Hafenplan – S6/1 – Sønderborg Yachthafen


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Hafenübersicht

Kurzbeschreibung

Alte Handelsstadt am Südausgang des Alsen Sund, die, obwohl sie sehr touristisch ist, immer noch ihren Reiz hat.

NV. Hafenlotse

Hafenplan

Liegeplätze

Gäste können zwischen mehreren Liegemöglichkeiten wählen:
  1. Der beliebte Liegeplatz am alten Holz-Bollwerk des Ostufers im Südhafen hat leider den Nachteil, daß die Uferstraße viel Verkehrslärm verursacht.
  2. Südlich der Stadt liegt der Yachthafen mit genügend Gästeplätzen auf 3 m Wassertiefe. Grüne Karten zeigen freie Plätze an. Der Fußweg zum Stadtzentrum beträgt ca. 20 Minuten.

Navigation

Die Ansteuerung ist Tag und Nacht unproblematisch. Von Süden kommend führt das betonnte und befeuerte Fahrwasser von der Westquadrantentonne Q(9)15s in den Alsen Sund, an dem die Kaianlagen von Sonderborg liegen. Die befeuerte Einfahrt des Yachthafens (F.G), 0,5 sm südöstlich vom Schloß, steuert man direkt vom Fahrwasser aus an. Um weiter durch den Alsen Sund zu kommen oder die Liegeplätze nördlich der Klappbrücke zu erreichen, muß die Brücke passiert werden. Sie hat eine Höhe von maximal 5 m im geschlossenen Zustand. Die Durchfahrt der nachts befeuerten Brücke hat eine Breite von 30m. Von der geschlossenen Brücke ist ein Mindestabstand von 100 m zu halten. Achtung: Eine Strömung von 1-3 kn ist nicht selten. Mit längeren Wartezeiten muß gerechnet werden. An der Brücke zeigt ein Display die nächste Öffnungszeit an.  Im Hafengebiet von Sønderborg zwischen Schloß und Hochbrücke gilt eine Fahrtbegrenzung von 4 kn. Nördlich der Brücke wechselt die Betonnungsrichtung.

Versorgung

Sønderborg ist ein beliebter Sportboothafen mit sehr guten Einkaufsgelegenheiten und auch sonst allen Möglichkeiten der Versorgung (u.a. Tankstelle, Zolldienststelle und Bootsreparaturen).

Service

Toilette X
Dusche X
Wasser X
Müllannahme X
Elektroanschluss X
Brennstoff
Lebensmittel X
Kran X
Werft
Fäkalienentsorgung
Rampe / Slip X
Fähre / Bus / Bahn X
Fahrradverleih X
Internetzugang X

Kontakt

Telefon: +45 / 74 42 27 65 (Stadthafen)
+45 / 74 42 93 92 (Yachthafen)

NV. Landgangslotse

Sehenswertes

Die rund 30 000 Einwohner zählende Stadt am Als Sund vereint Gegensätzliches: Einerseits sorgen Industrie, Handel und Tourismus für ein besonders lebhaftes Straßenbild und andererseits verbreitet die malerische Lage am Sund eine gemütliche Stimmung. Weite Straßenzüge des historischen Stadtbildes wurden im deutsch‑dänischen Krieg von 1864 zerstört. Überbleibsel der alten Bebauung sind noch am Hafen zu finden.

Die langgezogene Geschäftsstraße oberhalb des Hafens ist der richtige Ort für Besucher, die einen Einkaufsbummel in geschäftiger Atmosphäre schätzen. Dagegen werden sich der Geschichtsinteressierte in das Schloß Sønderborg und der Ruhesu­chende in den Südwald zurückzie­hen. Der Wald ist nicht zu verfehlen, wenn man auf der Strandpromenade den Ort in südlicher Richtung verläßt. Wer nicht an den Holzbrücken nahe der Innenstadt festmacht, sondern im Sportboothafen am Stadtrand, der hat es zum Südwald ohnehin nicht weit ‑ muß dafür aber mit einem Fußweg von 20 Minuten in die Stadt rechnen.

Das um 1170 zum Schutz gegen die wendischen Seeräuber zunächst als Burg angelegte wuchtige Schloß be­herbergt ein Museum mit einer umfangreichen Sammlung aus der Ge­ schichte Nordschleswigs, wobei vor allem die Schleswigschen Kriege breiten Raum einnehmen. Ausstel­lungsstücke, die von Ritterrüstungen bis zu mittelalterlichen Wiegen reichen, ermöglichen es, sich ein Bild vom früheren Schloßleben zu machen. Reste der ursprünglichen Burg sind außerdem auf dem Schloßgelände zu sehen. Ein Dach schützt die Ruine vor weiterem Verfall.

Das Schloß Sønderborg ist vielen Menschen durch ein Gemälde bekannt, auf dem König Christian II. als Gefangener abgebildet ist. Er steht an einem Tisch mit einer "Fingerrille", dadurch entstanden, daß er während der 17jährigen Gefangenschaft ständig mit dem Daumen an der Tischkante entlang wanderte. Tisch und Rille sind jedoch eine Erfindung des Malers Carl Bloch.

Schon zu Lebzeiten des gefangenen Königs entstanden Gerüchte über seine strenge Bewachung im Schloß, wo er in einem winzigen Turmzimmer eingemauert gewesen sein soll. Auf dem Bild von Bloch und in den Geschichtsbüchern lebte diese Legende vom elenden Gefangenendasein weiter. In Wirklichkeit konnte er sich relativ frei bewegen. Eine Kopie des Gemäldes mit der "Fingerrille"' hängt im Sønderborger Schloß neben den übrig gebliebenen Teilen des Turmes, den Christian II. bewohnte.

Nur zehn Jahre regierte der König, der 1523 wegen "Unstimmigkeiten" mit dem Adel vertrieben wurde (siehe auch Nyborg). 1532 kam er in der Hoffnung nach Sønderborg, man würde mit ihm erneut verhandeln. Statt dessen wurde er gefangengenommen, aber ansonsten wie ein König behandelt. Für ihn wurde Bier aus Lübeck, Wein aus Frankreich und Tuch aus Flandern eingekauft. Diese königliche Behandlung hatte Christian II. nach Ansicht mancher Zeitgenossen nicht verdient, war er doch der Initiator des "Blutbades von Stockholm", einem Massaker an schwedischen Adligen. Der König besiegte 1520 vor Stockholm ein Heer der Schweden, hatte aber Schwierigkeiten, den Widerstand des Gegners in Stockholm zu brechen. Die Stockholmer legten jedoch die Waffen nieder, nachdem ihnen Christian II. Amnestie zugesagt hatte. Auf hinterhältige Weise brach er sein Versprechen, indem er die Anführer aus dem schwedischen Adelsstand zum festlichen Bankett in sein Schloß einlud und dort (einschließlich der Bischöfe) ermorden ließ. Von einem solchen ehrlosen Herrscher enttäuscht, wandten sich so viele dänische Adlige gegen ihren König, daß Christian II. schließlich abdanken mußte.

Die Sønderborg, zu Anfang eine Festung, wurde im Laufe der Jahrhunderte mehr und mehr zum Schloß umgebaut. König Christian III. und seine Frau machten aus ihr ein Renaissanceschloß. Das Gotteshaus im Nordflügel ist Dänemarks erste protestantische Fürstenkirche. Sie wird die Kapelle Königin Dorotheas genannt, der Witwe König Christians III. Auf der Empore des ältesten Renaissanceraumes im Norden stehen Zitate aus Luthers Bibelübersetzung.

Bei den jüngsten Restaurierungsarbeiten wurde der Tanzsaal wiederhergerichtet, wo die 23 (dreiundzwanzig!) Kinder des Sohnes von Christian III. getauft wurden.

Das schwere Bombardement der Preußen 1864 überstand das Bauwerk mit den dicken Mauern nahezu unbeschadet. Möglich wurde der Geschützhagel erst durch die Eroberung der Düppeler Schanzen etwa drei Kilometer vor der Stadt. Am 18. April 1864 stürmten die zahlenmäßig den Dänen deutlich überlegenen preußischen Soldaten die Schanzen und entschieden damit den deutsch‑dänischen Krieg. Nach ihrem Sieg zogen die Preußen in Sønderborg ein, so daß die Stadt bis 1920 unter deutscher Verwaltung stand.

Die Windmühle bei den Düppeler Schanzen gilt heute als nationales Symbol dänischen Verteidigungswillens. In ihr befindet sich ein Museum. Die alten Kanonen vor der Mühle erinnern an die schweren Kämpfe, aber auch daran, daß die Preußen das Land rücksichtslos eindeutschten. So wurde in Südjütland dänisch nicht mehr in der Schule unterrichtet, was natürlich für die Schüler ein Grund mehr war, außerhalb der Schulzeit ihre Muttersprache zu sprechen. Auch auf den Ämtern wurde nach dem Einzug der Preußen nur noch deutsch gesprochen, obwohl viele Dänen keine Silbe der deutschen Sprache beherrschten.

Erst der von den deutschen verlorene erste Weltkrieg und der Versailler Vertrag führten zur Volksabstimmung 1920. Die Menschen des Grenzgebietes konnten jetzt selbst entscheiden wohin sie gehören wollten. Allerdings soll bei der Abstimmung mit "gezinkten Karten" gespielt worden sein. Für alle in dem Gebiet geborenen Deutschen wurden großzügig Freifahrtscheine bewilligt, ein Vorteil, den die teilweise in Übersee lebenden Dänen nicht hatten. Dennoch zeigte die Abstimmung deutlich, daß die Menschen nördlich von Flensburg Dänen geblieben waren.

Ein weiteres Kapitel in der wechselvollen Geschichte Sønderborgs ist die Seefahrt. Um 1670 erhielt die Stadt die Privilegien der Krone als Verschiffungsort für Als, aber eine Reihe von ungesetzlichen Piratenhäfen behinderten die Entwicklung zur großen Hafenstadt. Im Großen Nordischen Krieg um 1700 verlor die Stadt so manches Schiff. Um 1830 zählte sie zu den größten Hafenstädten Dänemarks. Die Handelsflotte von rund 140 Schiffen wurde jedoch in den Napoleon‑Kriegen wieder stark dezimiert.

Eine ganz besondere Stimmung herrscht jedes Jahr am zweiten Wochenende im Juli in Sønderborg, wenn rund 400 Reiter und Tausende von Zuschauern sich zum Ringreiterfest versammeln. Das Spiel wird immer noch nach mittelalterlichen Regeln ausgetragen. Der Reiter muß in gestrecktem Galopp möglichst viele Ringe, die an einem Seil hängen, auf einer Lanze aufspießen. Es wird erzählt, daß König Christian Vl. im Sommer 1596 Sieger des Turniers wurde, das aus Anlaß seiner Krönung veranstaltet worden war. Um seinen Großmut als Herrscher zu zeigen, trat er den Sieg an den zweitplazierten Markgrafen von Brandenburg ab. Heute sind es meist junge Landwirte, die das einst königliche Spiel am Leben erhalten.

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Ergänzung / Berichtigung

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Diskussion zu S6/1 - Sønderborg

  • Stefan Hoffmann

    Wir haben uns sehr wohlgefühlt im Stadthafen zwischen Klappbrücke und Schloss.
    Es ist ruhiger als zu vermuten und man ist direkt in Sonderburg.
    Unbedingt das Schloss besichtigen!
    Supermärkte, Restaurants und Läden zahlreich fußläufig. Direkt am Hafen gibt es einen Kiosk, aber leider keinen Bäcker.

    • Udo Hallstein

      Vielen Dank für ihre Hinweise, die wir gerne für die kommende Neuauflage aufnehmen.
      NV-Verlag