Hafenplan – S3/2 – Eckernförde Stadt

Hafenübersicht

Kurzbeschreibung

Kleine Stadt am Westende der Eckernförder Bucht mit Fischerei- und Yachthafen sowie einem Bojenfeld.

NV. Hafenlotse

Hafenplan

Liegeplätze

Für Gastyachten gibt es mehrere Liegemöglichkeiten (siehe dazu beide Pläne). Der Eckernförder Yachthafen (Wassertiefe: 2-3,5 m) ist eine moderne Anlage im Stadtteil Borby mit dem Clubhaus des Segelclubs Eckernförde (SCE). Gäste melden sich beim Hafenmeister im Büro des SCE. Das Ankergebiet der Segelvereinigung Altona Övelgönne (SVAOE) ist eine weitere Liegemöglichkeit. Die Festmachertonnen sind Privatbesitz. Nur für die Übernahme von Ausrüstung usw. kann der Sportschiffer am Kopf des Clubanlegers für kurze Zeit festmachen. Die Wassertiefe beträgt dort etwa 1,2 m. Der "Jaichhafen" im Stadtbereich ist auch für grössere Yachten geeignet (5-7 m Wassertiefe). Freie Liegeplätze sind grün gekennzeichnet. Weitere Yachtanleger gibt es östlich und westlich der Klappbrücke. Für eine Öffnung der Fußgängerbrücke muss man sich mit dem Hafenmeister (04351-9050)  in Verbindung setzen. Brückenöffnung erfolgen werktags zwischen 7 und 16 Uhr.

Navigation

Die Ansteuerung der Häfen von Eckernförde ist Tag und Nacht unproblematisch. Man läuft 310° auf die Kirche von Borby zu. Zum Yachthafen des SCE dreht man nach Norden ab, jedoch erst, wenn man von der Mole des Marinehafens (50m) genügend freigehalten hat. Nachts ist die Einfahrt beleuchtet. Unmittelbar westlich des Yachthafens liegt das Ankergebiet des SVAOE. Zum Stadhafen läuft man weiter auf die Kirche von Borby zu, bis der östliche Molenkopf passiert ist. Von hier aus steuert man entweder in den "Jaichhafen" hinein oder am Handelskai vorbei zum Innenhafen. Nachts läuft man auf das Eckernförder Leuchtfeuer im Leitsektor zu, bis der weiße Sektor des Hafenfeuers (Oc.4s) zu sehen ist und steuert dann auf das Hafenfeuer mit 295° zu. Wenn man den nördlichen, beleuchteten Molenkopf gut ausmachen kann, hält man auf ihn zu, passiert ihn und läuft von hier aus nach Sicht in den Hafen hinein.

Versorgung

Die schöne Kleinstadt mit Fußgängerzone bietet alle Möglichkeiten der Versorgung. Der Yachthafen des SCE (mit WLAN-Anschluß) liegt jedoch 1,5 km vom Zentrum entfernt.

Service

Toilette X
Dusche X
Wasser X
Müllannahme X
Elektroanschluss X
Brennstoff
Lebensmittel X
Kran X
Werft X
Fäkalienentsorgung X
Rampe / Slip X
Fähre / Bus / Bahn X
Fahrradverleih X
Internetzugang X

Kontakt

Telefon: +49(0)4351 / 486 103 (SCE-Yachthafen)
+49(0)4351 / 72 02 11 (Jaichhafen)

NV. Landgangslotse

Sehenswertes

Als der „Tag von Eckernförde" sollte eine Schlacht in die Geschichte Schleswig‑Holsteins eingehen, bei der am 5. April 1849 Dänen und Schleswig‑Holsteiner aufeinandertrafen. Eines der größten Segelschiffe der damaligen Zeit war in der Bucht von Eckernförde unter den sieben angreifenden dänischen Segel- und Dampfschiffen: die "Christian VIII."'. Sie führte 84 Kanonen.

Leichtsinnigerweise boten die siegessicheren Dänen den deutschen Kanonieren lange ein festes Ziel. Auf der 48 Kanonen tragenden "Gefion" und der "Christian VIII.“ wurden die Anker zu spät gelichtet und die von den beiden Eckernförder Batterien bald manövrierunfähig geschossenen Segelschiffe konnten von den zur Hilfe gerufenen dänischen Dampfschiffen nicht mehr rechtzeitig aus der Gefahrenzone geschleppt werden, weil auch diese unter dem starken Beschuss der Schanzen standen. Um 13 Uhr setzte der Oberkommandierende der "Christian VIII.", Paludan, die Parlamentärflagge und versuchte über den freien Abzug zu verhandeln. Er drohte andernfalls die Stadt zu beschießen.

Trotz der Drohungen wurde das Gefecht nach einer kurzen Feuerpause fortgesetzt und die Dänen mussten sich gegen Abend endgültig geschlagen geben. Jedoch kam es vor der Schiffsübergabe an die Schleswig‑Holsteiner nach überlieferten Augenzeugenberichten zu einem  erschütternden Erlebnis. Die an den Strand getriebene "Christian VIII." hatte Feuer gefangen und explodierte in einem riesigen Feuerball noch während die dänischen Gefangenen das Schiff verließen. Dabei verloren auch schleswig‑holsteinische Soldaten und Eckernförder Fischer ihr Leben, die versuchten, die noch auf dem Schiff verbliebenen dänischen Soldaten vor der drohenden Explosion zu retten. Die Gefallenen wurden in einem Massengrab auf dem Eckernförder Friedhof begraben. Fast 1000 dänische Soldaten gerieten in Gefangenschaft.

Ausführlich wird im Heimatbuch des Kreises Eckernförde (2. Auflage 1928, 3. Auflage 1972) von Willers Jessen und Christian Kock ein Ereignis geschildert, das die Eckernförder mit besonderer Härte traf: die große Sturmflut von 1872. Ein Sturm am 12. November des Jahres wurde am Tag darauf zum Orkan, der gewaltige Wassermassen in die Eckernförder Bucht trieb. Straßen wurden überschwemmt und Häuser stürzten ein. Aber mit einmal – obwohl der Sturm nicht nachgelassen hatte – sank der Wasserstand wieder. Das Wasser hatte für kurze Zeit einen Abfluss gefunden, weil der Damm zum Windebyer Noor gebrochen war. Ein damaliger Zeitungsbericht schildert die Situation: "Mit furchtbarer Schnelligkeit erweiterte sich die anfangs schmale Öffnung, und das Wasser schoss in gewaltigem Strom ins Noor hinab. Die furchtbare Stromgewalt riss nun die Boote unwiderstehlich mit sich fort, und mit großer Spannung verfolgte man den Weg derselben, sich fragend, ob sie wohl am Damm vorbeikommen oder zerschellen würden. Fast atemlos war man, als ein Boot mit zwei Leuten dem entsetzlichen Strom folgte. Glücklicherweise sprangen zur rechten Zeit die Männer heraus und waren gerettet. Später ging ein größeres Boot mit zwei Fischern durch und auch das kostete kein Menschenleben. In eineinhalb Stunden war der ganze Damm fort und die grauen Wellen mit weißem Kamm gingen darüber hin".

Als das Noor gefüllt war, stieg das Wasser in den Straßen so stark, dass die Häuser nur noch per Boot zu erreichen waren. Viele Menschen ertranken oder wurden von einstürzenden Häusern erschlagen. Ausführlich wurden Einzelschicksale wie das folgende in den Zeitungsberichten geschildert: Am Strand der Sophienruhe stand eine Kate, in welcher der Arbeiter Wegener wohnte. Die Flut stieg so hoch, dass Wegener sich mit seiner Frau auf den Hausboden flüchten musste. Von hier aus schauten beide angsterfüllt in das wilde Element. Die Fluten stießen die Tafeln aus den Fachwerkwänden und die Möbel schwammen fort. Als der Lehnstuhl vorbeitrieb, lehnte Wegener sich aus der Bodenluke, stürzte und ertrank, die Frau wurde gerettet".

Kaum eine andere Ostseestadt wurde so oft von Katastrophen heimgesucht wie Eckernförde. Sturmfluten, Hungersnöte, Stadtbrände und die Pest, die während des 30jährigen Krieges über 500 Eckernförder das Leben kostete, zählten zu den Schicksalsschlägen der Stadt im Spannungsfeld zwischen deutschen und dänischen Interessen. Während in Aabenraa unter deutscher Besatzung bei empfindlichen Strafen das Singen dänischer Volkslieder verboten war (siehe Aabenraa), wurde um 1855 in Eckernförde unter dänischer Herrschaft das Singen des Schleswig‑Holstein‑Liedes mit mindestens zehn Tagen Gefängnis bestraft. Auf der dänischen wie auf der deutschen Seite stachelten solche Verbote das Nationalgefühl aber eher noch an.

Eckernförde ist heute kein Paradebeispiel für einen Ort mit viel mittelalterlicher Architektur. Dafür wurde es zu oft von Sturmfluten und Feuern heimgesucht. Aber was von der Altstadt geblieben ist, kann sich durchaus sehen lassen. Kattsund, Rosengang, Fischerstraße, Pastorengang und Rektorgang weisen eine Reihe von denkmalgeschützten Häusern auf. Knapp zwei Kilometer muss jedoch derjenige hierher zurücklegen, der im Yachthafen festgemacht hat. Wer im Außenhafen nahe der Altstadt liegt, spart sich zwar den Fußweg, muss aber auch auf alle Annehmlichkeiten des vorgelagerten Yachthafens verzichten.

Außerdem nähert man sich der Stadt beim Fußmarsch entlang des Außenhafens von ihrer Schokoladenseite. Der Weg in die Stadt führt über die hölzerne Fußgängerbrücke, die Binnen‑ und Außenhafen trennt. Wenn sich Handels- oder Traditionsschiffe durch die Öffnung der malerischen Klappbrücke "zwängen", ist zwischen den Bordwänden und der Brücke nicht viel Platz – ein Schauspiel, für das so mancher sicherheitshalber die Brücke verlässt. Bevor man die Fußgängerbrücke betritt, kommt man in der Grünanlage entlang des Borbyer Ufers am Denkmal des Großen Kurfürsten vorbei. Die in Bronze gegossene Statue war ursprünglich in Pillau, einer Patenstadt Eckernfördes, beheimatet und steht seit über 33 Jahren am Vogelsang.

Hier, am Nordufer des Hafens, lag auf dem heutigen Petersberg die Festung, in deren Schutz sich das Städtchen an der Förde entwickelte. Die Burg wird zum ersten Mal 1197 im Namen des Ritters Godescaceus de ekerenvorde und in Waldemars Erdbuch (Ykernaburgh = Eichhörnchenburg) erwähnt. Aber im Krieg zwischen König Erich von Pommern und Heinrich IV., Herzog von Schleswig-Holstein, wurde die Burg 1416 völlig zerstört. Wer mehr über die Geschichte der Stadt wissen möchte, sollte den Besuch des Heimatmuseums am Rathausmarkt auf keinen Fall versäumen. In den Räumen des ehemaligen Rathauses von Eckernförde wird auch ausführlich auf die Seeschlacht von Eckernförde eingegangen. Und weil der Fischfang eine der wichtigsten Existenzgrundlagen der Eckernförder war, wird die Geschichte dieses Erwerbszweiges anhand von Fanggeräten aufgezeigt. Vom 19. bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, der Blütezeit der Fischerei und der Fischverarbeitung, gab es über 40 (!) Räuchereien in Eckernförde, die auch die Fänge anderer Ostseestädte mitverarbeiteten. Die Kieler Sprotte stammt in Wirklichkeit aus Eckernförde, wie die Eckernförder "aus Silber Gold machten", kann im Räuchereimuseum in der Gudewerdtstraße miterlebt werden.

Die aufkommende "Mode", in der Ostsee zu baden und sich dabei in den Augen manches Zeitgenossen immer "unschicklicher"' zu entblößen, ließ ab der Mitte des vorigen Jahrhunderts die Eckernförder Kassen klingeln. Allerdings ging es in den Anfangsjahren dieses Badelebens meist sehr manierlich zu. Dafür sorgten zünftige Kleidung, Badekarren und ‑kabinen sowie die streng auf Geschlechtertrennung achtenden Bademeister. Die historischen Bademoden sind im Heimatmuseum zur Schau gestellt. Die Stadt wurde 1923 offiziell zum Ostseebad erklärt, und ist bis heute nicht nur während der Sommermonate touristischer Anziehungspunkt geblieben.

Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt zählt die St. Nicolai‑Kirche in der Kieler Straße, einer langgestreckten Fußgängerzone. Der eher schlichte Bau birgt im Inneren eine Fülle von Kunstschätzen. Die Bemalung des Gewölbes stammt aus dem Jahre 1578, das aus Bronze gegossene Taufbecken wurde zehn Jahre danach angefertigt. Hans Gudewerdt der Jüngere, ein bedeutender Holzschnitzer des Barock, schuf 1640 den Altar. Der berühmte Alchimist Graf St. Germain fand nach einem Leben voller Abenteuer in ganz Europa unter den Fliesen dieser Kirche seine letzte Ruhe (siehe auch Fleckeby). An die Pest, die über 500 Eckernförder das Leben kostete, erinnert das 1632 gefertigte "Sündflutbild"' im südlichen Seitenschiff der St. Nicolai‑Kirche.

Der älteste Teil der Borbyer Kirche an der Fischerkoppel wurde im 12. Jahrhundert erbaut. Das in Granit gehauene Relief über dem Südportal stammt aus der gleichen Zeit. Eine Besonderheit ist der romanische Taufstein des 13. Jahrhunderts aus Gotland.

Eine Nachbildung der Galionsfigur der dänischen Fregatte "Gefion"' erinnert im Kurpark zwischen Preußerstraße und Südstrand an die Seeschlacht von Eckernförde. Hier befindet sich auch das überdachte Meerwasserwellenbad. Neben der etwas nördlich vom Hallenbad gelegenen Stadthalle, wo das ganze Jahr über zahlreiche Musik‑ und Theatervorstellung stattfinden, wurden für das Spiel der Könige Steinplatten im Schachbrettmuster angelegt. Überdimensionale Schachfiguren werden auf den großen Schachfeldern von den Spielern bewegt. Zahlreiche Sitzgruppen in den weitläufigen Büchereiräumen ermöglichen es, in Ruhe Bücher auszuwählen.

Direkt am Strand südlich des Stadthafens befindet sich das Ostsee Info-Center 'OIC', in dem nicht nur die kleinen Crewmitglieder in die spannende Welt unter Wasser abtauchen können. Von der Küstenlandschaft bis in die Tiefe wird das vielfältige Leben im Meer hier anschaulich und erlebbar im großen Fühlbecken und anderen Aquarien dargestellt. Auch kann man sich direkt anhören, wie die Eckernförder Bucht unter Wasser "klingt". Darüber hinaus werden weitere Erlebnisprogramme unter dem Motto "das Meer erleben..." angeboten. Von der Holzbrücke in Richtung Innenstadt sollte man auch einen Besuch in der "Bonbon-Kocherei" nicht versäumen, wo man den Produktionsprozess bis zum fertigen Bonbon direkt miterleben kann.

Für Spaziergänge eignet sich der Wanderweg am Windebyer Noor westlich des Hafens. Über die Noorstraße, die am Ende des Binnenhafens zur Bundesstraße 76 führt, gelangt man zu diesem Spazierweg.  Hier lohnt sich ein Besuch der Eichhörnchen-Schutz-Station, in dessen Gehege sich Besuchern die Möglichkeit bietet, die Tiere  nah zu erleben. Außerdem empfiehlt sich die Wanderung zur am Südufer gelegenen Altenhofer Steilküste über die Uferpromenade und den Südstrand. Der SCE-Yachthafen ist günstiger Ausgangspunkt für die Wanderung zum Strand von Hemmelmark am Nordufer der Bucht.

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Ergänzung / Berichtigung

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