Hafenplan – S19/2 – Vordingborg Südhafen


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Hafenübersicht

Kurzbeschreibung

Der geschichtsträchtige Ort im südlichen Seeland beim Masnedsund ist heute eine moderne Industriestadt.

NV. Hafenlotse

Hafenplan

Liegeplätze

Einige stadtnahe Liegeplätze gibt es am Bollwerk des Nordhafens auf 1,5-2,1 m Wassertiefe oder auf freien Plätzen an den Yachtbrücken des Snekken Sejlklubs. Der Südhafen am Ortsausgang des Masnedsunds ist ein kleines Becken für Fischer und einheimische Yachten. Gäste können längseits oder an grün markierten Freiplätzen auf 1-2,5 m Wassertiefe liegen. Östlich der Klappbrücke auf der Insel Masnedø liegt der nur 22 x 15 m große und 2 m tiefe Hafen des Marinecenters (ohne Plan). Hier dürfen nur Werftkunden liegen, Gäste können jedoch kurz festmachen, um am Tankautomaten Diesel zu bunkern.

Navigation

Die Ansteuerung der Liegeplätze ist für Ortsunkundige nur tagsüber empfehlenswert und erfolgt über den Færgestrøm. Beachten muß man den zeitweise sehr starken Strom, der bei Starkwind bis zu 5 Knoten erreicht. Bei ruhigem Wetter kentert der Strom alle 6 Stunden und kann auch dann 3-4 sm/h betragen.

Versorgung

Im Ort findet man alle Möglichkeiten der Versorgung sowie mehrere Bootswerften.

Service

Toilette X
Dusche X
Wasser X
Müllannahme X
Elektroanschluss X
Brennstoff X
Lebensmittel X
Kran X
Werft
Fäkalienentsorgung
Rampe / Slip X
Fähre / Bus / Bahn X
Fahrradverleih X
Internetzugang X

Kontakt

Telefon: +45 / 55 36 24 61 (Süd)
+45 / 55 34 15 40 (Nord)

NV. Landgangslotse

Sehenswertes

Die Burg von Vordingborg war eine der stärksten und bedeutendsten des gesamten Nordens. Auf 30000 Quadratmetern Fläche waren außer den acht Festungstürmen, Kuh- und Pferdeställe, Waffenarsenale, Versammlungssäle, Schreibstuben, eine Schmiede und vieles mehr untergebracht. Die Wehrmauer der um 1160 errichteten Verteidigungsanlage war 800 Meter lang, acht Meter hoch und sieben Meter dick. Ein tiefer Wallgraben um gab die Mitte des 14. Jahrhunderts von Waldemar Atterdag ausgebaute Königsburg. Bedauerlicherweise ist von der wuchtigen Anlage nur ein Turm wirklich erhalten, der Gänseturm. Man sollte dieses fast 30 Meter hohe Bauwerk mit den drei Meter dicken Mauern schon wegen des schönen Rundblicks hinaufsteigen. König Waldemar ließ eine Goldgans auf der Turmspitze anbringen – als Spott gegen die Kriegserklärung der Hansestädte im Jahr 1368. Sie schnattert nach Süden, Richtung Hanse. Die Antwort auf die Verspottung der Lübecker als eine Schar schnatternder, fetter Gänse, ließ nicht lange auf sich warten. Die Hanse brachte dem König zahlreiche Niederlagen bei, aber das mächtige Vordingborg konnten die Lübecker nicht einnehmen.

100 Jahre später ergaben sich die Vordingborger trotz der starken Festung den Schweden kampflos, weil es ihnen wegen einer wirtschaftlichen Flaute an Waffen und Soldaten fehlte. Außerdem hatte zuvor die Pest viele Vordingborger das Leben gekostet und ihnen die Kraft für die Verteidigung ihrer Stadt genommen. Nach dem Abzug der Besetzer war die seinerzeit einmalige militärische Anlage weitgehend zerstört.

An den unter Denkmalschutz stehenden und nachts beleuchteten Mauerresten der Burg ist gut zu sehen, wie die Festungsmauern erbaut wurden. Den Kern bildeten Feldsteine, es folgten ziegelartige Materialien und schließlich die äußeren Ziegelsteine. 1670 entstand auf dem Burgplatz ein barockes Jagdschloß, das allerdings im 18. Jahrhundert wieder abgerissen wurde. Erbauer war der Bruder Christian V., Prinz Jörgen. Seine Gemahlin war die spätere Königin Anne von England.

Mehrfach residierten im Mittelalter dänische Könige in der Burg und bis in das 13. Jahrhundert hinein tagte in Vordingborg der Danehof (Reichstag). Dennoch blieb Vordingborg gemessen an seiner militärischen Anlage unbedeutend. Bescheidenen Wohlstand brachten die Heringsmärkte in Falsterbo, an denen die Bürger von Vordingborg um 1500 teilnahmen.

Das Vordingborger Museum liegt in der M^sitte des Ruinen-Terrains zwischen großen Wiesenflächen und einem kleinen Ziergarten. Der älteste Gebäudeteil war ursprünglich ein Seitenflügel des St. Jörgen-Schlosses.

Aus der Zeit der Jäger und Sammler stammen die ältesten Museumsstücke. Es sind 12000 Jahre alte Spieße und Pfeilspitzen des Tundrajägers. Ausgestellt ist auch eine über 5500 Jahre alte Keramik aus der frühen Bauerngesellschaft der Steinzeit. Das Skelett einer Frau stammt aus der Eiszeit, etwa 200 nach Christus. Alte Handwerksgeräte, eine Trachtensammlung und vieles andere mehr ist in den Museumsräumen zu sehen. In Puppenhausgröße ist “Sarahs Haus" rekonstruiert worden, das Haus einer stadtbekannten, heilkundigen Frau, die zwischen den Schloßruinen einen Heilkräutergarten angelegt hatte. Dieser Kräutergarten ist zusammen mit einem botanischen Garten beim Museum wieder hergerichtet worden. Die Stadt ist nicht besonders reich an mittelalterlicher Architektur und auch mit gemütlichen Plätzen ist sie nicht gerade gesegnet, von wenigen kleinen Straßen wie der Riddergade beim Nordhafen einmal abgesehen. Drei Brände im 18. Jahrhundert haben große Teile des mittelalterlichen Vordingsborg zerstört.

Für ihre hervorragende Akustik ist die Vordingborger Liebfrauenkirche bekannt. Bis in den entferntesten Winkel der Kirche ist zu hören, was mit leiser Stimme von der Kanzel aus gesprochen wird. Anscheinend haben sich einige Pastoren so an dieser Akustik berauscht, daß sie die Dauer der Predigt über die Maßen ausdehnten. Diese Vermutung drängt sich angesichts der beiden an der Kanzel angebrachten Stundengläser auf.

Vordingborg ist seit alters her ein Fährplatz mit Verbindungen nach Lolland und Falster. 1886 erhielt die Stadt über Gedser eine Fährverbindung nach Deutschland, die jedoch keine große Rolle mehr spielte, nachdem 1938 die Storströmbrücke nach Falster fertig gestellt worden war. 1985 wurde dann sechs Kilometer östlich davon die moderne Farø-Brücke eingeweiht. Hier wurden 50.000 Kubikmeter Beton verarbeitet. Der Nordhafen hinter der Landspitze von Oringe war vor 1000 Jahren als Naturhafen ein beliebter Kriegshafen der Wikinger. Von der geschützten Bucht aus stach im 11. Jahrhundert mehrmals die Wikingerflotte unter der Führung von Bischof Absalon gegen die Wenden in See. In der Einfahrt des Hafens hat man Überreste von Pfahlsperren aus der Wikingerzeit gefunden. Die Sperren dienten dazu, feindliche Schiffe vom Angriff abzuhalten.

Ursprünglich war der Hafen bedeutend tiefer und auch länger. Die Förde reichte bis an die Liebfrauenkirche heran. Der Südhafen (siehe Masnedø) ist im Gegensatz zum Nordhafen nicht zu empfehlen.

Am nördlichen Stadtrand von Vordingborg liegt das sehenswerte Schloß Iselingen, dessen Haupthaus 1802 im italienischen Villenstil erbaut und 1920 mit einem Turm versehen wurde.

Westlich von Vordingborg ragt die schmale Landzunge Knudshoveodde rund 15 Kilometer in das Smålandsfahrwasser hinein. Sie befindet sich zwar in Privatbesitz, darf aber erwandert werden, was unbedingt zu empfehlen ist. Das Autofahren ist nur bis zum Parkplatz am Wald Knudskov erlaubt. Den Rest des Weges bis nach Knudshoved muß man zu Fuß zurücklegen. Zehn Steinzeitgräber darunter fünf Ganggräber - sind auf der Landspitze Knudshoved zu entdecken. Aber das eigentliche Erlebnis ist auf der Halbinsel die weitgehend intakte Natur.

Da die Halbinsel nicht als Acker-, sondern als Weideland genutzt wurde, sind hier viele seltene Tier- und Pflanzenarten zu finden. So lebt hier noch die fast ausgestorbene Feuerkröte. Von den Hügeln des schmalen Landstreifens aus hat man bei klarer Sicht einen hervorragenden Ausblick auf das gesamte Smålandsfahrwasser.

Als ein weiteres Ausflugsziel bietet sich zehn Kilometer nördlich von Vordingborg die Gedächtnisstube von Nicolaj Frederik Severin Grundtvig in dem Dorf Udby an. Der Gründer der Volkshochschulen und kirchliche Reformator wurde im Pfarrhaus von Udby am 8. September 1783 geboren. Als Kämpfer für ein menschenfreundlicheres Christentum wurde er von konservativen Kirchenmännern stark angefeindet. Das Werk "Die Mythologie des Nordens" ist seine bedeutendste Schrift.

Masnedø:Dieser von Industrie umgebene Hafen (auch Vordingborg-Süd genannt) eignet sich bestens dafür, Urlaubsstimmung zu vertreiben. Dazu kommt, daß zur Innenstadt von Vordingborg ein sehr weiter Weg zurückgelegt werden muß. Unsere Empfehlung: vorbeifahren, sofern man nicht Brennstoff aufnehmen oder sich im Marinecenter ausrüsten will.

Sehenswerte Bilder

Berichte / Kommentare

Seit dem 16. Juli bleibt die 78 Jahr alte Klappbrücke über den Masnedsund dauerhaft geschlossen.  Bis zur Öffnung des Neubaus (vorgesehen in 2020) müssen Yachten, die mehr als die nun noch zur Verfügung stehenden 4,8m Durchfahrtshöhe benötigen, südlich um Masnedø herum. Dementsprechend wurde bereits ein neues Fahrwasser am Masnedø E-Flak eingerichtet (siehe Juli MBS).

Interessante Links

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Ergänzung / Berichtigung

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Diskussion zu S19/2 - Vordingborg