Hafenplan – S30/4 – Gilleleje

Hafenübersicht

Kurzbeschreibung

Großer und lebhafter Yacht- und Fischereihafen an der Nordküste Seelands. Der Hafen ist als Durchgangshafen wegen seiner günstigen Lage bei Seglern sehr beliebt.

NV. Hafenlotse

Hafenplan

Liegeplätze

An den Yachtstegen im Ostteil des Hafens liegt man an Heckpfählen auf 3m Wassertiefe. Während der Saison wird auch das Süd-Bassin für Gastyachten vorgehalten. Hier liegt man zeitweise dicht gedrängt mit Heckanker, aber dank der guten Organisation des Hafenmeisters gibt es kaum Liegeplatzprobleme. Die für die Fischerei freizuhaltenden Kaianlagen sind orangefarbig markiert.

Navigation

Die Ansteuerung des befeuerten Hafens ist Tag und Nacht möglich. Beachtet werden müssen allerdings die unbeleuchteten Tonnen des ""Gilleleje Flaks" (das teilweise nur 2,5 m Wassertiefe hat) und das Tonnenpaar nördlich der Einfahrt. Die Zufahrtsrinne und der Vorhafen mit einer Solltiefe von 4 m neigen zur Versandung, werden aber bei Wassertiefen von ca. 3 m wieder freigebaggert. Vor der Einfahrt kann starker Strom quersetzen. Bei auflandigem Sturm steht eine schwere Grundsee auf den vorgelagerten Flachs, so daß ein Einlaufen bei Schwerwetter für Yachten nicht zu empfehlen ist.

Versorgung

Außer guten Sanitäranlagen verfügt dieser wichtige Fischereihafen über einen sehr guten Reparaturservice. Neben dem Werftbetrieb findet man auch eine Motorenwerkstatt sowie eine Schlosserei, ein Schiffselektrik-Betrieb und eine Bunkerstation vor. Ansonsten gibt es gute Einkaufsmöglichkeiten im Ort und hervorragende Fischgeschäfte direkt am Hafen.

Service

Toilette X
Dusche X
Wasser X
Müllannahme X
Elektroanschluss X
Brennstoff X
Lebensmittel X
Kran X
Werft X
Fäkalienentsorgung X
Rampe / Slip X
Fähre / Bus / Bahn X
Fahrradverleih X
Internetzugang X

Kontakt

Telefon: +45 / 48 30 16 63 bzw. 40 16 66 63

NV. Landgangslotse

Sehenswertes

Seelands nördlichster Hafen weist Parallelen zu Jütlands nördlichstem Hafen auf, ist sowohl Fischerdorf als auch Badeort. Eine große Zahl von Fischkuttern und die Fischauktionen sorgen für ein reges Hafenleben und ein Fischer‑Milieu, das man eben sonst nur noch in Skagen vorfindet.

Die spezielle Note von Gilleleje: Überall auf den Hafenvorfeldern liegen Gerätschaften der Fischer herum. Anker, Netze, Taue, Teerfässer und viele Dinge mehr bilden ein scheinbar unüberschaubares Gewirr von Gegenständen, das wohl nur noch die Fischer selbst überblicken. Das kleine Hafenmeisterbüro geht in all dem Wirrwarr förmlich unter. Gegen die Yachtsportler verteidigt man sein Hafenterrain besonders zäh und hat die eigenen Kais mit einer kräftigen orangen Farbe angepinselt. Das kann aber auch Selbstverteidigung sein, denn bei den Sportschiffern ist Gilleleje besonders beliebt und Liegeplätze sind in der Hauptsaison äußerst knapp.

Der Grund für die Beliebtheit ist in den alten Fischersiedlungen rund um den Hafen zu suchen, hauptsächlich östlich vom Søborg‑Kanal, dort wo das alte Gilleleje liegt. Nur die alte Schänke lag als Vorposten jenseits der einstigen Brücke, dort wo sich heute die Vesterbrogade erstreckt. Die Fischerhäuser sind meist weißgekalkte, strohgedeckte, niedrige Fachwerkbauten. "Skipperhuset“ heißt eines der ältesten, 1840 in der "Stor Strandstrade" errichtet. Das ebenfalls betagte "Det gamle Fiskerhus" bei der Kirche, im Hovedgaden 49, gehört dem Museumsverein von Gilleleje und ist als typische Wohnung einer Fischerfamilie im Jahr 1820 eingerichtet. An das alte, absolut sehenswerte Fischerhaus schließt die neue Schiffshalle an, wo in Wort und Bild über die seemännische Vergangenheit des Ortes informiert wird und ein für die Hochseefischerei ausgerüstetes Boot aus dem Jahr 1888 steht.

Vorgeschichtliches und Mittelalterliches ist im alten Schulhaus ausgestellt, im Rostgaardsvej 2, ein kleines Stück südöstlich des alten Fischerhauses. Natürlich fehlt dort auch ein Klassenzimmer anno 1900 nicht.

Über die Fischersiedlung Gilleleje erfährt man im Museum, dass sie etwa im Jahr 1500 entstanden ist und mit 70 Häusern bereits 100 Jahre später zu den großen seeländischen Fischersiedlungen zählte. Hering und Dorsch waren damals wie heute Haupteinnahmequelle der Fischer. Aber um 1600 setzte der Sandflug ein und drohte, die blühende Siedlung unter sich zu begraben. Die Fischer wehrten sich erfolgreich, indem sie zunächst nichts anderes machten, als sich freizuschaufeln. Der Versandung ihres Hafens mußten sie allerdings hilflos zusehen, bis es ihnen 1902 gelang, für den Bau einer Westmole in Kopenhagen Geld zu bekommen. Aber erst seit dem Bau der Ostmole im Jahre 1925 verfügen sie übersichere Liegeplätze.

Vornehme und einfache Restaurants haben sich in einigen der alten Fischerkaten etabliert. Sie leben von den Touristen, die in großer Zahl von Kopenhagen hierher kommen. Das Restaurant "Karen und Marie" und das exquisite Speiselokal "Gilleieje Havn" am Hafen zählen ebenso dazu wie das "GilleIeje Café" westlich des Hafens, das "Kabyssen" im Kanalvej am Hafen sowie der "Skipperkroen" in der Hovedgade bei der Touristeninformation. Wer lieber auf die eigenen Kochkünste setzt, kann sich in einem der beiden Fischgeschäfte oder in der Räucherei am Fischerbecken mit frischen Meeresleckereien eindecken und das so gesparte Geld anschließend in der "Kanalkroen Discothek" ausgeben.

Weil die nordseeländische Küste und der Øresund gefährliche Gewässer waren, erbaute man 1772 gleich zwei Leuchttürme östlich des Ortes. 1898 wurde der Betrieb des östlicheren Leuchtturmes eingestellt und der zweite Leuchtturm von Nakkehoved erhöht. Entlang des Steilufers kann man vom Hafen aus dorthin wandern (2,5 Kilometer) und 60 Meter über dem Meeresspiegel den Ausblick auf den Øresund mit den schwedischen Kullens Klippen und den Hafen von GilleIeje genießen. Der noch in seinem Zustand von 1800 erhaltene Leuchtturm Nakkehoved Ost ist der einzige seiner Art in der Welt. Beide Leuchttürme können besichtigt werden. Strandallee, Østergade und Fyrstien (Stien=Pfad) führen dorthin.

Wer etwas mehr Zeit als nur einen Tag mitbringt, sollte noch einen Abstecher zur Schlossruine am trockengelegten Søborg See unternehmen (vier Kilometer südlich des Hafens). Um Ackerland zu gewinnen, wurde zwischen dem See und dem Kattegat der Søborg‑Kanal ausgehoben (1872‑1896). Am Kanal entlang führt ein Wanderweg zum See.

Die Burganlage mit achteckigem Feldsteinturm stammt aus dem 12. Jahrhundert. Bischof Eskil von Lund ließ die später unter Waldemar dem Großen als Staatsgefängnis genutzte Burg erbauen. Es wird vermutet, daß die Hanse sie 1530 weitgehend zerstörte.

Ebenso ist Gilbjerghoved, nördlichster Punkt der Insel Seeland und einzigartiges Naturgebiet am Steilufer gleich westlich von Gilleleje, einen Ausflug wert. Der Gilbjergstien führt in der Verlängerung der Vesterbrogade dorthin.

Der Fischerort kann fast ohne Einschränkungen als Reiseetappe empfohlen werden: Sein einziges Manko ist die große Zahl an Touristen, die im Sommer Gilleleje aufsuchen. Viele kommen mit der alten Dampfeisenbahn, die in der Zeit von Juni bis September zwischen Gilleleje und Helsingør verkehrt.

Sehenswerte Bilder

Interessante Links

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Ergänzung / Berichtigung

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