 allein (!) und ohne Vermögen auf einer kleinen Bark um das Kap Hoorn nach Valparaiso, wo er mit seiner kleinen Handelsfirma Schlubach u. Co. schnell Karriere machte und schließlich im Jahre 1872 zum Kaiserlich Deutschen Generalkonsul für Chile ernannt wurde. Mit einem Vermögen von 25 Millionen Mark kam er in seine alte Heimat zurück, kaufte das Gut Oehe und ließ es als Sommerresidenz für seine große Familie herrichten. Es soll keine Seltenheit gewesen sein, dass im Gutshause 40 Personen zu Tisch saßen.

Im Hafenbereich befindet sich ein wunderschöner grosser Spielplatz, wo die Kinder ungestört und in Ruhe spielen können.

Maasholm ist Heimathafen für den Seenotkreuzer "Nis Randers" sowie für das Seenotrettungsboot "Wuppertal" und damit die nördlichste Station der DGzRS in der Ostsee auf welcher ein Rettungskreuzer stationiert ist. Gegenüber dem Liegeplatz des Seenotkreuzers befindet sich eine Anlegestelle für Schlei-Ausflugsdampfer.

Sehenswerte Bilder

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Ergänzung / Berichtigung

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