
Hårbølle ist vor allem wegen der Nähe zum Fanefjord einen Abstecher wert. Das kaum besiedelte, von Schilfgürteln gesäumte Ufer der seichten Bucht lädt zu Spaziergängen ein. Allerdings liegt der Fjord (ideales Beiboot-Revier) rund zwei Kilometer von den Liegeplätzen entfernt.
Seitdem die Fischer im Hafen nicht mehr das Sagen haben, ist hier etwas von der früheren Gemütlichkeit verloren gegangen. Der Hafen hat aber immer noch mehr Atmosphäre aufzuweisen als die anderen Grønsund-Häfen Stubbekøbing oder Bogø, wo es außerdem lebhafter zugeht als in der kaum 30 Häuser zählenden Siedlung an der Südküste von Møn. Zur Hauptferienzeit herrscht allerdings auch hier Trubel. Wäre in der Ferienzeit kein Geschäft zu machen, gäbe es den Imbiß (mit Eiswaffelbäckerei) und die Gaststätte "Skipperkroen" nicht. Ein paar Fischerhütten am Hafen, ein Lagerhaus, wenige Wohnhäuser und Ferienhäuser aus Holz in schwedischem Stil vervollständigen das Bild rund um den Hafen.
Der eigentliche Ort Hårbølle ist rund drei Kilometer nordöstlich des Hafens zu finden. Die beiden kaum befahrenen Straßen dorthin, sind zugleich schöne Wanderstrecken, wobei man diesen Spaziergang dadurch abwechslungsreich gestalten kann, daß man auf dem Rückweg die jeweils andere Strecke wählt. Wir schlagen vor, zunächst den längeren Weg nach Südosten zu gehen, der einen dann von Süden her nach Hårbølle führt. Verläßt man Hårbølle auf der Rücktour schnurstracks Richtung Westen, hat man auf halber Strecke Gelegenheit, der Fanefjord Kirche einen Besuch abzustatten. Sie dient auch als Seezeichen. Der Umweg beträgt zwar fast vier Kilometer, aber die Besichtigung ist sehr zu empfehlen. Das Äußere unterscheidet sich nicht wesentlich von dem anderer Kirchen auf Mön, aber richtet man im Inneren den Blick nach oben, ist leicht zu verstehen, warum das Gotteshaus zu den sehenswerten zählt:
Die Kreuzgewölbe des Gotteshauses sind vom Eimelundermeister bemalt worden. Obwohl der richtige Name des Künstlers bis heute unbekannt ist, muß er im 15. Jahrhundert ein gefragter Mann gewesen sein.
Viele Kirchenmalereien der Gegend tragen seine Handschrift. So auch die Gemälde in der Kirche von Elmelunde nordöstlich von Stege, wonach der Unbekannte seinen „Künstlernamen" erhielt. Die Kalkmalereien der Kirche von Fanefjord zählen zu den schönsten Werken des Elmelundermeisters. Die Zeichnungen erzählen gewissermaßen biblische Geschichten, Gleichnisse und Gebote. Wegen des hohen Prozentsatzes an Analphabeten hatten die Geistlichen des Mittelalters ein besonderes Interesse an der bildlichen Darstellung der zehn Gebote und der Geschichte Jesu.
Zwischen Fanefjord-Kirche und Hafen liegt etwa auf halber Strecke eines der längsten Langgräber Europas: "Grønsalen". Der hier begrabene "Grüne Jäger" war nach der Überlieferung Herrscher über das westliche Møn. Das von hohen Randsteinen gesäumte Grab ist rund 100 Meter lang. Ein weiteres Vorzeit-Grab ist etwa zehn Kilometer nördlich von Hårbølle bei Tostenæs zu besichtigen, das Doppelganggrab Klekkendehügel.
Die Glasbläserei ist ein traditionelles Handwerk der Gegend, das heute noch teilweise ausgeübt wird. Bei "Fanefjord-Glas" in Askeby kann man beispielsweise noch mundgeblasene Stücke sehen und kaufen.
Schöne Strände liegen östlich des Hafens beim Fanefjord Skov (Wald).