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Kleiner, gemütlicher Fischer- und Sportboothafen am Nordwestufer der Insel Samsø.
Sportboote finden in den beiden Hafenbecken Plätze auf 2-3m Wassertiefe. An Wochenenden ist der Hafen oft von Seglern aus Århus stark belegt.
Sanitäranlagen, ein Fahrradverleih und ein Kiosk sind vorhanden. Auch ein Supermarkt befindet sich in Mårup.
| Toilette | X |
| Dusche | X |
| Wasser | X |
| Müllannahme | X |
| Elektroanschluss | X |
| Brennstoff | X |
| Lebensmittel | X |
| Kran | |
| Werft | |
| Fäkalienentsorgung | |
| Rampe / Slip | X |
| Fähre / Bus / Bahn | |
| Fahrradverleih | X |
| Internetzugang |
Telefon: +45 / 86 59 66 00
Die Geister scheiden sich an der Frage, ob wohl Mårup Havn oder Langør der schönste Hafen auf Samsø ist. Beide Flecken sind in ihrer abgeschiedenen Lage ähnlich strukturiert: eine Handvoll geduckter Häuser, eine Handvoll Einwohner und mindestens drei Handvoll Idylle – sofern diese ungewöhnliche Maßeinheit der besonderen Atmosphäre der kleinen Hafensiedlungen gerecht wird. Wie Langør hat auch Mårup regere Zeiten erlebt. Der kleine Ort an der Mårup Vig war Fährhafen nach Hov (Jütland) und Tunø. Heute legen die Fähren nach Hov im südlichen Sælvig ab, auf der gegenüberliegenden Seite der lang gestreckten Bucht. Ein Pastor hatte voriges Jahrhundert mit dem Bau des kleinen Hafens den Ehrgeiz, dem Süden Samsøs wirtschaftlich Konkurrenz zu machen. Das Scheitern seines Projektes auf lange Sicht darf den Sportschiffer freuen, der lieber ein verschlafenes gemütliches Nest aufsucht. Der gravierende Unterschied, im Vergleich zu dem nur wenige Kilometer entfernten Langør, liegt in der Umgebung. Dem seichten Fjord und der flachen Naturlandschaft auf der Langør‑Seite stehen große landwirtschaftliche Flächen und die Steilküste westlich von Mårup gegenüber. Das Hinterland des Westküstenhafens bilden die faszinierenden Nordby‑Hügel, eine für Fahrradtouren und Wanderungen hervorragend geeignete Landschaft (siehe Plan), während der Badestrand in der südlichen Sælvig Bucht als der beste, sprich kinderfreundlichste auf Samsø gilt. Aber den Weg dorthin kann man sich sparen, weil auch der Strand, der unmittelbar an das westliche Hafenbecken angrenzt, kaum Wünsche offenläßt.
Seit dem 17. Jahrhundert hat sich die Größe des Norddorfes, das 50 Höfe und 70 Häuser zählte, kaum verändert. Damals reichte diese Gebäudeanzahl aus, um sich Stadt nennen zu dürfen, heute reicht's nur noch für den Titel Dorf – und zwar für ein besonders beschauliches, in dem man an so manchen Stellen wieder in alte Zeiten entführt wird. Wir empfehlen, den Spaziergang durch den Ort auf dem Markt neben dem Dorfteich und dem eigenartigen Glockenturm zu beginnen, der zum Gottesdienst läutet, obwohl weit und breit keine Kirche zu sehen ist. Der Grund, warum der Glockenturm dennoch hier steht, ist ein ganz pragmatischer: Die Glocken der über zwei Kilometer südwestlich des Ortes stehenden Kirche waren bei ungünstigen Windrichtungen leicht zu überhören. Also brachte die Kirche das Geläut zu ihren Schäfchen, so daß sich fortan niemand mehr damit herausreden konnte, die Glocken nicht gehört zu haben. Außerdem verband man das Praktische mit dem Nützlichen, indem mit Hilfe des merkwürdigen Glockenturmes einst das wöchentliche Treffen der Stadt-ältesten einberufen wurde. Heute läutet die Glocke außer den Gottesdiensten die Sonnenauf- und -untergänge ein und alarmiert die Bevölkerung bei Feuerausbrüchen. In den hutzeligen Fachwerkhäusern an Dorfteich und Lindenreihe wohnten einst die Kleinbauern, im äußeren Ring ihre wohlhabenderen Kollegen und in lockerer Bebauung um den Ort hatten die betuchten Herren das Geschehen im Blick – oder man muß wohl eher sagen im Klammergriff. Am "stinkenden" Dorfteich zu wohnen war jedenfalls indiskutabel, weil hier täglich das Vieh getränkt wurde. Heute ist die Wohnlage am Dorfteich sichtbar keine mehr für Unterprivilegierte. Verzierte, kunstvoll gestrichene Türen, sorgfältig gepflegtes Fachwerk und die Kera-mikwerkstatt Ved Kæret bestimmen das Bild. Nach einem ersten Eindruck kann man sich bei einem guten Cappuccino im "Underground" Eis-Café nahe dem Dorfteich erst einmal stärken, bevor es weiter-geht. In der Smediegyden (Schmiedegasse) steht noch die alte Schmiedewerkstatt – nah genug am Dorfteich, um schnell an Löschwasser zu kommen. Die Angst vor Feuer war im mittelalterlichen Nordby so groß, daß jede Nacht Feuerwachen zwischen den Häusern patroullierten, die auch kontrollierten, daß niemand das Dorf verließ. §70 der Dorfsatzung von 1697 bestimmte nämlich, daß "der Mann, der in der Nacht beim Ernten angetroffen wird, geächtet wird wie einer, der die Treue nicht hält". Man fürchtete, daß der Nachbar heimlich nach Sonnenuntergang die Hafergarbe des Kollegen auf sein Feld verlegen könnte. Also wurden die sechs Stadttore zugesperrt und bewacht. Wer in der Hæderlighedsgyde (Rechtschaffenheitsgasse) wohnte, liegt auf der Hand, der Dorfpfarrer. Seine Nachfolger wohnen hier übrigens immer noch im Pfarrhof, in dessen Nähe man einen Blick in die Keramikwerkstatt Liller Keramik werfen kann. Unweit des Dorfteiches steht auf dem Schneidermarkt (Skræddertorvet) noch einer von vier erhaltenen alten Dorfbrunnen. Diese tiefen Brunnen stehen allesamt unter Denkmalschutz. Das einzigartige an ihnen sind ihre aus Feldsteinen gebauten, kesselförmig verlaufenden Schächte. Die einsame Lage der Kirche von Nordby (siehe Plan) ist darauf zurückzuführen, daß sie einst Mittelpunkt von fünf Dörfern war, von denen drei heute verschwunden sind: Søby, Kongsbøl und Glistrup. Heute nimmt man an, daß die Orte von der Hanse überfallen und völlig zerstört worden sind. Die Kirche erzählt ihre Geschichte gewissermaßen selbst, und zwar durch die Kalkmalereien auf einem Inschriftenband im Gotteshaus. Das reich ausgestattete Kirchenschiff ist im 13. Jahrhundert erbaut worden, der zierliche Westturm stammt aus dem 15. Jahrhundert und weist auf Verbindungen mit der Kirchenvogtei in Djursland hin. Neben den 300 Jahre alten Kirchenfenstern zählt ein spätgotischer Schrank zu den besonderen Sehenswürdigkeiten. Wer sich in Mårup Havn ein Fahrrad gemietet hat, muß etwas kräftiger in die Pedalen treten, um die Hügel des Höhenzuges "Balleskår" im Nordwesten von Nordby zu meistern. Von Nordby schlängelt sich ein Weg in die "Berge" von Nordsamsø hinauf, der über eine Kreuzung zum höchsten Punkt auf der Insel führt, dem 64 Meter hohen Ballebjerg. Von hier aus genießt man bei schönem Wetter einen atemberaubenden Panoramablick über ganz Samsø und die umliegenden Inseln (Fernglas mitnehmen!). Tunø, die kleine Nachbarinsel im Westen, Djursland im Norden mit dem winzigen Eiland Hjelm an Steuerbord, die frühere Seucheninsel Kyholm im Osten, der Stavns Fjord mit dem Besser Rev und das sich hinter der weißen Nordby‑Kirche erstrek-kende Sydsamsø liegen einem zu Füßen. Im Norden sieht man das Langdal (Langes Tal). Durch diese Mulde der Endmoränenlandschaft floß während der Eiszeitschmelze das Wasser der Gletscher ab. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad kann man heute diesen Weg ins Tal nachvollziehen – eine schöne Strecke. Allerdings täte dem Norden der Insel etwas weniger Kultur‑ und etwas mehr Naturland gut. Anscheinend wollen die Bauern beweisen, daß sie jeden noch so steilen Hügel beackern können. Der zunächst asphaltierte Weg durch das Langdal geht in einen Feldweg über, der am Fuß des Langen Tales in einer scharfen Rechtskurve endet. Nicht weniger reizvoll als das Langdal ist das sich westlich der Nordby Kirche erstreckende Große Tal (bei Møgelskår), wo die Schmelzwasserströme der Eiszeit ebenfalls tiefe Furchen in das Land gezogen haben. Die Kraft des Eises läßt sich ermessen, wenn man sieht, daß die "Mündung" des Großen Tales 100 Meter breit ist, das immerhin 22 Meter hohe Steilufer auf dieser Breite von den Eis‑ und Wassermassen förmlich wegrasiert wurde.
Auf dem 42 Meter hohen Telegrafbakken (Telegraphen-Hügel) wurden einst mittels eines großen Holzgerüstes Nachrichten zum Festland "hinübergeschickt". Der Nachrichten‑Code ergab sich aus der jeweiligen Stellung der Gerüstteile zueinander, die nur bei guter Sicht in Djursland "gelesen" werden konnten. Vom Telegrafbakken blickt man hinunter auf den Bauernhof "Mosletgård" und das dahinterliegende Krähenmoor, wo sich noch vor rund 600 Jahren der inzwischen verlandete Handelshafen von Nordby befand. Strand‑ und Wasservögel gehen hier ihrem Brutgeschäft nach.
Wer nicht genügend Zeit für die Fahrradtour über den Nordteil der Insel mitbringt, sollte zumindest an der Landspitze Asmindør Hage, westlich von Mårup, an der Steilküste entlang wandern. Der Volksmund erzählt, daß hier einst eine mächtige Wikingerburg gestanden hat. Ihre Bewohner waren darauf spezialisiert, vorbeifahrende Schiffe zu plündern. Heute grasen hier nur noch Kühe. |