Hafenplan – S29/12 – Knebel Vig

Hafenübersicht

Kurzbeschreibung

Ländlicher Bootshafen am südöstlichen Ufer der gleichnamigen, fast geschlossenen Bucht.

NV. Hafenlotse

Hafenplan

Liegeplätze

Nur wenige Yachten finden im Hafen auf ca. 2-3 m Wassertiefe Platz (grüne Schilder).

Ankerplätze: Gute Ankerplätze findet man überall am Uferbereich der Knebel Vig. Im nördlichen und westlichen Teil der Bucht liegen außerdem Mooringbojen des Dänischen Seglerverbandes.

Navigation

Die Ansteuerung des unbefeuerten Anlegers ist nur tagsüber zu empfehlen. Von der Nordtonne (WP661) der Untiefe Pladen steuert man mit 115° zur grünen Tonne in der engen Zufahrt, die erst sehr viel später auszumachen ist. Von der grünen Tonne in der Passage hält man dann mit 114° auf ein auffälliges Hau mit weißem  Giebel zu. Erst wenn der Anleger 155° peilt, steuert man den Hafen direkt an.

Versorgung

Außer Frischwasser und einfachen Sanitäranlagen findet man direkt am Anleger keinerlei Service. Begrenzte Versorgungsmöglichkeiten sind im 1 km entfernten Dorf Knebel vorhanden.

Service

Toilette X
Dusche
Wasser X
Müllannahme
Elektroanschluss
Brennstoff
Lebensmittel X
Kran
Werft
Fäkalienentsorgung
Rampe / Slip
Fähre / Bus / Bahn
Fahrradverleih
Internetzugang

NV. Landgangslotse

Sehenswertes

Zweierlei spricht für die Knebel Vig als Reiseetappe: Erstens die fast geschlossene, schöne Bucht abseits der Hauptrouten der Segler und zweitens die abwechslungsreiche Landschaft der Mols Berge. Eine moderne Marina und ihre Einrichtungen fehlen und wären hier auch fehl am Platz. Die Knebel Vig gehört den Individualisten, den Ankerfreunden, den Naturliebhabern – mit anderen Worten, denen, die sich die Zeit nehmen, die Schönheiten des Molslandes zu genießen.

Seit 8000 Jahren ist das hügelige, dünn besiedelte Land bewohnt. Eine Reihe von Gräbern und Siedlungen aus Dänemarks Vorzeit wurden auf der Halbinsel entdeckt, an der seither viele Entwicklungen vorbeiliefen. Primitive Waffen und Fanggeräte – darunter rohbehauene Äxte, Speer‑ und Pfeilspitzen aus Feuerstein – werden immer wieder gefunden. Besonders an den Küsten stoßen Forscher oder Einwohner noch heute auf Besiedlungsreste aus der Zeit der Jäger, Sammler und Fischer.

Nach jüngeren Kult‑ und Grabstätten der Vorzeit muss nicht lange gesucht werden. Die typischen Hünengräber aus den Jahren um 3000 - 2000 vor Christus sind unübersehbar und massieren sich in der Gegend um Agri. Das größte und imposanteste Steingrab befindet sich nur gut einen Kilometer östlich von Knebel, an der schmalen Straße nach Agri. "Poskaer Stenhus" oder Knebelgrab wird es genannt. Die Stätte ist kreisförmig von 23 großen Randsteinen umgeben (der 24ste wurde vor rund 200 Jahren zu Schersteinen gehauen), während das Grab selbst aus fünf mächtigen Tragsteinen und einem noch größeren Deckstein besteht. Es wird angenommen, daß innerhalb des kreisförmigen Zirkels mit dem Durchmesser von 20 Metern noch ein oder zwei weitere Kammern gestanden haben. Datiert wird die Anlage in die jüngere Steinzeit, etwa 3500 vor Christus.

Einmal auf dem Weg, ist der Besuch des höchsten Punktes im Molsland, östlich des kleinen "Bergdorfes" Agri, unbedingt zu empfehlen. Hier, vom 137 Meter hohen "Bavnehøj", kann das ganze hügelige Molsland überblickt werden (siehe Plan).

Auch wenn's schwerfällt, sich von der schönen Aussicht loszureißen, in Agri gibt es eine Besonderheit zu sehen: Dänemarks höchstliegenden See. Er ist ein großes Toteisloch und hat weder einen sichtbaren Zulauf noch einen Ablauf. Eine gruselige Sage aus dem Volksmund berichtet allerdings von einer unterirdischen Verbindung zum Femmøller Bach und zum Kattegat: "Als ein Bauer vor vielen Jahren sein Ochsengespann im See tränken wollte, fuhr er der Einfachheit halber mit Ochsen und Wagen in den See und versank mit einmal völlig im Wasser. Erst sieben Jahre später fand man am Auslauf des Femmøller Baches die Mütze des Bauern und das Ochsengeschirr."

Drei Kilometer weiter nordöstlich, sozusagen auf den Spuren der Mütze, kommt man nach einem Fussweg von drei Kilometern durch eine faszinierende Landschaft voller Wacholderbüsche zum "Dorf der Wassermühlen,". Das Dorf Femmøller erhielt seinen Namen von den fünf Wassermühlen, die einst hier standen und vom gleichnamigen Flüsschen angetrieben wurden. Vier der Wassermühlen sind noch mehr oder minder erhalten: die Waldmühle, die Domherrenmühle (oder Gladsmühle), die Kjerrismühle und die Obermühle. Das Femmøllertal gilt als eine typische Talstrecke der jüngsten Eiszeit vor rund 20.000 Jahren. In allen Molsbuchten lagen zu dieser Zeit große Gletscherzungen, die riesengroße Randmoränen zwischen sich hochpreßten, nämlich die heutigen Molsberge.

Von Femmøller nach Strandkær ist die nach Süden führende Wanderstrecke der Straße vorzuziehen. Nach zwei Kilometern kommt man zur "Forsøgstation", auch "Mols‑Laboratorium" genannt. Wissenschaftler aus aller Weit betreiben hier ökologische Studien in einem Gebiet, in dem fast alle Arten der Flora Dänemarks vorzufinden sind.

Eine Ausstellung informiert die Besucher über die Besonderheiten der Landschaft von Mols. Rund einen Kilometer weiter südlich trifft man auf den Bogens See. Die heute eingeschnürte Lagune war einst ebenso Teil der Bucht von Ebeltoft wie die gesamte Schmelzwasserschlucht Haalen. Die Wikinger nutzten diesen Teil noch als Naturhafen. Heute tummeln sich hier die Gäste am Bogens Strand.

Fuglsø, ein kleines Stück weiter südlich, ist die nächste Station auf der Rundwanderung. Der 41 Meter hohe Berg nordöstlich von Fuglsø bietet eine herrliche Aussicht über die Bucht von Ebeltoft und das Kattegat. Die 17 Windkraftanlagen des Windparks auf der anderen Seite der Bucht sind gut zu sehen. Das Fuglsøcenter ist ein riesiges Sport‑ und Theaterzentrum, das einst als Militärlager angelegt worden war. Ein ausgesprochen malerisches Bild bietet in Fuglsø der von einem kleinen Gehöft umgebene Dorfteich. Alte Fachwerkgehöfte und der "Trehøje Kro", einer der ältesten Gasthöfe des Molslandes, sind Aushängeschilder des ansprechenden Dörfchens.

Eine schmale Landbrücke stellt die Verbindung zur südlichen Halbinselspitze Helgenæs dar. Treffend heißt der schmale Hügelzug "Draget", was Lindwurm bedeutet. Der einzige Anleger auf Helgenæs steht bei Kongsgaarde.

Auf dem Weg zurück nach Knebel kommt man in Vistoft an Dänemarks höchstgelegener Kirche vorbei. Der bekannteste Dichter des Molslandes, Joakim Kattrup, lebte hier. An der Kreuzung wurde ihm zu Ehren ein Gedenkstein errichtet. 500 Meter südöstlich des Ortes steht bei der Siedlung Klokkerholm die einzige erhaltene Windmühle des Molslandes.

Das ausgedehnte Ferienhausgebiet südwestlich von Vistoft bietet keine besonderen Sehenswürdigkeiten und der Ausflug auf die Westspitze des Molslandes ist eher von Skødshoved aus zu empfehlen. Also zurück zum Anleger von Knebel, wo es immerhin das "Cafe Miller", das "Posthus" und einen sehr kleinen Supermarkt gibt. Zusätzliche Versorgungsmöglichkeiten bestehen im nordöstlichen Dorf selbst, einen Kilometer vom Anleger entfernt.

Auf der Molssäule am nördlichen Ortseingang von Knebel sind Situationen aus den Molsgeschichten der Molbürger dargestellt, der "Ostfriesen" Jütlands, die mit Witzen und Anekdoten kräftig durch den Kakao gezogen werden. "Die weisen Handlungen und tapferen Taten der alten Molbürger" heisst ein Buch von Niels Blaedel, das sich an den klassischen Molbürgergeschichten des Arztes Christian Elovius Mangor aus dem Jahr 1780 orientiert. In dessen alten Geschichten und Kalauern werden die Molbürger stets als einfältige Menschen dargestellt, die sich selbst jedoch für äußerst weise halten. Beispielsweise kamen Molbürger, auf die kluge Idee, ihre wertvolle Kirchenglocke im Meer zu versenken, um sie so vor herannahenden Feinden in Sicherheit zu bringen und fragten sich, nachdem sie ihre Glocke über Bord geworfen hatten, wie sie die Stelle wohl wiederfinden würden. Die Idee, ein Ruder hinterher zu werfen, wurde verworfen, weil dann ein Schwimmer zurückbleiben müsse, um zu verhindern, daß das Ruder wegtreibt. Der klügste der Ruderer hatte schließlich die geniale Idee. Er nahm sein Messer, ritzte eine Markierung in die Seite des Bootes und sagte: "Hier haben wir sie hinausgeworfen".

In einer anderen der überlieferten Geschichten wird ein Molbürger zu Besuch in Ebeltoft gefragt, wie er denn angereist sei, ob mit der Kutsche, zu Pferde oder zu Fuß. Nichts von alledem antwortet der. Er habe lediglich eine Herde Schweine getrieben.

Sehenswerte Bilder

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Ergänzung / Berichtigung

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