Hafenplan – S42/7 – Usedom


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Hafenübersicht

Kurzbeschreibung

Kleiner Hafen der einzigen Stadt auf der gleichnamigen Insel im Norden des Usedomer Sees. Wegen umfassender Umbaumaßnahmen ist der Hafen bis auf weiteres gesperrt (Stand: 2017).

NV. Hafenlotse

Hafenplan

Liegeplätze

Es gibt 5 Gästeplätze im Hafenbecken am Kai oder in Boxen der Steganlage. Die Wassertiefen  betragen 1-1,5 m.

Navigation

Bis zu einem Tiefgang von 1,5 m kann man Usedom anlaufen. Allerdings neigt der Hafen zur Versandung, man achte also auf eventuell bekanntgegebene Mindertiefen (nv aktuell). Das Fahrwasser ab Tonne U 1/114 im Kleinen Haff bis zur Hafeneinfahrt Usedom ist betonnt.

Versorgung

Direkt am Hafen befinden sich die Toiletten, Trinkwasser und eine kleine Gaststätte. Gute Einkaufsmöglichkeiten bietet die Stadt. KLÜNE: Die kleinen Stege am West- und Ostufer der etwa 40 m breiten Einfahrt zum Usedomer See sind private Fischerstege. Gäste gehen längseits oder suchen sich einen Liegeplatz am Ufer auf 2 m Wassertiefe mit Heckanker. Sanitäranlagen und Versorgungsmöglichkeiten sind hier nicht vorhanden.

Service

Toilette X
Dusche X
Wasser X
Müllannahme X
Elektroanschluss X
Brennstoff X
Lebensmittel X
Kran X
Werft
Fäkalienentsorgung
Rampe / Slip
Fähre / Bus / Bahn X
Fahrradverleih X
Internetzugang

Kontakt

+49(0)38372 / 703 18

NV. Landgangslotse

Sehenswertes

Die Inselhauptstadt Usedom ist im Vergleich zu den Seebädern an der Nordküste von Usedom eher ein verschlafenes Städtchen - und zwar ein liebenswertes. Keine Getreide- oder Wohnsilos stören das geschlossene Bild eines Ortes, dessen mittelalterliche Strukturen bis heute bewahrt blieben. Allerdings nur die Strukturen. Die Kaufmannshäuser des Mittelalters stehen nicht mehr. Kriege und Brände setzen dem 1298 zur Stadt erklärten Usedom außergewöhnlich schwer zu.

Die aneinander gereihten, einstöckigen Häuser mit ihren kleinen Läden rund um die mächtige Kirche haben etwas typisch kleinstädtisches, bürgerliches, gemütliches. Es gibt alle möglichen Geschäfte im Tante-Emma-Stil und eine "Naschbar" mit Eiscafé bei der Kirche. Gleich gegenüber präsentiert sich das alte Fachwerk-Pfarrhaus in gutem Zustand und mit sehenswerter Haustür. Ein ansprechend erhaltenes Rathaus mit gepflegtem Vorgarten und der kleine Park beim Stadttor sind nur zwei Beispiele dafür, dass Usedoms Bausubstanz das SED-Regime weit besser überlebt hat als die anderer Küstenorte.

Die St.-Marien-Kirche wird 1336 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Allerdings geht das heutige Gotteshaus auf einen Bau nach dem großen Stadtfeuer im Jahre 1475 zurück. Der aIte in die Turmwand eingelassene Grabstein stellt vermutlich den Pommernherzog Ratibor und seine Frau, die polnische Prinzessin Pribislawa, dar. Die Besonderheit der 1639 gegossenen Turmglocke ist eine Inschrift, die an den Tod des letzten pommerschen Herzogs erinnert, Herzog Bogislaw XIV.

Weil sich die einst für schmale Fuhrwerke gebauten Stadttore als Verkehrshindernis erwiesen, wurden zwei der drei Stadttore abgetragen: das Peene- und das Swinetor. Nur das Anklamer Stadttor aus dem 14. Jahrhundert blieb erhalten. Hier sind auch noch Reste der alten Stadtmauer zu sehen. Hinter zwei Meter dicken Mauern birgt das Tor die Heimatstube in den ehemaligen Räumen des Stadtgefängnisses, eine kleine geschichtliche Schatzkammer, die vom Museumsleiter  betreut wird. Auf Wunsch öffnet er die Pforte des wuchtigen Westturmes und erläutert, was es mit den historischen Stücken auf sich hat und wer hinter den dicken Mauern bei Wasser und Brot "schmoren" musste. Ein letztes Mal wurde das Gefängnis im Turm kurz nach dem Zweiten Weltkrieg benutzt. Einige Usedomer Bauern, denen man Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten vorwarf, wurden für kurze Zeit in die Verließe gesperrt.

Funde aus der slawischen Zeit (11. und 12. Jahrhundert), als Usedom Mittelpunkt des wirtschaftlichen Lebens auf der Insel war, birgt das kleine Museum ebenso wie Vorgeschichtliches. Eine 5000 - 6000 Jahre alte Trochmühle und eine 2000 Jahre alte Kaserolle zählen zu den Schmuckstücken der Heimatstube, aus deren Fundus sich die größeren Museen (leider) schon bedient haben.

In den niedrigen, gewölbten Räumen des Tores erfährt man, dass Usedom einst den slawischen Namen Uznam trug und auf dem Burgwall im Südosten der Kleinstadt die hölzernen Palisaden einer slawischen Fluchtburg standen. Sie war von Sumpf umgeben und soll mit unterirdischen Fluchtwegen versehen gewesen sein. Ein Kreuz erinnert daran, dass der Bischof Otto von Bamberg hier die adligen Slawen (1128) zum Christentum bewog. Der Besuch des Burgwalles ist auch wegen des eindrucksvollen Blicks auf den Usedomer Winkel zu empfehlen. Die halbinselförmige Südwestspitze von Usedom eignet sich für einen Wanderausflug .

Als sich in spätslawischer Zeit immer mehr unterschiedliche Bevölkerungsschichten und -klassen herausbildeten, erbauten sich die slawischen Adeligen ihre Burgen auch zum Schutz vor dem eigenen Volk. Außerdem waren in Usedom die strategisch günstige Position und die Rolle der Stadt als bedeutender Umschlagplatz besonders eng miteinander verknüpft. Den Umfang der Handelsverbindungen wussten die Historiker zunächst nicht so recht einzuschätzen und gerieten daher ins Grübeln, als sogar Grabbeigaben römischer Herkunft entdeckt wurden: Ein eisernes Sichelmesser, eine bronzene Fibel, ein Bronzesieb und eine Schöpfkelle waren darunter. Der Museumsleiter weiß, dass der Usedomer Boden noch viele Geheimnisse über die Bedeutung des slawischen Handelszentrums birgt, es jedoch bislang an den Mitteln gefehlt hat, der Vergangenheit auf den Grund zu gehen.

Jedenfalls war der Pfingsttag im Jahre 1128 kein Freudentag in Usedom. Das Kreuz auf dem Burgberg brachte keinen Frieden, sondern Gewalt, weil das Volk seinen Fürsten nicht folgen wollte. Die heidnischen Priester versteckten sich und riefen im Namen von Porevits, des fünfgesichtigen Lichtgottes der Wälder, dazu auf, die Missionare zu töten. Erst 1147 wurde der Widerstand der Slawen im Rahmen des zweiten Kreuzzuges endgültig gebrochen, als die Kreuzritter nicht nur nach Süden, sondern auch nach Nordosten zogen. Gleich zweimal wurde Usedom bis auf die Grundmauern niedergebrannt.

Bereis 1121 war es dem polnischen Großfürsten Boleslaw III. Krzywousty mit dänischer Unterstützung gelungen, die Slawen des Odergebietes in verlustreichen Kämpfen zu unterwerfen.

Nachdem sich der Slawenadel lange in blutigen Schlachten gegen das Glaubensdiktat gewehrt hatte, blieb ihm nur die Wahl, sich taufen zu lassen und das eigene Volk zu unterdrücken. Der Adel handelte in realistischer Einschätzung der ausweglosen Lage gegenüber dem deutschen Adel, der zusammen mit der Kirche gegen die Slawen eine Hetzkampagne entfacht hatte. Sie gipfelte in der Behauptung, die Slawen seien Menschfresser.

Es war besonders der Klerus, der ein schreckliches Menschenbild von den Slawen malte. Sie seien Menschen mit grüner Hautfarbe, roten Gesichtern und langen Haaren. Sie würden von Hexen und dämonischen Mächten regiert und das Land werde von Hunden verteidigt. Viele Grausamkeiten begleiteten die Unterwerfung während der deutschen Ostexpansion. Die Slawen, die nicht gewillt waren, die neue Lehre anzunehmen, wurden für vogelfrei erklärt. Sie mussten Haus und Hof verlassen, während der Adel mit der Annahme des Christentums seine Privilegien rettete und sogar noch ausbaute.

Das Nachsehen hatten die ursprünglich freien Bauern, von denen immer mehr in Leibeigenschaft gerieten, woran die Kirche auf Usedorn zunächst maßgeblichen Anteil hatte. Die Missionarstätigkeit war hauptsächlich Mittel zur Machtausdehnung. Und die auf Ihr Seelenheil bedachten Pommernherzöge räumten den Mönchen immer mehr Privilegien ein. Aufgrund ihrer Unbeliebtheit wurde den Mönchen des Prämonstratenserordens allerding in Usedom der Boden zu heiß. Sie verließen das Kloster "Grobe" in der Stadt und erbauten ihr neues Machtzentrum in Pudagla. Die Gründer des Zisterzienser Nonnenklosters von Krummin waren beim Aneignen von Land und Eintreiben von Steuern nicht weniger zimperlich. So zeugen auf Usedom fast ausschließlich die Kirchen von "mittelalterlichem Reichtum".

Was die Kirche auf Usedom begonnen hatte, setzte der Adel nach der Reformation fort und machte die Bauern mit der "Bauern- und Schäferordnung" endgültig zu seinem persönlichen Eigentum. Das änderte sich auch nicht während des 30jährigen Krieges, als Schwedenkönig Gustav Adolf II. Usedom 1630 besetzte. Im Frieden von Osnabrück fiel Usedom an die Schweden, bis es schließlich 1720 preußisch wurde. Weitere Kriege hemmten die Entwicklung der Stadt immer wieder, so dass der Ort nicht mehr an seine slawische Blütezeit anknüpfen konnte. Ein weiterer Rückschlag folgte als 1740 die Swine schiffbar gemacht wurde. Der neue Schiffahrtsweg machte Swinemünde Anfang 1800 zur größten Siedlung der Insel Usedom. Die Stadt Usedom war nicht mehr konkurrenzfähig.

Übrigens ging es den Pastoren auf Usedom wirtschaftlich nicht so gut wie den Mönchen. Ihr Einkommen bestand hauptsächlich aus landwirtschaftlichen Erträgen, die sie selbst erwirtschaften mussten. Eine Altersversorgung gab es nicht. Um das Kirchenland "der Familie" zu sichern, konnte ein junger Pfarrer unter den Töchtern seines Vorgängers wählen, der dafür im Alter versorgt wurde. Hatte sich das Problem der Altersversorgung frühzeitig von selbst erledigt, konnte der Nachfolger aber auch die Witwe heiraten.

Zurück zur Heimatstube, die noch eine Reihe weiterer historischer Stücke birgt. Eine alte Scheffelwaage, ein 1300 Jahre alter Pflug, eine Butterschaukel, ein Grützfass und alles, was für die Flachszubereitung und das Weben gebraucht wurde, zählt zu der Sammlung. Sportschiffer dürfte besonders die 200 Jahre alte, handgeschmiedete Schiffslaterne interessieren. Mit drei Kreuzen unterschrieben viele der Usedomer Fischer eine über 200 Jahre alte Vereinbarung, die Aale nicht mehr mit der "Aalharke" zu fangen. Auf dem Dokument im Heimatmuseum steht außerdem zu lesen, dass man die Fische nicht mehr in der Winterruhe stören dürfe. Wer es dennoch tat musste mit empfindlichen Strafen rechnen.

Wie sehr das Leben in der Stadt einst vom Fischfang abhing macht die "Sage vom schweigsamen Fischer" deutlich, die von einem furchtbaren Herbststurm erzählt, der so lange andauerte, dass die Familien in den armseligen Katen in bittere Not gerieten. Als die Mutter eines jungen Fischers erkrankte, er aber die Medizin nicht bezahlen konnte, fuhr er trotz des Sturmes hinaus und hatte das Glück, auf die Haff-Seejungfer zu treffen, die ihn inmitten der tosenden See zu sich heranwinkte. Als das Weib mit hellen Haaren, grünen Augen und geschupptem Fischschwanz in die Hände klatschte, beruhigte sich um ihn herum das Wasser und er brauchte alle Kraft, um seine ausgeworfenen Netze an Bord zu ziehen, weil sie vor Fischen überquollen. Obwohl seine Netze alt und mürbe waren zerrissen sie dabei nicht. Die Seejungfer riet ihm noch bevor sie verschwand: "Prahl nicht mit deinem Fang." Und weil sich der Fischer daran hielt, kehrte der Wohlstand in sein Haus ein, und nun konnte er daran denken, das Mädchen seiner Träume zu heiraten. Der schweigsame Fischer hatte aber einen prahlerischen Nebenbuhler, der seinen Widersacher mit einem noch größeren Fang vor der Hochzeit aus dem Rennen werfen wollte. Tatsächlich erschien auch ihm die Seejungfrau, verschaffte ihm einen noch nie da gewesenen Fang und riet ihm: "Prahle nicht." Kaum im Hafen feierte er sich jedoch schon als reichen Mann, dem keiner mehr das Wasser reichen könne. Als er daraufhin den Fischkasten öffnete, waren die Fische halb verwest.

Aale, so sagt der Volksmund, waren einst so reichlich im Usedomer See, im Strom und im Haff vorhanden, dass man sie mit bloßen Händen ins Boot schaufeln konnte. Ob das nun eine Übertreibung ist oder nicht: Der heutige Fischbestand ist aufgrund ökologischer Versäumnisse äußerst dürftig.

Der Usedomer Winkel mit seinen kaum befahrenen Nebenstrecken wurde als Wandergebiet im Südwesten der Stadt bereits genannt. Aber auch nordöstlich von Usedom lockt die Natur mit einem besonderen Naturdenkmal, der Sockeleiche von Suckow (5km). Richtung Norden führt ein Wanderweg über den 28 m hohen "Weißen Berg" und von dort Richtung Nordosten bis zum Dorf Suckow. Am Ortsausgang liegt an der Straße nach Rankwitz die besagte Eiche. Bei rund 16 Metern Höhe hat der Stamm einen Umfang von 5,30 m! Die Zweige der weit ausladenden Krone reichen fast bis auf den Boden. Die Eiche heißt Sockeleiche, weil ihr Sockel aus einem von Wurzeln durchsetzten Hügelgrab besteht.

Sehenswerte Bilder

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Ergänzung / Berichtigung

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