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Ehemaliger Fischereihafen im nordöstlichen Teil des Kleinen Haffs, direkt an der polnischen Grenze gelegen.
Der Hafen bietet für die Sportschiffahrt nur wenig Platz. An der Nordpier befindet sich eine Anlegestelle für die Fahrgastschiffe. Sportboote liegen am östlichen Teil der Nordpier auf 1,4-2,2m Wassertiefe.
Eine Gaststätte gibt es in Hafennähe. Sanitäranlagen und Trinkwasser sind vorhanden. Bei östlichen Winden steht Schwell im Hafen.
| Toilette | X |
| Dusche | X |
| Wasser | X |
| Müllannahme | |
| Elektroanschluss | X |
| Brennstoff | |
| Lebensmittel | X |
| Kran | |
| Werft | |
| Fäkalienentsorgung | |
| Rampe / Slip | |
| Fähre / Bus / Bahn | |
| Fahrradverleih | |
| Internetzugang |
Telefon: +49(0)38376 / 2 01 69

Die "modernen Errungenschaften des Sozialismus" drangen nur spärlich bis zu dem sich malerisch an einen steilen Hang schmiegenden Fischerdorf vor. So blieb fast alles wie es war, die teilweise reetgedeckten Fischerhäuser, die gewundene, mit Kopfsteinen gepflasterte Dorfstraße und der Netzplatz am Hafen. Obwahl die gepflegten Häuser hier und da einen kleinen Anbau erhielten, ist kaum etwas vorhanden, was dem ursprünglichen Charakter des Fischerdorfes etwas anhaben kann.
Ein Grund für den Dornröschenschlaf des Dorfes am Stettiner Haff wird wohl die Nähe zur polnischen Grenze sein, die unmittelbar östlich des Ortes verläuft. Besondere wirtschaftliche Impulse waren von Kamminke daher nicht zu erwarten. Der Fischfang war und ist bis heute neben dem Tourismus Haupterwerbsquelle. Er wird zum Teil noch mit den einfachen hölzernen Fischerkähnen betrieben, mit denen schon die Urgroßväter auf das Haff hinausfuhren. Geändert haben sich nur die politischen Umstände, wurde der Wandel von den Pachtzahlungen an den Adel zur Genossenschaft vollzogen. Die einzigen "kulturellen Zentren" des Ortes sind die Bushaltestelle für die Jugendlichen und der gegenüberliegende Reusenschuppen für die ältere Generation.
Während der Ferienzeit kommt mehr Leben in den Ort, wenn die Sommergäste durch die wenigen Gassen bummeln oder sich am Strand beim Hafen vergnügen. Biegt man vom Hafen kommend nach auf der Dorfstraße nach links ab, gelangt man zum Campingplatz und einer Reihe von Ferienhäusern und dem Friedhof auf der Anhöhe. Der kurze Fußweg an dem vom Kiefern bewachsenen Steilhang ist vor allem wegen der Aussicht auf das Haff zu empfehlen. Bis nach Ueckermünde, auf die andere Seite des Stettiner Haffs kann man hinüberschauen.
Weiter in westlicher Richtung führt ein Stieg quer durch Wiesen und Felder bis zur kleinen Ortschaft Garz (4 km). Der Ortsname bedeutete im slawischen einst "kleine Festung". Von einer Festung oder Burg ist jedoch nichts mehr zu sehen. Die Kirche ist das einzige historische Gebäude und fällt vor allem dadurch auf, daß die Kirchenglocke direkt über dem Boden an einer kräftigen Holzkonstruktion im Freien angebracht ist.
Es besteht auch die Möglichkeit, mit dem Bus nach Garz und noch weiter bis in die knapp 15 km entfernten Seebäder an der Ostseeküste zu fahren - Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin. Stagnieß und Kamminke sind die idealen Standorte, um Ausflüge in die bekannten Seebäder zu machen. Ausführlich gehen wir bei Stagnieß auf die einst so mondänen Badeorte ein.
Golm heißt der 59 m hohe Berg, der 3 km nördlich des Hafens zu finden ist. Der Name ist ebenfalls slawischen Ursprungs und soll "Hügel" bedeuten. Das dieser Platz schon vor über tausend Jahren als Wohnstätte diente, belegen gefundene Steinwerkzeuge und Bronzegeräte. Heute ist der Wald rund um den Burgwall Naturschutzgebiet.
Die Sage erzählt, daß hier vor langer Zeit ein Fürst lebte, der zwar viele Schätze besaß, aber zu geizig war, seine Tochter zu verheiraten. Als er endlich starb, war die ohnehin häßliche Tochter nicht mehr die jüngste und kein Freier ließ sich blicken - bis eines Tages ein Zauberer kam, der sie heiraten wollte. Weil er aber noch weit häßlicher war als sie, gab sie ihm einen Korb, worauf sich der Zauberer so erzürnte, daß er ihr Schloß in einen Berg verwandelte und sie dazu verdammte, auf ewige Zeiten bei ihren Schätzen zu wachen. Nur ein Sonntagskind, das um sie wirbt, kann sie am Johannistag erlösen. Bislang soll die Prinzessin vergeblich aus ihren Schatzkammern herausgekommen sein und auf jemanden gewartet haben, der eine gute Partie machen will.
An ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte und den Tod vieler Soldaten erinnert eine Gedenkstätte auf dem Golm. Über 20.000 Opfer der Kämpfe um Swinemünde in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges sind in einem Massengrab nahe des Burgwalles begraben (siehe auch Karlshagen und Swinemünde). "Daß nie eine Mutter mehr ihren Sohn beweint", steht auf dem Mahnmal.
Nördlich von Golm liegt der fast völlig verlandete Zerninsee, heute eine sumpfige und moorige Gegend, die von Wanderwegen umgeben ist. Die zugewachsene, ehemalige Bahnstrecke Usedom - Swinemünde führt ein Stück an der Landstraße südlich vom Zerninsee entlang.