Hafenplan – S18/4 – Sakskøbing

Kurzbeschreibung

Kleiner ehemaliger Handelshafen am Ende des gleichnamigen Fjords

NV. Hafenlotse

Hafenplan

Liegeplätze

Gästeplätze gibt es im Sakskøbing Sportboothafen, ca. 0,9 sm vor der Stadt auf 2 m Wassertiefe oder im ehemaligen Handelshafen. Dort liegt man entweder an den südlichen Kaianlagen oder am Pier des Segelklubs (SMSK) auf 3 m.

Navigation

Die Ansteuerung der Häfen ist für Ortsunkundige nur tagsüber empfehlenswert. Man fährt über das unbefeuerte, aber gut bezeichnete, 3 m tiefe Fahrwasser des Sakskøbing Fjords. Außerhalb der Fahrrinne ist es sehr flach und es stehen zahlreiche alte Pfähle im Wasser, die an Sportbooten erhebliche Schäden anrichten können. Man sollte sich unbedingt an die Fahrwassermakierung halten.

Die Strecke von der Oreby-Brücke bis zum Handelshafen von Sakskøbing darf wegen der Uferbefestigung und dem Schilfbestand nur mit mäßiger Geschwindigkeit befahren werden, max. 5 kn sind erlaubt.

Versorgung

Versorgungsmöglichkeiten gibt es im Ort. Einen umfangreichen Reparatur- und Yachtservice bieten zwei Bootswerften an (eine davon direkt im alten Handelshafen).

Service

Toilette X
Dusche X
Wasser X
Müllannahme X
Elektroanschluss X
Brennstoff
Lebensmittel X
Kran X
Werft X
Fäkalienentsorgung
Rampe / Slip X
Fähre / Bus / Bahn X
Fahrradverleih
Internetzugang

Kontakt

Telefon: +45 / 20 63 07 06 (Sportbbothafen) +45 / 25 18 19 37 (SMSK)

NV. Landgangslotse

Sehenswertes

Der „lächelnde Wasserturm" ist das Wahrzeichen des Provinzstädtchens am Ende des drei Seemeilen langen Sakskøbing-Fjordes. Die aufgemalten Augen, die Nase und der lachende Mund lassen die Wasserturmspitze wie einen Hut auf einem Gesicht wirken. Das lächelnde Gesicht verspricht auch nicht zuviel, was die Anreise durch den sehr schmalen Sakskøbing-Fjord betrifft. Die Fahrt durch die mit Pricken versehene Rinne entlang des malerischen Ufers ist ein zu empfehlendes Erlebnis, das leider zum Schluss durch den etwas öde wirkenden Hafen getrübt wird. Hier, wo Zement verladen wird, Fabriken und eine Werft für Unruhe sorgen, zeigt die rund 5.000 Einwohner zählende Stadt ihr zweites Gesicht, das Gesicht einer Industriestadt, die unter anderem für ihre große Zuckerfabrik bekannt ist. Rund um Sakskøbing spielt daher der Zuckerrübenanbau eine besondere Rolle.

Immerhin reichen die Schilfgürtel des Sakskøbing-Fjordes bis an den Hafen heran und wer beim Haus des Roklubs noch Liegeplätze findet, liegt etwas abseits des Hafengeschehens. Ein längerer Aufenthalt ist auch hier nicht zu empfehlen, obwohl der Vorteil des in die Stadt hineinreichenden Hafens auf der Hand liegt: die Nähe zum Zentrum.

Wenn es um Sport- und Freizeiteinrichtungen geht, kann die kleine Stadt wiederum auf ihr lachendes Gesicht am Wasserturm verweisen. Ein Sportzentrum mit zwei Trainingshallen, Cafeteria und Hallenbad, eine Sauna, Tennisplätze, Trimm-Dich-Pfade, ein Minigolfplatz sowie ein Vereins- und Kulturhaus zählen unter anderem zu den Freizeiteinrichtungen. Enttäuscht wird dagegen sein, wer ein erhaltenes Stadtbild aus früheren Tagen erwartet. Zwar sind hier und da in der Innenstadt noch die alten niedrigen Häuser erhalten, jedoch ist die Menge angesichts des Alters der Stadt mager.

Schon vor der Jahrtausendwende soll ein Vorläufer des heutigen Sakskøbing existiert haben. Hätte nicht ein Feuer große Teile der Fördestadt im 18. Jahrhundert zerstört, gäbe es heute sicherlich mehr sehenswerte alte Bausubstanz. So aber ist allenfalls das älteste Gebäude der Stadt hervorzuheben, die St. Pouls Kirche. Das spätromanische Gotteshaus des 13. Jahrhunderts verfügt über ein betrachtenswertes Kirchenschiff. Dem gelegentlich regnerischen Wetter wurde am Marktplatz ein Denkmal in Form eines Brunnens gesetzt. Eine Statue mit Schirm steht dort das ganze Jahr über im Regen und wartet darauf, daß wenigstens im Winter der Brunnen abgeschaltet wird.

Ihre Entwicklung hat die Stadt einer durch das schmale Fahrwasser des Fjordes verlaufenden Furt zu verdanken. Wer den Verkehrsknotenpunkt passieren wollte, musste Wegezoll bezahlen. Und weil sich hier die einzige Verbindung zwischen Ost- und Westlolland befand, verbuchte die Stadt im Mittelalter hohe Wegegeldeinnahmen. Zunächst hieß der Ort Saxtorp. Mit den 1306 von König Erik Menved verliehenen Stadtprivilegien wurde er in Sakskøbing umbenannt.

In der dänischen Geschichte ist Sakskøbing ein eher unbeschriebenes Blatt. Allerdings ging es hier einmal einem König an den Kragen: Holsteinische Adlige überfielen im Jahr 1331 den in Sakskøbing weilenden König Christoffer II. und brachten ihn nach Aalholm (siehe auch Nysted, Schloss Aalholm). Sein Hof in Sakskøbing wurde verbrannt.

Vor allem waren es die Förde und der Hafen, die der Stadt zu einer schnellen Aufwärtsentwicklung verhalfen.

Das gesamte Umland, darunter auch das Städtchen Maribo (siehe Bandholm), ex- und importierten über den Hafen von Sakskøbing. Wie auch anderswo kam der Einbruch mit der Pest und den Schwedenkriegen. Die Bevölkerungszahl schrumpfte von über 700 auf 300 Einwohner. Der ungenutzte Fjord verkautete und der Wiederaufschwung war damit blockiert.

Stattdessen gewann die Anlegebrücke beim Gut Orebygård am Eingang des Fjordes an Bedeutung. (siehe Oreby) Das führte allerdings zu Auseinandersetzungen mit dem Gutsherren, dem das Gelände gehörte.

Erst Ende des 18. Jahrhunderts, nachdem der Fjord wieder schiffbar gemacht worden war, erlebte die Stadt wieder eine Blüte. Jetzt machte sich neben der Landschaft auch die aufkommende Industrie den schmalen Fjord zunutze. Zwar erlebte die Stadt um 1870 nach dem Bau der Brücke von Sundby (Lolland) nach Nykøbing (Falster) noch einmal eine wirtschaftlich sehr schwierige Zeit, aber schon wenige Jahre später blühte der Handel durch den Bau der Bahnstrecke nach Nakskov und Nykøbing erneut auf. Einen Ausflug ist Lollands größter Herrensitz in fünf Kilometern Entfernung wert. Vor über 560 Jahren wurde das dreiflügelige Schloß Krenkerup, umgeben von einem fast 20 Hektar großen Park, gebaut. Ein Teil dieser riesigen, mit seltenen Bäumen bestückten Anlage ist für Besucher (auf beschilderten Wegen) geöffnet.

Das rund vier Kilometer von Sakskøbing liegende Schloss Berritsgård besticht durch seinen Renaissancestil. Es ist seit der Fertigstellung nur unwesentlich verändert worden, und das ist schon über 400 Jahre her.

Sehenswerte Bilder

Interessante Links

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Ergänzung / Berichtigung

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